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Romane

Die Insel der Unschuldigen

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Über das Buch

1629 begibt sich die neunjährige Mayken mit ihrem Kindermädchen auf eine abenteuerliche Reise. Auf dem berühmtesten Schiff der holländisch-indischen Kompanie, der Batavia, will sie nach Java zu ihrem Vater, an den sie sich kaum noch erinnern kann. Fasziniert von dem Leben an Bord, erobert sie mit ihrer Neugier das riesige Schiff und gewinnt Freunde, wahre und falsche, auf Deck und unter Deck. Freunde, die ihr helfen zu überleben, als das Schiff auf ein Riff aufläuft und Chaos und Terror ausbrechen. 1989 ist der neunjährige Gil fasziniert von dem Schiffswrack der Batavia, das Wissenschaftler an der Küste vor einer kleinen Insel zu bergen versuchen. Seit dem Tod seiner Mutter lebt der Junge bei seinem Großvater, einem wortkargen Fischer, mit dem auf der Insel keiner etwas zu tun haben will. Das Leben mit dem alten Mann verstärkt in dem schüchternen Jungen das Gefühl der Einsamkeit. Doch vor allem bedrückt ihn, dass er nicht über die Geschehnisse nach dem Tod seiner Mutter reden kann.

Editionen (2)

ISBN9783832167318
VerlagDuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum16.04.24
Seitenzahl416

Rezensionen & Bewertungen

25 Bewertungen

11 Rezensionen

4,0

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  • gedankenlabor
    gedankenlabor

    289 Follower

    4,0

    𝒲𝑒𝓇𝒷𝓊𝓃𝑔[Rezensionsexemplar] "Die Insel der Unschuldigen" von Jess Kidd - übersetzt aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence - startet mit dem Aufbruch der Niederländischen Ostindien-Kompanie, der Batavia 1628. In diesem Zuge lernen wir die junge Mayken kennen, die sich mit ihrem Kindermädchen auf eben diesem Schiff befindet um zu ihrem Vater zu reisen. Mayken ist ein wissbegieriges und neugieriges Mädchen, und so geht sie während der Reise auf Erkundungstour und wird nicht nur Zeuge dessen, was oberhalb der Wasseroberfläche passiert, sondern schleicht sich auch unter Deck und gerät in so einige prekäre Situationen und an Menschen, die ihr nicht immer wohlgesonnen sind... Zudem gibt es ein dramatisches Schiffsunglück und einige Passagiere und Besatzung stranden auf einer Insel. Hier erfahren wir als Leser sehr deutlich, wie sehr der Mensch in sich voller Schatten und Gewalt sein kann und ich musste mehr als einmal wirklich schlucken und habe mit Mayken bis zuletzt gebangt... mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, denn gleichzeitig haben wir noch einen zweiten Erzählstrang, in dem wir 1989 den jungen und schüchternen Gil begleiten, der auf Beacon Island ein doch schweres Leben zu führen hat. Im Bezug auf Gil ist es wohl die Einsamkeit, die hier eine tragende Rolle übernimmt und zeigt, wie schwierig Familie und das leben in dieser sein kann.  Beide Erzählstränge sind ab einem Punkt natürlich miteinander verbunden, jedoch muss ich sagen, dass mir persönlich dieser Verbindung insgesamt einfach zu wenig Tiefe gewidmet wurde und ich mehr das Gefühl hatte zwei ganz eigene Geschichten zu lesen.  Insgesamt konnte ich mich in Mayken's Zeit und Leben am meisten hineinfühlen und kam nicht umhin hier am Ende auch das ein oder andere Tränchen zu vergießen.  "Die Insel der Unschuldigen" von Jess Kidd war für mich theamtisch unheimlich interessant und ist definitiv nachträgliche Recherche im Bezug auf das Unglück wert und beinhaltet zudem zwei junge Protagonisten, die ganz viel zu erzählen und zu erleben haben, was mitunter eine Schwere und eine dunkle Seite mit sich bringt, dessen sollte man sich im Vorfeld vielleicht bewusst sein. Auch wenn es für mich zwar kein Lesehighlight war, so würde ich das Buch dennoch gerne jedem ans Herz legen, der zum einen interessiert an der Thematik ist und zudem gerne in verschiedenen Zeiten liest und das Leben junger Charaktere gern begleitet, auch wenn es Tragik mit sich bringt. #leseempfehlung  __ #dieinselderunschuldigen #jesskidd #dumontverlag #lesetipp #bookworm #bücherliebe #vielleser #booksmakemefeel #gedankenlabor #bibliophile #bookstagram #bookstagramgermany

