Romane

Der Doppelgänger

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Über das Buch

In "Der Doppelgänger" entfaltet Fjodor Dostojewski die beklemmende Geschichte des kleinen Petersburger Beamten Jakow Petrowitsch Goljadkin, dessen geordnete, doch innerlich brüchige Existenz durch das Auftreten eines identischen, gesellschaftlich geschickteren Doppelgängers erschüttert wird. Die Novelle verbindet groteske Komik, psychologische Präzision und frühmoderne Bewusstseinsdarstellung; sie steht im Kontext der Petersburger Literatur Gogols, überschreitet deren satirische Tradition jedoch durch eine radikale Erforschung von Ich-Spaltung, sozialer Beschämung und paranoider Wahrnehmung. Dostojewski, 1821 in Moskau geboren, schrieb das Werk kurz nach seinem Erfolg mit "Arme Leute" und noch vor Verbannung, religiöser Neuorientierung und den großen Romanen der Reifezeit. Seine genaue Kenntnis bürokratischer Milieus, seine Sensibilität für Demütigung und seine lebenslange Beschäftigung mit Schuld, Freiheit und Identität verdichten sich hier zu einem frühen Experiment, das bereits zentrale Motive seines späteren ¿uvres ankündigt. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die nicht nur eine düstere Erzählung über Wahnsinn suchen, sondern ein vielschichtiges literarisches Laboratorium der Moderne. "Der Doppelgänger" zeigt, wie verletzlich das Selbst im Spiegel gesellschaftlicher Erwartungen wird, und bleibt gerade deshalb verstörend gegenwärtig.

Editionen (24)

ISBN9788027371150
Verlage-artnow
Erscheinungsdatum19.02.23
Seitenzahl112

Rezensionen & Bewertungen

40 Bewertungen

7 Rezensionen

3,5

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  • nikiread
    nikiread

    17 Follower

    5,0

    Das Buch war ein eindrucksvoller Roman über den Doppelgänger eines einfachen Kanzleibeamten, der ihm nach und nach das Leben wegnimmt. Anfangs war mir der Doppelgänger noch sympathisch, doch mit fortschreitender Handlung wurde er zutiefst unsympathisch und hinterlistig. Der Protagonist ist schüchtern und zurückhaltend, häufig in Gedanken verloren, wohingegen sein Doppelgänger das komplette Gegenteil davon ist. Ich war sehr beeindruckt wie gut Dostojewski es geschafft die Gefühle und Gedanken des Protagonisten zu porträtieren. Eine absolute Weiterempfehlung.

    Das Buch war ein eindrucksvoller Roman über den Doppelgänger eines einfachen Kanzleibeamten, der ihm nach und nach das Leben wegnimmt. Anfangs war mir der Doppelgänger noch sympathisch, doch mit fortschreitender Handlung wurde er zutiefst unsympathisch und hinterlistig. Der Protagonist ist schüchtern und zurückhaltend, häufig in Gedanken verloren, wohingegen sein Doppelgänger das komplette Gegenteil davon ist. Ich war sehr beeindruckt wie gut Dostojewski es geschafft die Gefühle und Gedanken des Protagonisten zu porträtieren. Eine absolute Weiterempfehlung.

    2. Dez. 2025

  • berni
    berni

    90 Follower

    3,5

    Der frühe Dostojewski

    Hier ist natürlich noch einiges an Luft nach oben. Auch die Übersetzung ist vielleicht hier und da etwas antiquiert. Aber die Grundlage, die Figurenführung und die Fähigkeit auch über den Text die inhaltliche Stimmung zu transportieren sind hier bereits angelegt. Wenn man etwas leichter und ausgereifter einsteigen will ist aber „der Spieler“ oder „Weise Nächte“ das bessere Go to.

    6. Juni 2026

  • suat
    suat

    139 Follower

    4,0

    In Der Doppelgänger erzählt Dostojewski die Geschichte eines Beamten namens Golyadkin, der eines Tages seinem eigenen Doppelgänger begegnet. Dieser sieht genauso aus wie er, ist aber ganz anders: selbstbewusst, beliebt und scheinbar überall dort erfolgreich, wo Golyadkin scheitert. Was wie ein merkwürdiger Zufall beginnt, wird schnell zu einem Albtraum. Der Doppelgänger nimmt Golyadkin Stück für Stück das Leben weg seine Stellung, seinen Ruf, sein Selbstbild. Golyadkin wird immer verzweifelter und weiß bald nicht mehr, was wirklich ist und was er sich nur einbildet. Dostojewski zeigt in diesem Buch, wie sehr ein Mensch unter inneren Konflikten leiden kann vor allem dann, wenn er sich selbst nicht annehmen kann. Gleichzeitig übt er Kritik an einer Gesellschaft, in der es mehr um Fassade als um echtes Menschsein geht. Was man aus dem Buch mitnehmen kann: ▶️ Wenn man sich selbst nicht liebt, kann einen das von innen auffressen. ▶️ Nicht jeder, der lächelt, ist ehrlich und nicht jeder, der ehrlich ist, wird akzeptiert. ▶️ Manchmal ist die größte Bedrohung nicht von außen, sondern in uns selbst. ▶️ Es ist wichtig, einen Platz in der Welt zu finden aber noch wichtiger, bei sich selbst zuhause zu sein. Ein intensiver Roman über Identität, Einsamkeit und den Wunsch, gesehen zu werden. Nicht leicht zu verstehen, aber umso wirkungsvoller. Daher nehmt euch doch gern die Zeit dafür.

    12. Apr. 2025

3 von 7 Rezensionen

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