Blick ins Buch

Historische Romane

Der Zorn der Flut

4,1(19)
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Über das Buch

Die Katastrophe, die das Gesicht der Nordseeküste für immer veränderte …

Im Winter des Jahres 1361 ist die Natur besonders unbarmherzig, Wind und Wellen peitschen gegen das Land. Deichbauer Folkert sieht mit Sorge, wie verwundbar der vernachlässigte Flutschutz seine Heimat macht. Doch seine Warnungen verhallen ungehört. Auch sein Bruder Auke sorgt sich mehr um die Herrschaftsansprüche der dänischen Krone. Er kämpft mit allen Mitteln für die friesische Freiheit – und für seine große Liebe Griet. Von der wird als Tochter des dänischen Statthalters erwartet, zum Vorteil der Familie zu heiraten. Soll sie sich fügen? Oder rebellieren? Dann kommt der 16. Januar 1362. Die Deiche brechen. Und nach der Flut ist nichts mehr, wie es vorher war …


Ein Roman über eine der größten Naturkatastrophen, die Deutschland je erschüttert hat: die Marcellusflut von 1362.

Politische und soziale Spannungen, Familienkonflikte, verbotene Liebe – Hendrik Lambertus spinnt ein episches Panorama des mittelalterlichen Frieslands.

Editionen (1)

ISBN9783499008320
VerlagROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum15.11.22
Seitenzahl592

Merkmale

1 Bewertungen

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Rezensionen & Bewertungen

19 Bewertungen

5 Rezensionen

4,1

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  • nettebuecherkiste
    nettebuecherkiste

    129 Follower

    4,0

    Tatsächlich mal ein historischer Roman, der, zumindest im späteren Verlauf, nicht nach Schema F abläuft.

    Uthlande, 1361. Rungholt bildet das Zentrum der Edomsharde. Auke ist der älteste Sohn eines Großbauern und rebelliert mit Überfällen auf die Steuereintreiber gegen die Abgaben des Dänenkönigs Waldemar. Schon lange fühlt er sich der Tochter des Stallers, Griet, verbunden, was auf Gegenseitigkeit beruht. Durch seine Aktionen macht er sich beim Staller allerdings nicht gerade beliebt. Aukes Bruder Folkert wurde zum Deichbaumeister ausgebildet. Er hat große Befürchtungen, was den Torfabbau zwecks Salzgewinnung in der Region angeht, denn hierdurch senkt das Land sich ab und wird anfälliger für Stürme. Derweil beschließt in Hamburg der junge Kaufmann Wullenwever, dass seine nächste Handelsfahrt nach Rungholt gehen wird. Hendrik Lambertus' historischer Roman rund um die "grote Mandränke", auch Marcellusflut genannt, scheint zunächst einigermaßen vorhersehbar, was nicht nur daran liegt, dass man als Leser*in natürlich weiß, dass die große Sturmflut, die Rungholt und zahlreiche Dörfer in den Uthlanden vernichten wird, kommen wird. Auch die Personenkonstellation ist zunächst einmal ein deutliches Signal dafür, wohin das alles führt. Ich hatte mir von diesem Roman eine detailliertere Schilderung der schrecklichen Sturmflut gewünscht, als ich sie in "Die Glocken von Rungholt" von Anna Katharina Wasle gelesen habe (das soll indes keine Kritik an Wasles Buch sein, das einfach einen anderen Fokus hat), und die habe ich bekommen. Soweit war ich also zufrieden, doch, nanu, nach der Flut war noch ein erheblicher Anteil Buch übrig. Der sich mit den Folgen der Flut beschäftigt, über die ich mir bisher nicht allzu viele Gedanken gemacht hatte. Und das rechne ich dem Autor hoch an, denn die Konsequenzen waren viel weitreichender, als ich das vermutet hätte. Mir gefiel die Richtung, in die das Buch nun ging, für die Figuren, in deren Schicksal ich inzwischen doch einigermaßen "invested" war (Lieblingsfigur: definitiv Folkert), zunächst nicht besonders gut, ich änderte meine Meinung hierzu jedoch, denn im Gegensatz zu den ersten Teilen des Buchs folgt der Autor hier nicht dem Schema F für historische Romane, sondern schildert die harte Realität von Menschen, die alles verloren haben und in dem verzweifelten Versuch, irgendwie zu überleben, auch teilweise sich selbst verlieren. Denn dabei greifen sie auf drastische Maßnahmen zurück, die ich nicht näher benennen will, weil das ein Spoiler wäre, aber ich habe nach der Lektüre etwas recherchiert und, tatsächlich, es gab so einige Menschen, die nach der Sturmflut auf diese Methoden zurückgriffen. Insofern hat mir dieser Roman insgesamt wirklich gut gefallen. Ich kann das Buch also jenen empfehlen, die sich literarisch mit dem Untergang Rungholts und seinen Konsequenzen beschäftigen wollen.