    10. Mai 2023

  • mikka.liest
    mikka.liest

    108 Follower

    4,0

    Lass mich meine Eindrücke in Worte fassen: »Fesselnd«, »düster« und »traurig«? Mhm-hm. »Bewegend«? »Überraschend«? »Tragisch«? Ja, ja und abermals ja. Diese eindringliche Geschichte entfaltet eine enorme Sogwirkung, obwohl sie alles andere als leichte Unterhaltung ist – und manchmal nur schwer zu ertragen. Ich taste mich weiter voran: »Einfallsreich«? »Tiefgründig«? Auf jeden Fall. Und »grauenvoll«, oh ja. Die Autorin lässt in zwei Handlungssträngen – einer spielt in 1628/1629, einer in 1989 – zwei neunjährige Kinder auftreten, deren Schicksal deutliche Parallelen aufweist. Beide haben kürzlich ihre Mütter verloren und kennen ihre Väter nicht; beide brechen mit konventionellen Erwartungen. Mayken, ein Mädchen ‘aus gutem Hause’, treibt sich lieber als Junge verkleidet unter Deck herum. Gil, der eigentlich seinem Großvater beim Fischen zur Hand gehen soll, trägt gerne schöne Kleidung und Lippenstift. Beide Kinder sind vielschichtige Charaktere, die nicht rührselig auf ihr herzzerreißendes Schicksal reduziert werden. Durch ihre Augen wirken die Geschehnisse und die anderen Charaktere oft wie direkt aus einem Märchen gegriffen, und dennoch glaubhaft und schlüssig. Kidd greift eine historische Begebenheit auf: den Schiffbruch der Batavia, der 1629 in einem Massaker endete. Sie verbindet diesen ganz realen Horror mit magischem Realismus und Folklore, um menschliche Abgründe auszuloten – und das mit schonungsloser Ehrlichkeit. Dieses Miasma von Trauma, Verlust und Gewalt schnürt dir als Leser:in die Kehle zu, und doch, und doch … Der wunderschöne Schreibstil geleitet dich durchs finstere Tal; hier und dort blitzen als Leuchtfeuer die positiven Aspekte der menschlichen Natur auf, wie ein selbstloses Geschenk oder ein Moment des stillen Trostes. Die Autorin brilliert mit einer einzigartigen Erzählweise voller Atmosphäre und lebendiger Bilder – und einer Prise Humor, die hilft, das Unerträgliche erträglich zu machen. Dennoch solltest du das Buch in dem Wissen beginnen, dass dich eine schmerzlich bedrückende Handlung erwartet. Doch in meinen Augen lohnt sich das, denn Jess Kidd entwirft ein bestechendes Panorama der menschlichen Seele.

    10. Juli 2023

  • librovore
    librovore

    161 Follower

    ⛵️ [Werbung unbezahlt. Rezensionsexemplar.] Rezension zu „Die Insel der Unschuldigen“ von Jess Kidd, übersetzte von Werner Löcher-Lawrence, erscheint heute am 18. April 2023 im DuMont Buchverlag (Hardcover, 25€, 475 Seiten). Jess Kidd ist schon lange eine meiner liebsten Autorinnen. Jede ihrer Geschichten faszinierte mich auf ganz unterschiedliche Weise und jedes Buch wird anstandslos gekauft (auch ohne das Durchlesen des Klappentexts). In dem neuesten Werk von Jess Kidd „Die Insel der Unschuldigen“ nimmt sie uns mit auf das Schiff Batavia und nach Beacon Island (der Fall zur Batavia beruht auf einer wahren Begebenheiten). Wir begleiten unsere beiden Protagonist*innen Mayken und Gil auf zwei Zeitebenen - Mayken ist im Jahr 1628 auf der Batavia unterwegs; Gil ist knapp 360 Jahre später im Jahr 1989 auf der Insel, wo die Batavia auf Riff gelaufen ist. Zwei unterschiedliche Schauplätze, zwei völlig verschiedene Kinder - und daraus zaubert Jess Kidd eine mystische, geheimnisvolle, zum Teil brutale Geschichte über Freundschaft, Tod, Verlust und kindliche Abenteuer. Mayken ist ein abenteuerlustiges Mädchen, sie bringt sich selbst auch gerne mal in schwierige und gefährliche Situationen. Angst kennt sie dabei aber kaum. Und Gil? Er scheint das genaue Gegenteil zu Mayken zu sein: ein traumatisierter, sensibler Junge, der es in seinem bisherigen Leben nicht immer leicht hatte. Beide Charakter sind nahezu perfekt ausbalanciert und so auch die Kapitel, in denen ihre Geschichten erzählt werden. Wie Jess Kidd die Puzzleteile zusammenfügt ist ihr (mal wieder) meisterlich gelungen. Am Anfang musste ich mich aber auf die Geschichte einlassen, denn sie ist doch ganz anders als beispielsweise „Der Freund der Toten“. Nachdem ich das aber akzeptiert habe, konnte ich mich vollends auf „Die Insel der Unschuldigen“ konzentrieren und den Roman genießen (sofern „genießen“ das richtige Wort ist). Jess Kidd erzählt von realen und fiktiven Monstern, von menschlichen Abgründen: Wie tief kann der menschliche Abgrund sein? Wie kommt es, dass ein Mensch dort hin gelangt? Wie schafft man es dort wieder raus, oder ist das überhaupt nicht möglich? „Die Insel der Unschuldigen“ von Jess Kidd ist anders, konnte mich aber komplett abholen. Nicht nur die Zeitebenen waren gelungen, sondern vor allem auch die grandios ausgereiften Figuren und ihre eigenen Geschichten. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, muss aber auch dazu sagen, dass man für den Roman auch in der richtigen Stimmung sein muss. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an dem DuMont Buchverlag für die Rezensionsexemplare! ♥️ Meike und ich haben zu dem Roman eine Podcast-Folge aufgenommen - ich würde mich sehr freuen, wenn ihr bei @vonhierunddannnichtweiter reinhören würdet. (Wer übrigens mehr über den realen Fall des Schiffs Batavia hören will, dem empfehle ich an dieser Stelle auch sehr gerne die Folge „#3 Das Schicksal der Batavia - 1629 war mehr Verbrechensbingo“ vom Podcast „Früher war mehr Verbrechen“.)

    18. Apr. 2023

3 von 11 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Jess Kidd

JESS KIDD, 1973 in London geboren, hat Literatur an der St Mary’s University in Twickenham studiert. Bei DuMont erschienen 2017 ihr Debütroman ›Der Freund der Toten‹, der auf der Krimibestenliste stand, sowie die Romane ›Heilige und andere Tote‹ (2018), ›Die Ewigkeit in einem Glas‹ (2019) und ›Die Insel der Unschuldigen‹ (2023). Jess Kidd lebt in West London.

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