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In der Misosuppe

3,4(49)
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Deutsch
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Über das Buch

Präzise, schonungslos und scharf wie ein Sashimi-Messer Kenji führt Touristen durch Tokios Rotlichtviertel. Frank ist Amerikaner und Kenjis Kunde. Er ist fasziniert von der Atmosphäre der Stadt und vom erhabenen Klang japanischer Worte – und er ist fasziniert von Gewalt.

Die letzten drei Tage des Jahres. Wie immer drängeln sich in Kabuki-cho, Tokios bekanntem Rotlichtbezirk, sexhungrige Freier durch die vom flackernden Neonlicht erfüllten Häuserschluchten. Minderjährige Mädchen verabreden sich zum Sex mit »väterlichen Freunden«. Auf der Straße werben Anreißer für Peepshows, Dessous-Bars und Massagesalons. Eine Welt mit einem eigenen Code. Jene, die ihn nicht verstehen, wenden sich an Kenji. Kenji ist zwanzig und Nightlife-Guide. Er übersetzt die Wünsche seiner Kunden und teilt ihnen die Konditionen der Anbieter mit. Die Leere und Einsamkeit der Menschen nimmt er ungerührt wahr und bleibt stets auf Distanz. Er weiß zwar, was ihm nicht behagt, doch er richtet nicht und greift nicht ein. Dann trifft er Frank, und zum ersten Mal weicht seine gewohnte Coolness einem nervösen Unbehagen. Eine Reihe scheinbar zusammenhangloser Kleinigkeiten formt sich in Kenjis Kopf zu einem Verdacht. Der Leser folgt Kenji durch die Straßen Tokios tief in die menschliche Psyche hinein.

»Straff komponiert und elegant geschrieben.« San Francisco Chronicle

»Godfather of the dark heart of modern Japanese fiction.« The Guardian

»Ein mörderisches Porträt des heutigen Japan, seines Nihilismus und seiner Dekadenz. Schockierend aber fesselnd.« Kirkus Reviews

ISBN9783462037333
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum23.11.06
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

49 Bewertungen

6 Rezensionen

3,4

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  • kindder70er
    kindder70er

    41 Follower

    2,0

    Überbewertet

    Nach dem Motto „Kann man lesen, muss man aber nicht“ hat mich die Misosuppe bis zur ersten Hälfte fasziniert. Der Schreibstil sehr einfach gehalten, entpricht dieses Buch akzeptabeler Unterhaltsliteratur. Mehr nicht. Ich würde tatsächlich noch einen Schritt weitergehen und sagen: Zum Glück hatte es nur knapp 200 Seiten! Denn literarische Höhenflüge sollte man nicht erwarten und schöne Metaphern sucht man vergeblich. Geschickte eingestreute Affirmationen treiben den Lesefluss und die Neugier voran, doch in der zweiten Hälfte haut Ryu Murakami derart abstrus aufs Klötzchen und alles an aufgestauter Energie raus, dass der mühsam aufgebaute Plot wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt und die Story im Nachhinein m.E. einfach nur dümmlich wirkt. Was sie im Grunde nicht ist, aber der Rundumschlag hat nach Messer-Metzler-Manier nicht gut getan und ich fühle mich meiner Lebens- und Lesezeit beraubt. Das zuviel an Atmosphäre erlitt erheblichen Schiffbruch und frei nach der Aussage: „Man soll immer das Thema erschöpfen und nicht die Gäste“, hat die abstruse Story schnell ein Ende gefunden. Zwei Sterne von mir für die im Grunde geniale Idee.

    11. Feb. 2025

  • Unknown User
    Unknown User

    5 Follower

    5,0

    Despite its gruesomeness and although it was at times almost too much for me to stomach "In the Miso Soup" is an extraordinary read. Murakami ruthlessly shows the underbelly of Tokyo's flashy redlight district, the tragic figures the average tourist never gets to see, which was even harder to read about than the actual splatter scenes. I know for sure though that I would have been scared shitless, had I read this book before my visit to Kabuki-cho

    21. Nov. 2022

  • girotado
    girotado

    4 Follower

    2,5

    Starker Anfang mit einem sehr plötzlichen Switch zur hälfte des Romans mit einem sehr auslegungsoffenen Ende. Etwas schade da ich das Setting und die Charaktere sehr interessant fand

    17. Feb. 2026

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Ryu Murakami

Ryu Murakami, geboren 1952 in Sasebo, war Schlagzeuger, Radiomoderator, Filmregisseur, Gastgeber einer Talkshow und Unternehmensberater. Noch als Student gelang ihm sein literarischer Durchbruch mit Blaue Linien auf transparenter Haut. Das Time Magazine zählt ihn zu den elf Menschen, die Japan revolutionieren könnten. In Europa wurde er durch seinen Film Tokio Dekadenz und die Verfilmung seines Romans Audition bekannt. Derzeit wird sein Roman Coin Locker Babies mit Val Kilmer und Liv Tyler verfilmt. Im Jahr 2000 erschien sein Roman 69.

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