
20 Follower
Atmosphärisch, tragisch, spannend - wieder ein Volltreffer.
3. Juni 2025
Atmosphärisch, tragisch, spannend - wieder ein Volltreffer.
3. Juni 2025
Blick ins Buch
„Alex Beer recherchiert fantastisch und schreibt unfassbar spannend! Trotzdem werde ich nie wieder einen Emmerich-Krimi von ihr lesen. Ich möchte sie nur noch hören! Obonya spricht jede einzelne Figur genial! Er ist der Freddie Mercury des Hörbuchs!“ Bestseller-Autor Andreas Gruber
(6 CDs, Laufzeit: ca. 7h 37)
51 Bewertungen
10 Rezensionen
4,5
4,5
Tippen zum Filtern
Tippen zum Filtern

20 Follower
3. Juni 2025
3. Juni 2025

433 Follower
Als ich „Der dunkle Bote” aufschlug, erwartete mich wieder das Wien, das ich aus den vorherigen Fällen kenne, nebelverhangen, klirrend kalt, von Not gezeichnet. Und tatsächlich, die eisüberzogenen Leichen, die verstümmelten Opfer, die frostigen Gassen, Alex Beer weiß, wie man Atmosphäre schafft. Doch diesmal fühlte es sich an, als würde ich durch ein überfülltes Schaufenster blicken: zu viele Auslagen, zu viele Geschichten, zu viel auf einmal. Ich bin wieder gerne mit Kommissar Emmerich durch Wien gestreift, dass Lokalkolorit der frühen 1920er Jahre kommt auch im dritten Band voll zur Geltung. Die bittere Kälte, die Armut, die Jugendgangs, der Drogenhandel, die politischen Verwerfungen. Beer zeichnet ein eindringliches Gesellschaftsbild der Nachkriegszeit. Der eigentliche Kriminalfall um den „dunklen Boten”, der seine Opfer nach Dantes „Göttlicher Komödie” richtet, ist originell konstruiert und bietet genug Spannung. Die historische Authentizität ist beeindruckend. Beer versteht es, die Verzweiflung und Brutalität der Nachkriegsjahre spürbar zu machen. Emmerich bleibt eine vielschichtige Figur, sein Assistent Winter entwickelt sich weiter, und die düstere Grundstimmung trägt durch die Seiten. Die Verbindungen zu unserer Zeit, politische Radikalisierung, gesellschaftliche Spaltung, sind auch hier wieder erschreckend aktuell. Doch genau hier liegt das Problem. Das Buch will zu viel. Der Mordfall allein hätte gereicht, aber Beer packt noch einen zweiten, dritten, vierten Handlungsstrang dazu. Am meisten störte mich Xaver Koch, der zurückgekehrte Ehemann. Seine Transformation vom brutalen Kriegsheimkehrer zum Superhirn der Wiener Unterwelt, das mit Waffenlieferungen und politischen Intrigen jongliert, wirkte für mich überzogen und konstruiert. Hier wurden Versatzstücke verwendet, die ich so schon in anderen Krimis gelesen habe. Der traumatisierte Soldat als Erzschurke, die Unterweltambitionen, die revolutionären Pläne mit Béla Kun. Es war zu viel Gewolltes, zu viele Ideen, die um Aufmerksamkeit konkurrierten, statt sich gegenseitig zu stärken. Am Ende fühlte sich „Der dunkle Bote” für mich an wie ein Mosaik mit zu vielen Steinen. Einzelne Teile sind beeindruckend, aber das Gesamtbild wirkt überfrachtet. Die atmosphärische Dichte kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier mehrere Bücher in eines gepresst wurden. Wer die Reihe schätzt, wird trotzdem auf seine Kosten kommen. Ich hätte mir mehr Fokus und weniger Ambition gewünscht.
27. Nov. 2025
Als ich „Der dunkle Bote” aufschlug, erwartete mich wieder das Wien, das ich aus den vorherigen Fällen kenne, nebelverhangen, klirrend kalt, von Not gezeichnet. Und tatsächlich, die eisüberzogenen Leichen, die verstümmelten Opfer, die frostigen Gassen, Alex Beer weiß, wie man Atmosphäre schafft. Doch diesmal fühlte es sich an, als würde ich durch ein überfülltes Schaufenster blicken: zu viele Auslagen, zu viele Geschichten, zu viel auf einmal. Ich bin wieder gerne mit Kommissar Emmerich durch Wien gestreift, dass Lokalkolorit der frühen 1920er Jahre kommt auch im dritten Band voll zur Geltung. Die bittere Kälte, die Armut, die Jugendgangs, der Drogenhandel, die politischen Verwerfungen. Beer zeichnet ein eindringliches Gesellschaftsbild der Nachkriegszeit. Der eigentliche Kriminalfall um den „dunklen Boten”, der seine Opfer nach Dantes „Göttlicher Komödie” richtet, ist originell konstruiert und bietet genug Spannung. Die historische Authentizität ist beeindruckend. Beer versteht es, die Verzweiflung und Brutalität der Nachkriegsjahre spürbar zu machen. Emmerich bleibt eine vielschichtige Figur, sein Assistent Winter entwickelt sich weiter, und die düstere Grundstimmung trägt durch die Seiten. Die Verbindungen zu unserer Zeit, politische Radikalisierung, gesellschaftliche Spaltung, sind auch hier wieder erschreckend aktuell. Doch genau hier liegt das Problem. Das Buch will zu viel. Der Mordfall allein hätte gereicht, aber Beer packt noch einen zweiten, dritten, vierten Handlungsstrang dazu. Am meisten störte mich Xaver Koch, der zurückgekehrte Ehemann. Seine Transformation vom brutalen Kriegsheimkehrer zum Superhirn der Wiener Unterwelt, das mit Waffenlieferungen und politischen Intrigen jongliert, wirkte für mich überzogen und konstruiert. Hier wurden Versatzstücke verwendet, die ich so schon in anderen Krimis gelesen habe. Der traumatisierte Soldat als Erzschurke, die Unterweltambitionen, die revolutionären Pläne mit Béla Kun. Es war zu viel Gewolltes, zu viele Ideen, die um Aufmerksamkeit konkurrierten, statt sich gegenseitig zu stärken. Am Ende fühlte sich „Der dunkle Bote” für mich an wie ein Mosaik mit zu vielen Steinen. Einzelne Teile sind beeindruckend, aber das Gesamtbild wirkt überfrachtet. Die atmosphärische Dichte kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier mehrere Bücher in eines gepresst wurden. Wer die Reihe schätzt, wird trotzdem auf seine Kosten kommen. Ich hätte mir mehr Fokus und weniger Ambition gewünscht.
27. Nov. 2025

