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„Kühn hat zu tun“ ist kein Krimi wie aus dem Lehrbuch, sondern ein sanftes Porträt seines Hauptcharakters. Wer Weilers Stil mag, findet hier eine stille Geschichte mit Tiefgang, wer Action sucht, sollte anderswo suchen.
Ein Blick durchs Fenster in Kühns Welt Als ich „Kühn hat zu tun“ aufschlug, fühlte es sich an wie der Eintritt in eine kleine Polizeiwache an einem verregneten Mittwoch, kein Actionfilm, keine brennenden Reifen, sondern der Geruch von Filterkaffee, leises Brummen alter Computer und ein Polizist, der mehr mit der Welt hadert als sie rettet. Ich habe mich beim Lesen oft gefragt, ob ich gerade einen Krimi in Händen halte oder eher das Porträt eines Mannes, der zwischen Alltag, Job und seinen eigenen inneren Zweifeln ein Stück Orientierung sucht. Die große Spannungsschraube drehte Jan Weiler selten an, stattdessen habe ich viele kleine Beobachtungen und Momente erlebt, die mir Kühn näherbrachten. Ich muss gestehen, am Anfang fiel mir der Einstieg schwer, doch je länger ich mit Kühn zusammensaß, desto mehr verstand ich seinen lakonischen Ton und seine stillen Kämpfe. Die Stärke des Romans liegt eindeutig in Weilers Sprache, schnörkellos, manchmal mit trockenem Humor, immer nah am Alltag seiner Figuren. Wer seine Art zu erzählen mag, der fühlt sich auch hier daheim. Besonders gelungen fand ich die fast beiläufigen Szenen, in denen man das Gefühl hat, durchs Schlüsselloch in Kühns Gedankenwelt zu blicken. Doch da, wo ich von einem Krimi mehr Spannung erwartet hätte, blieb für mich eher ein leiser Schein zurück. Der Fall selbst geriet in den Hintergrund, manchmal bis zur Unschärfe. Wer Hochspannung erwartet, könnte enttäuscht sein, wer aber Lust hat, einem Menschen über die Schulter zu schauen, für den lohnt sich der Blick. Am Ende war es für mich wie ein Spaziergang durch eine unscheinbare Nachbarschaft: keine spektakulären Schauplätze, aber viele kleine Ecken, an denen man innehält. „Kühn hat zu tun“ ist kein actionreicher Krimi, sondern eine Charakterstudie in Uniform.
25. Sept. 2025
„Kühn hat zu tun“ ist kein Krimi wie aus dem Lehrbuch, sondern ein sanftes Porträt seines Hauptcharakters. Wer Weilers Stil mag, findet hier eine stille Geschichte mit Tiefgang, wer Action sucht, sollte anderswo suchen.
Ein Blick durchs Fenster in Kühns Welt Als ich „Kühn hat zu tun“ aufschlug, fühlte es sich an wie der Eintritt in eine kleine Polizeiwache an einem verregneten Mittwoch, kein Actionfilm, keine brennenden Reifen, sondern der Geruch von Filterkaffee, leises Brummen alter Computer und ein Polizist, der mehr mit der Welt hadert als sie rettet. Ich habe mich beim Lesen oft gefragt, ob ich gerade einen Krimi in Händen halte oder eher das Porträt eines Mannes, der zwischen Alltag, Job und seinen eigenen inneren Zweifeln ein Stück Orientierung sucht. Die große Spannungsschraube drehte Jan Weiler selten an, stattdessen habe ich viele kleine Beobachtungen und Momente erlebt, die mir Kühn näherbrachten. Ich muss gestehen, am Anfang fiel mir der Einstieg schwer, doch je länger ich mit Kühn zusammensaß, desto mehr verstand ich seinen lakonischen Ton und seine stillen Kämpfe. Die Stärke des Romans liegt eindeutig in Weilers Sprache, schnörkellos, manchmal mit trockenem Humor, immer nah am Alltag seiner Figuren. Wer seine Art zu erzählen mag, der fühlt sich auch hier daheim. Besonders gelungen fand ich die fast beiläufigen Szenen, in denen man das Gefühl hat, durchs Schlüsselloch in Kühns Gedankenwelt zu blicken. Doch da, wo ich von einem Krimi mehr Spannung erwartet hätte, blieb für mich eher ein leiser Schein zurück. Der Fall selbst geriet in den Hintergrund, manchmal bis zur Unschärfe. Wer Hochspannung erwartet, könnte enttäuscht sein, wer aber Lust hat, einem Menschen über die Schulter zu schauen, für den lohnt sich der Blick. Am Ende war es für mich wie ein Spaziergang durch eine unscheinbare Nachbarschaft: keine spektakulären Schauplätze, aber viele kleine Ecken, an denen man innehält. „Kühn hat zu tun“ ist kein actionreicher Krimi, sondern eine Charakterstudie in Uniform.
25. Sept. 2025






