Der Meister und Margarita

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Über das Buch

Editionen (22)

ISBN9783899965070
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Erscheinungsdatum31.12.06

Rezensionen & Bewertungen

350 Bewertungen

48 Rezensionen

4,0

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  • east
    east

    830 Follower

    4,5

    Ein Teil jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft

    Seltsame Dinge geschehen in Moskau. Zunächst kommt ein Zeitschriftenvorsitzender unter einigermaßen rätselhaften Bedingungen ums Leben, dann trifft es immer mehr Menschen: Unerklärliche Dinge geschehen, Menschen verlieren den Verstand oder gehen ganz verloren. Den wenigen, die versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen, glaubt niemand ein einziges Wort, nur einer, der Meister, ein Schriftsteller in Schwierigkeiten, erkennt, was wirklich passiert: Der Teufel ist in der Stadt… Michail Bulgakow lädt den Leser mit seinem Hauptwerk, „Meister und Margarita“, auf eine Reise ins Moskau der 1930er Jahre ein. Zwischen Realität und Fantasie baut er eine Brücke, um der Gesellschaft seiner Zeit einen Spiegel vorzuhalten. Kein Wunder also, dass das Werk in Russland erst Jahrzehnte später veröffentlicht wurde. Inspiriert wurde Bulgakow wohl von Faust und anderen Erzählungen über das Wirken des Teufels, doch er fügt dem ganzen einen ganz neuen Ton bei. Bitterböse sarkastisch betrachtet er die Moskauer Gesellschaft und nimmt die Politik der Zeit aufs Korn, kritisiert Zensur und das Leben in Angst unter Stalin und dem Sowjetregime, spart dabei nicht mit schwarzem Humor. Erzählt wird auf drei verschiedenen Ebenen, das Bild, das der Autor wohl im Kopf hatte, setzt sich allerdings erst ganz zum Schluss zusammen. Vorher kann das Buch einigermaßen verwirrend sein. Genau darin liegt aber auch sein Charme, es geschehen unzählige absolut absurde (und auf jeder Seite moralisch fragwürdige) Dinge, die dem Leser auf erstaunlich unterhaltsame Weise nähergebracht werden. Trotz all seiner möglichen Interpretationsebenen, seinem bewusst chaotischen und zunächst zusammenhanglos wirkenden Erzählstil, trotz sehr vieler verschiedener Charaktere und Perspektiven erweist sich der Roman als auch erstaunlich einsteigerfreundlicher Klassiker mit lockerem und auf seine ganz eigene Weise mitreißenden Schreibstil. Es stört bei diesem Buch gar nicht, wenn man keine Ahnung hat, wo die Reise enden soll, der Weg ist das Ziel und der wiederum ist ein äußerst wilder Ritt, der noch lange nach dem Beenden des Buches als fasziniertes Fragezeichen nachhallt.

    Ein Teil jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft

    8. März 2026

  • wedalou
    wedalou

    82 Follower

    5,0

    Meisterhafter Klassiker! Auch beim erneuten Lesen überfällt mich die gleiche oder auch erweiterte Faszination. Welch wilder Ritt, tanzend durch die Genres, konfrontiert mit dem Guten und Bösen, mit Spiritualität und Teufel, mit scharfer Kritik und unbändiger Liebe. Ein ironisch-satirischer Blick auf Moskau, samt Politik, Bürokratie und Stalin selbst. Wer sich diese Kombination vorstellen kann, gepaart mit viel Magie und skurrilen Ideen, es mag zu recherchieren, weil hinter jedem Satz, eine gewichtige Bedeutung stecken könnte, sollte unbedingt diesen Roman lesen! Auch sehr empfehlenswert innerhalb einer Leserunde, viel Stoff zum Diskutieren ✨

    9. März 2026

  • arthurzturm
    arthurzturm

    174 Follower

    5,0

    Michail Bulgakows "Der Meister und Margarita" ist nicht nur ein Roman, es ist ein literarisches Phänomen, ein tiefschwarzes, funkelndes Juwel der Weltliteratur. Dieses posthum (und zunächst zensiert) veröffentlichte Werk ist eine einzigartige Mischung aus grotesker Satire, philosophischer Tiefe und einer zärtlichen, unzerstörbaren Liebesgeschichte. ​Die Genialität des Romans liegt in seiner Struktur, die auf drei Ebenen operiert und sie meisterhaft miteinander Verknüpft. ​Die Moskauer Satire: Im Zentrum steht der Besuch des Teufels Woland und seines anarchischen Gefolges – allen voran der riesige Kater Behemoth – im atheistischen Moskau der 1930er Jahre. Diese Ebene ist eine beißende und oft urkomische Abrechnung mit der sowjetischen Bürokratie, dem Opportunismus der Literaten und der Korruption der Wohnungsverwaltung. Wolands "magische" Auftritte dienen als diabolische Abrechnung, bei der die Lügen und die Gier der Moskowiter auf spektakuläre Weise entlarvt werden. ​Der Meister und Margarita: Hier entfaltet sich die herzzerreißende Liebesgeschichte zwischen dem namenlosen, verzweifelten Autor (dem Meister), der seinen Roman verbrennt und in der Psychiatrie landet, und seiner tapferen Geliebten (Margarita). Ihr Bund, der „wahre, ewige Liebe“ beweist, wird zum moralischen Kern der Geschichte. Margaritas Teufelspakt und ihre Verwandlung in eine Hexe, um den Meister und sein Werk zu retten, bilden den dramatischen Höhepunkt. ​Der Roman im Roman: Eingestreut in die Hauptgeschichte ist der Roman des Meisters über Pontius Pilatus und die Kreuzigung von Jeschua Ha-Notsri (Jesus). Diese tiefgründige, dramatische Erzählung stellt Fragen nach Feigheit, Macht und Gewissen. Sie dient nicht nur als thematischer Spiegel zur Moskauer Geschichte, sondern ist auch der Schlüssel zur Erlösung der Hauptfiguren. ​Fazit ​Bulgakow hat mit diesem Werk ein mutiges Denkmal gegen den Totalitarismus gesetzt. Er thematisiert, wie Kunst unterdrückt wird ("Manuskripte brennen nicht!"), wie Feigheit die größte aller Sünden ist und wie wahre Liebe selbst den Teufel erweichen und über den Tod hinaus wirken kann. ​"Der Meister und Margarita" ist ein Buch, das man nicht nur liest, sondern erlebt. Es fordert heraus, amüsiert und rührt tief. Es ist ein Meisterwerk des Magischen Realismus, das seine Relevanz niemals verlieren wird. ​Bewertung: Ein Muss für jeden Liebhaber der Weltliteratur. Ein Chaos voller Witz, Wunder und Weisheit.

    7. Okt. 2025

3 von 48 Rezensionen

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