380 Follower
Den 3. Fall für August Emmerich von Leib und Leben fand ich richtig spannend. Wir befinden uns immer noch im Wien der Zwischenkriegszeit und die Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und das Chaos werden eindrücklich beschrieben. Die Menschen müssen sich an irgendetwas klammern, das ihnen Halt gibt, und suchen nach einem Ziel für ihr Leben. Dabei zeigt sich, dass gut und böse manchmal sehr nah beieinander liegen. Nach wie vor eine Empfehlung für Menschen, die historische Krimis mögen.
11. Feb. 2026
Den 3. Fall für August Emmerich von Leib und Leben fand ich richtig spannend. Wir befinden uns immer noch im Wien der Zwischenkriegszeit und die Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und das Chaos werden eindrücklich beschrieben. Die Menschen müssen sich an irgendetwas klammern, das ihnen Halt gibt, und suchen nach einem Ziel für ihr Leben. Dabei zeigt sich, dass gut und böse manchmal sehr nah beieinander liegen. Nach wie vor eine Empfehlung für Menschen, die historische Krimis mögen.
11. Feb. 2026
3 von 10 Rezensionen
Autorin / Autor
Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Nach »Der zweite Reiter«, ausgezeichnet mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteraur, und »Die rote Frau«, nominiert für den Friedrich Glauser Preis 2019 ist »Der dunkle Bote«, erneut ausgezeichnet mit dem Leo-Perutz-Preis sowie mit der MIMI 2020, der dritte, von den Fans lang erwartete Roman um Kriminalinspektor August Emmerich. Um es mit den Worten der Jury des Leo-Perutz-Preises zu sagen: »Was Alex Beer erzählt, betrifft auch die heutige Zeit, aber wie sie erzählt, lässt die ferne Vergangenheit lebendig werden.«
Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.




Bibliothek
Behalte den Überblick