Blick ins Buch

Romane

Gesang der Fledermäuse

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Über das Buch

Im Sommer tummeln sich wohlhabende Städter auf dem Hochplateau an der polnisch-tschechischen Grenze. Im Winter fliehen die allermeisten Einwohner den windumtosten Ort. An den langen dunklen Tagen widmet sich Janina Duszejko der Astrologie und der Lyrik des von ihr verehrten William Blake. Man hält die ältere Dame für verschroben, wenn nicht gar für verrückt, auch weil sie die Gesellschaft von Tieren der von Menschen vorzieht. Dann gibt es einen Toten. Janinas Nachbar Bigfoot ist grausam erstickt: In seiner Kehle steckt der Knochen eines Rehs. Und es bleibt nicht bei einer Leiche. Janina ermittelt auf eigene Faust. Kriminalfall, philosophischer Essay, Fabel, literarisches Spiel - auf ebenso komische wie ergreifende Weise zeigen Olga Tokarczuk und ihre hinreißende Heldin, wie sehr es unserer Gesellschaft an Respekt mangelt, ob der Natur und den Tieren oder jenen Menschen gegenüber, die am Rande stehen.

Editionen (6)

ISBN9783311100225
VerlagKampa Verlag
Erscheinungsdatum28.11.19
Seitenzahl320

Rezensionen & Bewertungen

184 Bewertungen

31 Rezensionen

3,8

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  • tasia
    tasia

    71 Follower

    3,5

    Die Bücher von Olga Tokarczuk im polnischen Original lesen zu können, ist natürlich immer eine große Freude. Mit diesem hier hatte ich zwischendurch allerdings so meine Schwierigkeiten, weil mich die Ausflüge in die Astrologie so gar nicht abgeholt haben. Die moralische Frage, die hier aufgeworfen wird, nach dem Wert des Lebens von Tieren und unserem Umgang mit diesen dafür aber deutlich mehr. Eine durchwachsene Leseerfahrung also.

    17. Aug. 2025

  • flaminguin.books
    flaminguin.books

    261 Follower

    4,5

    Ein tolles Buch der Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk! Auch gut für Einsteiger, die gerne mal etwas anspruchsvollere Lektüre suchen, aber dennoch gut unterhalten werden wollen.

    Ich hatte ja keine Ahnung wie großartig dieses Buch werden könnte! Die schrullige Dame, die immer facettenreicher wurde. Die anderen Charaktere, deren Beziehungen und der Umgang untereinander. Der zurückgezogene Ort, die Region, die Eigenart des kulturellen Umgangs und der Sprachbezug. Der unerwartete Humor. Und was ich auch toll finde: die Emotionen der Protagonistin Janina.

    Ein tolles Buch der Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk!
Auch gut für Einsteiger, die gerne mal etwas anspruchsvollere Lektüre suchen, aber dennoch gut unterhalten werden wollen.

    16. Feb. 2025

  • marielle_liest
    marielle_liest

    149 Follower

    4,5

    Meine Empfehlung für einen Roman, der gleichzeitig Krimi ist, der von einer Literaturnobelpreisträgerin geschrieben würde und sich in gewisser Weise mit der Rache der Tiere beschäftigt.

    Ich stelle mir Janina Dustejko als etwa 55-jährige Frau vor mit wilden Haaren, nicht besonders gut zu Fuß (auf Grund einer chronischen Krankheit) und gleichermaßen in sich ruhend wie aufgebracht. Sie lebt in einer Hütte an der polnisch-tschechischen Grenze auf einem Hochplateau und kümmert sich um die Häuser in der Umgebung, während deren Eigentümer*innen den Winter in den Städte verbringen. Doch Janina ist vielmehr noch die Wächterin der Tiere und des Waldes. Sie schaut regelmäßig nach dem Rechten und kommt der Wilderei auf die Spur. Nach einem mysteriösen Todesfall in der Nachbarschaft folgen weitere Opfer. Janina beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und hat schnell eine Theorie, die ihre Mitmenschen nicht nachvollziehen können. 🦇 Die Autorin ist Literaturnobelpreisträgerin, umso schöner finde ich, dass die Sprache des Romans zwar wunderschön poetisch, aber auch ebenso flüssig und angenehm lesbar ist. Gerade bei den Ermittlungen wird der Roman zum spannenden Krimi mit einer ordentlichen Portion Mystik. Dazu passt auch, dass sich die Protagonistin sehr ausführlich mit Astrologie beschäftigt. Ob man das nun teilt oder nicht, spielt eigentlich keine Rolle. Man kann sich beim Lesen einfach mal blind drauf einlassen und staunen, welche Rückschlüsse Janina aus den Sternen zieht. Wirklich gelungen finde ich auch die starke, autoritäre und feministische Art von Janina, die sich mutig und furchtlos gegen die Männer - Jäger, Polizisten, Pfarrer - durchsetzt, sich nichts sagen lässt und stur ihrer eigenen Vorstellung vom Leben folgt. Die Botschaft des Romans vermittelt uns die Ignoranz der Menschheit gegenüber der Natur und die Macht, die über die Tiere ausgeübt wird. Sollte der Mensch wirklich der Natur übergeordnet sein? Oder ist es an der Zeit, die Hierarchien neu zu sortieren? Mir hat der „Gesang der Fledermäuse“ sehr gut gefallen. Große Leseempfehlung!

    Meine Empfehlung für einen Roman, der gleichzeitig Krimi ist, der von einer Literaturnobelpreisträgerin geschrieben würde und sich in gewisser Weise mit der Rache der Tiere beschäftigt.

    2. Jan. 2026

3 von 31 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Olga Tokarczuk

Olga Tokarczuk, 1962 im polnischen Sulechów geboren, studierte Psychologie in Warschau und lebt heute in Breslau. Ihr Werk (bislang neun Romane und drei Erzählbände) wurde in 37 Sprachen übersetzt. 2019 wurde sie mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Für Die Jakobsbücher, in Polen ein Bestseller, wurde sie 2015 (zum zweiten Mal in ihrer Laufbahn) mit dem wichtigsten polnischen Literaturpreis, dem Nike-Preis, geehrt und 2018 mit dem Jan-Michalski-Literaturpreis. Im selben Jahr gewann sie außerdem den Man Booker International Prize für Unrast. Zum Schreiben zieht Olga Tokarczuk sich in ein abgeschiedenes Berghäuschen an der polnisch-tschechischen Grenze zurück.

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