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Romane

Du sagst es

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Über das Buch

Sylvia Plath und Ted Hughes sind das berühmteste Liebespaar der modernen Literatur – und das tragischste: Denn nach Sylvias Suizid im Jahr 1963 galt sie als Märtyrerin, hingegen ihr Mann als Verräter – eine Schuldzuweisung, zu der er sich zeitlebens nie äußerte. In dieser fiktiven Autobiographie bricht er sein Schweigen. Palmen lässt ihn auf seine leidenschaftliche Ehe zurückblicken und eine Liebe neu beschreiben.

Editionen (3)

ISBN9783257244175
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum28.02.18
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

32 Bewertungen

6 Rezensionen

3,7

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  • carmen86
    carmen86

    106 Follower

    2,5

    Auch eine etwas einseitige Darstellung der Gegenseite

    2.75 ⭐️ Das Buch soll fiktiv die Seite des Ehemann Ted Hughes vertreten und irgendwie dachte ich mir beim Lesen, „so kann es auch nicht ganz stimmen!?“ Ehrlich gesagt: wäre das Buch von einem Autor, würde ich nun mit männlicher Solidarität kommen.,, kann ich nicht in diesem Fall, ist auch gut so! Trotzdem: das Buch ist mE unausgewogen, der „heilen“ Liebe die hauptsächlich von Ted getragen wird, wird viel mehr Raum gegeben als seiner Affäre, welche die Liebe sicher mit zerstört. Ich hatte davor einen dokumentarischen Bericht über die Schluss- Zeit gelesen. Die Rahmendaten stimmen überein, werden aber im Buch einseitig (zum Guten von Ted) sehr verkürzt dargestellt. Die Idee, die einseitige positive Darstellung von Silvia Path etwas ins Gleichgewicht zu bringen und Ted Hughes fiktiv sprechen zu lassen ist gut. Jedoch ist es aus meiner Sicht ein (fast reines) Plädoyer für ihn, was zwar e.V. sogar ein Gleichgewicht bringt (jeder ist mal der Gute und der andere der Böse) aber sicher keine ausgeglichene Darstellung ist.

    2. Mai 2026

  • wedalou
    wedalou

    82 Follower

    4,0

    „Und da war sie die zerbrechliche Heilige und ich der brutale Verräter. Ich habe geschwiegen. Bis jetzt.“ Zitat S.7 So beginnt der Roman von Connie Palmen und stellt die Beziehung des bekannten Dichterpaares Sylvia Plath und Ted Hughes dar, die mit Sylvia‘s tragischem Selbstmord endete. Die Autorin hat ausgezeichnete Recherchearbeit geleistet, hat sich intensiv mit den zuletzt erschienenen Gedichten Hughes beschäftigt, worin er erstmalig und kurz vor seinem Tod sein Schweigen brach. Das Fundament ihres Romans fußt auf der historischen Realität, sie nutzt als literarische Erweiterung die psychologische und emotionale Fiktion und ich finde das hat sie in gekonnter Manier umgesetzt. Palmen imitiert meisterhaft Hughes’ tatsächlichen Schreibstil, seine Sprachgewalt und seine Vorliebe für Mythologie. Ich bin auf morbide Weise fasziniert von der Nähe zu beiden tragischen Protagonisten, für mich klingt es nachfühlbar, hat emotionale Kraft und Tiefe. Ich glaube, das war mein vierter oder fünfter Roman der Autorin , und immer wieder empfinde ich Hochachtung und Faszination .

    21. Mai 2026

  • „Für die meisten Menschen existieren wir, meine Braut und ich, nur in Büchern…“

    Du sagst es „Für die meisten Menschen existieren wir, meine Braut und ich, nur in Büchern. In den vergangenen fünfunddreißig Jahren habe ich mit ohnmächtigem Grauen zusehen müssen, wie unser wahres Leben unter einer Schlammlawine aus apokryphen Geschichten, falschen Zeugnissen, Gerüchten, Erfindungen, Mythen verschüttet wurde...und da war sie die zerbrechliche Heilige und ich der brutale Verräter. Ich habe geschwiegen. Bis jetzt.“ Die fiktive Autobiografie von Sylvia Plath und Ted Hughes, dem berühmtesten Liebespaar der modernen Literatur, ist ein in melancholischer Atmosphäre geschriebener Monolog, auf den ich mich leider erst sehr spät, ja fast am Ende des Buches einlassen konnte. Manchmal erkennt man erst nach einer Weile - dann, wenn einem das Buch nämlich nicht mehr aus dem Kopf geht und eine gewisse Stimmung, die beim Lesen entstanden ist noch lange nachhallt - wie sehr einen die Geschichte unterschwellig doch gefangen nimmt. So ging es mir mit meinem ersten Roman von Connie Palmen. Ich wollte mal eben zwischendurch schnell ein kleines dünnes Büchlein lesen, gewissermaßen eine kleine „Verschnaufpause“ machen, während eines mehrere tausend Seiten langen Mammutwerkes. Leider bin ich etwas zu schnell durch die wenigen Seiten geflogen. In „Du sagst es“ kümmert sich Ted Hughes aufopferungsvoll sieben Jahre lang, bis zu ihrem Tod, um seine labile Frau und stellt seine eigenen Belange dabei immer wieder in den Hintergrund. „Ich hörte auf ihre Wölfe, war aber taub für die meinen. Ich las ihr Drama und lies mein Skript zugeklappt“ Doch gefangen in einer tragischen und selbstzerstörerischen Ehe stürzt er sich irgendwann in eine Affäre, obwohl seine Frau stark depressiv und suizidgefährdet ist. Ihre Selbstmordgedanken teilt sie ihm immer wieder versteckt in ihren deprimierenden und lakonischen Gedichten mit. In ihnen begegnet er, in der Gestalt seiner Frau, seinen eigenen Dämonen. Seine Affäre beschert ihm ganz allmählich das zurückkehrende Gefühl, wieder Zugang zu seiner Seele zu bekommen. Nach Sylvia Plaths Suizid wurde ihr Mann damals von der Öffentlichkeit wie ein Verräter dargestellt. Connie Palmen lässt ihn auf seine Ehe zurückblicken und wirft die Frage auf: Wieviel muss ein Mensch ertragen, bevor er anfängt an sich selbst zu denken? Man sollte stets vorsichtig mit Schuldzuweisungen sein. „In einer Liebe kann man nie nur einem die Schuld geben, schon gar nicht an einem Selbstmord.“ Connie Palmen schreibt so gut! Die enorme Wirkung, die ihr Roman auf mich ausgeübt hat, entfaltet sich erst jetzt, aber dafür mit voller Wucht!

    „Für die meisten Menschen existieren wir, meine Braut und ich, nur in Büchern…“

    10. Sept. 2022

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Connie Palmen

Connie Palmen, geboren 1955, studierte Philosophie und Niederländische Literatur und lebt in Amsterdam. Ihr erster Roman ›Die Gesetze‹ erschien 1991 und wurde gleich ein internationaler Bestseller. Sie erhielt für ihre Werke zahlreiche Auszeichnungen, z. B. den renommierten AKO-Literaturpreis für den Roman ›Die Freundschaft‹ und den Libris-Literaturpreis 2016 für ›Du sagst es‹.

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