Blick ins Buch

Romane

Eine blassblaue Frauenschrift

3,6(30)
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Wien, 1936: Eigentlich führt der 50-jährige Leonidas, Sektionschef im ›Ministerium für Kultus und Unterricht‹, ein unbeschwertes Leben mit seiner schönen und reichen Frau Amelie. Beruflich wie privat gerät er jedoch in eine Zwickmühle, als er von seiner ehemaligen Geliebten Vera, einer Jüdin, einen Bittbrief erhält: Hilft er einem begabten 17-jährigen jungen Mann, in Österreich die Matura abzulegen? Zwischen Schuld und Opportunismus zeichnet Franz Werfel ein scharfsinniges Sittenbild Österreichs vor dem Anschluss an Nazi-Deutschland.

Editionen (29)

ISBN9783730604762
VerlagAnaconda Verlag
Erscheinungsdatum07.02.17
Seitenzahl160

Rezensionen & Bewertungen

30 Bewertungen

6 Rezensionen

3,6

Tippen zum Filtern

  • wolkenwehe
    wolkenwehe

    65 Follower

    4,0

    Brillant geschriebene Erzählung. Obwohl sie im Jahr 1936 spielt, ist sie topaktuell. Ein Emporkömmling wird von seiner unrühmlichen Vergangenheit eingeholt. Erst versucht er, sie zu vertuschen, dann taktiert er, wie er mit ihr umgehen kann, ohne etwas zu riskieren. Ein Lehrstück über Karrieremenschen, denen nur ihre eigene Behaglichkeit und ihr "Gesicht" in der Öffentlichkeit wichtig ist. Als "Klassiker" hat diese Erzählung alles, was gute Unterhaltungsliteratur ausmacht: Witz, Spannung, Emotionen, gut lesbare Sprache, mit einem Anreiz zum Nachdenken.

    13. Okt. 2025

  • marielin
    marielin

    70 Follower

    4,0

    Richtig gutes Buch, von einem mir bisher ganz unbekannten Autor

    Absolut interessant, wie viel Gehalt in einem recht schmalen Buch stecken kann Es geht um Heuchelei, den schönen Schein, Lug und Trug im noblen Wien, den Beginn bzw erste deutliche Zeichen von Antisemitismus Kann ich sehr empfehlen, liest sich leicht und flüssig und steckt doch voll wichtiger Themen

    29. Apr. 2024

  • kingofmusic
    kingofmusic

    224 Follower

    5,0

    Hinter der blassen Schrift verbergen sich Abgründe „Scheußliche Sucht des Beamten, alles zu motivieren, alles zu unterbauen! Lag nicht das wahre Leben im Unvorhergesehenen, in der Eingebung der Sekunde? Hatte er, auf den Grund verderbt durch Erfolg und Wohlergehen, schon mit fünfzig Jahren verlernt, wahr zu leben?“ (S. 71) Dieses (Lese-)Jahr steht bei mir scheinbar bisher unter dem Banner „Klassiker“ – habe ich doch in den ersten 5 Monaten dieses Jahres schon den ein oder anderen gelesen bzw. bin noch dabei. Als „vor der nächsten Leserunde“-Lektüre hatte ich mir unter anderem spontan die Novelle „Eine blaßblaue Frauenschrift“ von Franz Werfel ausgewählt. Nun, die 154 Seiten stellen jetzt keine große (zeitliche) Herausforderung dar, inhaltlich war ich jedoch erstaunt, was sich hinter der blaßblauen Schrift alles verbirgt. Neben der intensiven Betrachtung von Leonida´s Innen- und Seelenleben, dass Selbigen auf Grund eines geheimnisvollen Briefes seiner ehemaligen Geliebten aus der Bahn zu werfen scheint, erfährt die geneigte Leserschaft auch etwas zur (politischen) Stimmung in Österreich des Jahres 1936, was sich nicht nur in Absätzen wie diesem widerspiegelt: „Stürmisches Wetter. Leonidas hat den Wetterbericht des Radios im Ohr. […] „Depression über Österreich. Stürmisches Wetter im Anzug.““ (S. 149) Dieses schmale Büchlein, dass mich insbesondere im 3. Kapitel teilweise an Franz Kafka denken ließ (wer wird es mir verübeln, war doch Werfel ein Freund von Kafka gewesen, auch wenn diese Novelle erst 17 Jahre nach Kafka´s Tod erschienen ist), ist auf jeden Fall eine kurzweilige, teils erheiternde, teils nachdenklich stimmende Lektüre, die ich zukünftig wohl immer mal wieder in die Hand nehmen werde. Klare Leseempfehlung! ©kingofmusic

    1. Dez. 2023

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Franz Werfel

Franz Werfel wurde 1890 in Prag als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren. Er schrieb zunächst expressionistische Lyrik, später Erzählungen und Romane. In den 20er und 30er Jahren avancierte Werfel zu einem der meistgelesenen deutschen Autoren. Sein Verdi-Roman löste 1924, mehr als 20 Jahre nach dem Tod des Komponisten, eine wahrhafte Verdi-Renaissance in Deutschland aus. Werfel heiratete 1929 Alma Mahler. Nach der Emigration in die USA starb er 1945 in Beverly Hills.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick