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Biografien

Ich war eine Ärztin in Auschwitz

4,2(36)
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Über das Buch

»Niemand, der lebend aus einem deutschen Vernichtungslager herauskam, wird je das Bild vergessen, das uns in Auschwitz empfing. Wie große, schwarze Wolken hing der Rauch des Krematoriums über dem Lager.« Gisella Perl Nur drei Jahre nach ihrer Befreiung veröffentlichte die jüdische Frauenärztin Gisella Perl einen Bericht von ihrer Internierung in Auschwitz. Im Mai 1944 wurde sie im Rahmen der Judendeportationen aus Ungarn und den ungarisch besetzten Gebieten mit ihrer Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Als Gynäkologin wurde sie als Lagerärztin im Frauenlager eingesetzt. Die Aufgaben, die auf sie zukamen, widersprachen jeglichen humanen und medizinischen Werten. Die menschenverachtenden Experimente des Lagerarztes Josef Mengele unter anderem an schwangeren Frauen waren Folter und führten zu qualvollem Tod. Perl leistete Widerstand, indem sie die Frauen durch heimliche Abtreibungen vor den sadistischen Übergriffen bewahrte. Präzise beschreibt sie das unentwegte Ringen um Menschenwürde angesichts der perfiden Bestialität des Nazi-Regimes.

Editionen (1)

ISBN9783737411547
Verlagmarix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg
Erscheinungsdatum25.08.20
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

36 Bewertungen

6 Rezensionen

4,2

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  • Ich möchte hier keine Sternebewertung für diese Buch abgeben, denn Wer bin ich, dass ich mir das anmaßen kann? "Die Toten sprechen hier zu euch. Die Toten, die euch nicht um Rache für sie bitten, sondern nur darum, an sie zu erinnern und darüber zu wachen, daß keine weiteren unschuldigen Opfer deutscher Unmenschlichkeit ihre Reihen füllen. " Frau Perl schrieb diese essayhaften Erinnerungen im Jahr 1946. Sie berichtet über ihr Leben und Wirken in der Zeit von 1944 bis 1945 in den Lagern Auschwitz-Birkenau und Bergen Belsen, bis über dessen Befreiung am 15 April 1945 und darüber hinaus. Und sie schreibt über unfassbare Gräueltaten. Dinge, die ich mir nicht ausmalen kann und die nicht auszuhalten sind. So konnte ich immer nur maximal 3 Kapitel hintereinander lesen bevor ich eine Pause brauchte. Grenzenloser Hunger, Folter, psychische Qualen, Menschen die lebendig auf Scheiterhaufen geworfen wurden, Gaskammern. Es ist an Unmenschlichkeit nicht zu überbieten. Und dann ist da noch die Ärztin Perl, die mir, trotz ihrer sicherlich überragenden, über die Grenzen gehenden Hilfsbereitschaft hinaus, unnahbar bleibt. "Irritierend und befremdlich" kommt sie mir häufig vor in ihrer Selbstdarstellung und der "Überschätzung ihres Einflusses auf das Lagergeschehen" (S. 32, Vorwort). Sie schreibt in einigen Kapiteln über Frauen die so schön und begabt sind und was für ein Verlust der Tod dieser Frauen bedeutet. Auf der anderen Seite beschreibt sie hässliche Menschen eher abfällig. Dies hat mich in manchen Teilen tatsächlich sehr gestört. Aber ist nicht auch dies menschlich in einer solch unmenschlichen und lebensbedrohlichen Situation in der sie unter wiedrigsten Bedingungen um das Leben von, hauptsächlich schwangeren, Frauen kämpft und sei es, deren Kinder abzutreiben, auch wenn diese lebensfähig sind? Ich fand das Vorwort von Andrea Rudorff unglaublich hilfreich und wichtig. Macht euch selbst ein Bild.

    22. Jan. 2024

  • claudiklauke
    claudiklauke

    50 Follower

    5,0

    Was bin ich froh ,das ich dieses Buch durch habe Ich habe schon viel über den 2.Weltkrieg gelesen ,aber dieses Buch ist echt eine sehr harte Kost . Gisella Perl eine jüdische Ärztin in Auschwitz schreibt über die wahren Begebenheiten im KZ. Sie leistete Widerstand und rettete vielen Frauen das Leben .

    11. Sept. 2025

  • pau.linchen
    pau.linchen

    40 Follower

    4,0

    Eine krasse Erzählung mit vielen Einblicken

    22. Dez. 2023

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Gisella Perl

Gisella Perl (1907–1988) war eine jüdische Gynäkologin aus der rumänischen Stadt Sighet, die seit 1940 von Ungarn besetzt war. 1944 wurde sie zusammen mit ihrer Familie in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie ihre Eltern, ihren Sohn und weitere Angehörige verlor. Als Lagerärztin half sie Hunderten von Frauen und nahm Schwangerschaftsabbrüche vor, um sie vor den grausamen Experimenten des Lagerarztes Josef Mengele zu bewahren. Sie überlebte, emigrierte 1947 in die USA und veröffentlichte ein Jahr später als eine der ersten ein Buch über Auschwitz. Im Mount Sinai Hospital in New York arbeitete sie erfolgreich als Gynäkologin. 1979 ging sie zusammen mit ihrer Tochter nach Israel und lebte dort bis zu ihrem Tod. # [Rudorff] Dr. Andrea Rudorff studierte Neuere und Neueste Geschichte sowie Polonistik in Berlin und promovierte 2012 mit der Arbeit »Frauen in den Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen«. Sie bearbeitete den Band 16 zum Thema Das KZ Auschwitz 1942–1945 und die Zeit der Todesmärsche 1944/45 der Quellenedition »Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933– 1945«, hg. vom Institut für Zeitgeschichte München/Berlin u. a. Seit März 2018 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fritz Bauer Institut. # [Ruschkowski] Klaudia Ruschkowski, Autorin, Kuratorin, Dramaturgin und literarische Übersetzerin, lebt in Volterra, Italien, und in Berlin. Sie konzipiert Kunst- und Literaturprojekte, ist als Hörspielautorin und Herausgeberin tätig. Sie übersetzt aus dem Italienischen und Englischen, zuletzt Etel Adnan, Vincenzo Latronico, Enrico Deaglio.

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