    9. Juni 2026

  • floetenfisch
    floetenfisch

    75 Follower

    3,0

    „Der Zorn der Flut“ von Hendrik Lambertus ist ein düsterer und atmosphärischer Roman, der geschickt Elemente von Mystery, Thriller und Gesellschaftskritik miteinander verbindet. Die Geschichte entfaltet sich in einer Welt, die durch Umweltzerstörung und soziale Spannungen geprägt ist – ein Setting, das bedrückend aktuell wirkt. Lambertus’ Schreibstil ist präzise und eindringlich, seine Charaktere facettenreich und glaubwürdig. Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie er das Element Wasser als bedrohliches und zugleich faszinierendes Motiv durch die gesamte Handlung zieht. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. „Der Zorn der Flut“ von Hendrik Lambertus behandelt mehrere zentrale Themen, die die Handlung und die Charaktere prägen: Naturkatastrophen und ihre Folgen: Das Buch dreht sich um die historische Marcellusflut von 1362, eine der verheerendsten Sturmfluten in der Geschichte Deutschlands. Die Zerstörung und die menschlichen Tragödien, die damit einhergehen, stehen im Mittelpunkt der Erzählung. Politische und soziale Spannungen: Die Geschichte spielt in einer Zeit, in der die friesische Bevölkerung unter der Herrschaft der dänischen Krone leidet. Konflikte um Macht, Freiheit und soziale Ungleichheit sind zentrale Elemente. Familienkonflikte und persönliche Schicksale: Die Figuren sind in komplexe familiäre und gesellschaftliche Zwänge eingebunden. Besonders die Protagonistin Griet muss sich zwischen Pflicht und persönlichem Glück entscheiden. Liebe und Rebellion: Neben den politischen und sozialen Themen gibt es auch eine starke romantische Komponente. Die verbotene Liebe zwischen Griet und Auke steht stellvertretend für den Kampf gegen gesellschaftliche Normen.

    18. Mai 2025

  • gedankenlabor
    gedankenlabor

    289 Follower

    5,0

    𝒲𝑒𝓇𝒷𝓊𝓃𝑔[Rezensionsexemplar] >>...Die Welt, die sie kannte, war über Nacht fortgespült worden wie ein Gebilde aus Stöckchen und Muscheln, das ein törichtes Kind im Watt gebaut hatte.<< "Der Zorn der Flut" von Hendrik Lambertus ist ein historischer Roman, der im Winter 1361 beginnt und innerhalb der Zeit rund um die Marcellusflut (1362) spielt. Wir begleiten zum einen die Brüder Auke und Folkert, die so ganz unterschiedliche Wege gehen. Während Auke an Herrschaftsansprüchen und der Befreiung seiner großen Liebe Griet interessiert ist, versucht Folkert vor der großen Sturmflut zu warnen, doch es kommt wie es kommen muss... Die Naturkatastrophe tost über das Land und verändert einfach alles... Mir hat die Geschichte wirklich sehr gefallen, Hendrik Lambertus konnte mich gleich zu Beginn schon in den Bann seiner Geschichte ziehen und wartete besonders mit einem tollen Setting auf. Es zog mich schnell in die längst vergangene Zeit und hielt verschiedene Blickwinkel bereit, die mir die Charaktere teilweise sehr nah brachten! Besonders ins Herz geschlossen habe ich Griet und Janne, zwei unglaublich starke und mutige Frauen ihrer Zeit, die mich mitunter sehr beeindruckt haben!  Insgesamt empfand ich die Geschichte als gemächlich erzählt, dennoch gespickt mit spannenden Szenerien und Wendungen, die ich teilweise so nicht habe kommen sehen.  Meinen Lesenerv hat das Buch definitiv getroffen und wer historische Geschichten mag, die sich rund um historische Begebenheiten drehen, und zudem der Nordseeküste zugetan ist, dem kann ich das Buch sehr empfehlen!📖💖

    17. Nov. 2022

3 von 5 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Hendrik Lambertus

Dr. Hendrik Lambertus wurde 1979 geboren und studierte in Tübingen Skandinavistik, ältere Germanistik und Indologie, anschließend promovierte er mit einer Arbeit über die spätmittelalterliche Literatur Islands. Noch heute beschäftigt er sich im Zuge seiner wissenschaftlichen Lehrtätigkeit mit alten Texten aus verschiedenen Kulturräumen, was ihm ebenso als Inspiration für sein eigenes Schreiben dient. Seit 2011 betreibt er als freiberuflicher Schreibcoach die Schreibwerkstatt „Satzweberei“ und veröffentlicht Bücher in unterschiedlichen Genres. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Bremen.

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