Blick ins Buch

Romane

Alle wissen hier alles

3,9(76)
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Über das Buch

»Glück ist gar nicht das, was ich anstrebe«
Martina Voß kennt sich aus mit den nicht so schlimmen Kleinigkeiten, die einer Frau zustoßen können. Deshalb nimmt sie ohne lange nachzudenken Kasia und ihre Tochter auf. Platz hat sie in ihrem großen Haus, nachdem sie sich von ihrem Mann getrennt hat.

Außerdem ist Sommer, und die Welt verliert ihre Ecken und Kanten, wenn die beiden Frauen Apfelsaft mit Wodka trinken. Aber lange kann das nicht gutgehen. Denn im Dorf wissen immer alle alles.

Zielstrebig und intelligent, ohnmächtig und töricht: Als unzuverlässige Erzählerin bietet diese Heldin keine einfachen Wahrheiten an. Ein Roman der leisen, fast unbewussten Revolte und eine verunsicherte Heldin, die uns unrettbar in ihre Welt mitnimmt.

»Krügel schreibt mit Gefühl, schwarzem Humor und Wucht.« Emotion

Für Leser:innen von Julia Schoch und Claudia Schumacher

ISBN9783492060936
VerlagPiper
Erscheinungsdatum01.08.24
Seitenzahl208

Merkmale

1 Bewertungen

LangsamEinfachAnschaulichVerstörendGlaubwürdigVielschichtig

Rezensionen & Bewertungen

76 Bewertungen

14 Rezensionen

3,9

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  • bookishbee
    bookishbee

    129 Follower

    Martina und Kasia sind meine stillen Heldinnen!

    Jede, die auf ein Dorf zieht kennt sie. Die kleinen Alltagssituationenbei bei bei denen einfach kein Zugang zu einer Gemeinschaft zu finden ist, wenn man immer außen vor zu sein scheint, anders ist, Menschen permanent über dich urteilen, sprechen und dazu auch noch solch seltsame Dinge geschehen.... Was Martina und Kasia mit ihren Töchtern hier erdulden, aushalten und abfangen gleicht einem fortwährenden Albtraum, welche Martina nachts immer wieder erleidet. Wenn man so wie sie, oft müde und in Sorge um das Kind und alles drumherum ist, verschwimmen Realität und Fiktion zu unangenehmenen Horrorszenarien. Und an Vorstellungskraft mangelt es den beiden Frauen wahrlich auch nicht. Die beiden müssen zu viel ertragen. Alle Mitbürger scheinen sich gegen sie zu wenden. Alle haben sich gegen die beiden verschworen und stecken unter einer Decke... Wem kann man eigentlich überhaupt noch trauen? Alle wissen hier alles hat mich mit einer feinen und so genauen Beobachtungsgabe nachhaltig beeindruckt. Wie die Situation immer mehr eskaliert liest sich beklemmend glaubwürdig.

    Martina und Kasia sind meine stillen Heldinnen!

    27. Mai 2026

  • fromme_helene
    fromme_helene

    116 Follower

    5,0

    Dieses schmale Buch (208 Seiten) hat mich ganz schnell gefangen genommen und obwohl so viele sensible Themen aufgegriffen werden, war es niemals überfrachtet. In kurzer Zeit entwickeln sich Konflikte und Bedrohungen aus Beendigung einer Ehe, vor dörflichen Strukturen mit verkrusteten weiblichen Rollenbildern, aus Überforderungsgefühlen, Ängsten vor Gewalt, unverarbeiteten Traumata und einem Aufbegehren gegen vorgeschriebenen Verhaltensmustern. Dieses Buch reicht keine Lösungen oder kittet alles mit einer neuen Liebe, es konfrontiert mit Ausweglosigkeit, zwingt zu Kompromissen und gibt Fehlverhalten und Verzweiflung Raum. Im Mittelpunkt steht Martina, die nicht mitansehen kann, wie einer anderen Frau Gewalt angetan wird. Ihre helfende Hand ist aber auch gleichzeitig eine Suche nach Orientierung und Neuausrichtung. Martina reibt sich an den alten Rollenvorgaben, nach denen die Dorfgemeinschaft funktioniert. Gleichzeitig findet sie aber auch in sich selbst keine Sicherheit und erzählt Geschichten über eine Welt voller Möglichkeiten. Sie belässt es nicht bei verbalen Provokationen, sondern überschreitet die engen moralischen Grenzen. Gekonnt spitzt die Autorin die Situation der beiden Frauen immer weiter zu bis ein Ausweg nur noch in Träumerei möglich zu sein scheint. Empfehlung für Fans von realistischen Alltagskonfrontationen von Frauen und Mütter. (Unzuverlässige Erzählerin)

    12. Apr. 2026

  • travelbirdcat
    travelbirdcat

    34 Follower

    4,0

    Uff, das Ende. Meine Güte! Darauf war ich trotz allem nicht vorbereitet. Die Geschichte hat mich gepackt. 😢

    5. Juni 2026

3 von 14 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Mareike Krügel

Mareike Krügel, 1977 in Kiel geboren, wurde für ihr Werk mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, unter anderen mit dem Friedrich-Hebbel-Preis. Bis heute erschienen von ihr sechs Romane, zuletzt »Schwester« und »Alle wissen hier alles«. Mareike Krügel lebt zusammen mit dem Schriftsteller Jan Christophersen und den gemeinsamen Kindern an der Schleswig-Holsteinischen Küste.

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