Blick ins Buch

Romane

Das Schlimmste kommt noch oder Fast eine Jugend

4,1(82)
HardcoverSoftcover14,00 €
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Über das Buch

Charles Bukowskis Jugend im Amerika der 20er und 30er Jahre.

Henry Chinasky (alias Bukowski) gehört nicht zu den Privilegierten Amerikas. Sein Vater verlässt jeden Morgen pünktlich das Haus, damit die Nachbarn nicht merken, daß er arbeitslos ist. In der Schule ist Henry Chinaski der »Sauerkrautfresser«. Dort lernt er rasch, die Fäuste oben zu halten, wenn die anderen über ihn herfallen. Er darf nicht zurückstehen, wenn die anderen prahlen, sie hätten »es« schon mit Weibern gemacht, und er weiß, daß er sich sein Leben lang als Außenseiter durchschlagen muss ...

Editionen (2)

ISBN9783423209632
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum01.01.07
Seitenzahl352

Merkmale

1 Bewertungen

TraurigVerstörendVariabelEinfachUngewöhnlichWitzig

Rezensionen & Bewertungen

82 Bewertungen

5 Rezensionen

4,1

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  • karandi
    karandi

    244 Follower

    4,5

    Kein Platz für schöne Worte

    Obwohl das Buch leicht geschrieben ist, in einer alltäglichen Sprache und dazu noch mit einem außerordentlich vulgären Vokabular, das der Arbeiterklasse entspricht, ist es weitaus tiefgründiger, als man zunächst vermuten würde. Ich hatte mitunter Schwierigkeiten, den Protagonisten zu mögen. Dabei muss man bedenken, dass es sich bei Henry Chinaski um das Alter Ego des Autors handelt, da das Buch größtenteils autobiografisch geprägt ist. Es zeigt eine sehr raue Realität. Henry wächst in einem gewalttätigen Elternhaus auf, ohne jegliche Farbe oder Freude im Leben. Seine Welt ist grau, und diese Trostlosigkeit zieht sich durch seine gesamte Kindheit, Jugend und bis ins junge Erwachsenenalter. Sein Leben besteht aus Härte und Obszönitäten. Er prügelt sich, entdeckt Frauen für sich, hat aufgrund seines Aussehens jedoch kaum Erfolg bei ihnen. Hinzu kommt, dass er an schwerer Akne erkrankt und deshalb sogar für ein Jahr die Highschool verlassen muss, um sich behandeln zu lassen. Seine einzige wirkliche Leidenschaft ist das Schreiben. Ansonsten hasst er die Welt. Seinen Vater würde er am liebsten umbringen, und je älter er wird, desto seltener lässt er die Gelegenheit zu einer Schlägerei verstreichen. Er nimmt das College nicht ernst und strebt immer mehr ein Leben an, das alles andere als erstrebenswert erscheint. Er trinkt, lebt in den Tag hinein, stößt Freunde von sich weg und wird zunehmend schwieriger im Umgang. Genau das macht es so schwer, eine Bindung zu ihm aufzubauen. Man erkennt zwar die Ursachen seines Verhaltens, kann seine Reaktionen aber nicht immer nachvollziehen. Gerade wenn man selbst als Leser eine raue Vergangenheit hatte, fällt es noch schwerer, sich mit ihm zu identifizieren. Man bekommt stellenweise das Gefühl, dass er mit seinen Erlebnissen zu weinerlich oder selbstzerstörerisch umgeht. Andererseits wird deutlich, wie sehr Erfahrungen und Traumata einen Menschen prägen können. Ich würde Henry Chinaski nicht als starke Persönlichkeit beschreiben, sondern eher als depressiv, verbittert und von Hass erfüllt. Das Buch endet damit, dass sein bester Freund in den Krieg zieht, nachdem Pearl Harbor von den Japanern angegriffen wurde. Henry selbst meldet sich nicht zum Dienst, obwohl viele seiner Altersgenossen voller Euphorie freiwillig in den Krieg ziehen. Das Ende kam für meinen Geschmack etwas abrupt, oder ich habe es einfach nicht vollständig verstanden. Es hinterließ bei mir jedoch eine leicht melancholische Stimmung. Auch wenn ich mich hier teilweise kritisch über den Hauptprotagonisten äußere, muss ich sagen, dass die Erzählweise, die Vermittlung der Botschaft und der gesamte Aufbau des Romans unglaublich gelungen sind. Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Man kann es kaum aus der Hand legen und problemlos an einem Tag lesen. Meiner Meinung nach wird es seinem guten Ruf vollkommen gerecht und ist eine absolute Leseempfehlung.

    20. Juni 2026

  • _martin_kopp_
    _martin_kopp_

    283 Follower

    1,5

    Mein erster Bukowski enttäuscht auf so ziemlich allen Ebenen.

    Irgendwie ist alles an diesem Buch unsympathisch. Und damit meine ich auch wirklich alles. Der Protagonist, der Schreibstil, die Story, die Wortwahl. Keine Entwicklungen, keine Überraschungen. Die Geschichte hätte sehr viel werden können, aber sie läuft deprimierend und vulgär wie sie began weiter, und endet im nichts. Hinterher hat man auch keine Kenntnis über die Gesellschaft der 30er Jahre erlangt. Denn das Grab schaufelt sich der Protagonist eigentlich selber. Man hat das Gefühl, der Autor wollte einen eigenen Fänger im Roggen schreiben, scheiterte aber schon am Motiv. Ein scheinbar teils autobiografischer Bukowski, der erschrecken wollte, aber eher nur müdes Kopfschütteln erregt. Jedenfalls bei mir.

    Mein erster Bukowski enttäuscht auf so ziemlich allen Ebenen.

    9. Apr. 2026

  • lesen_mit_jonas
    lesen_mit_jonas

    120 Follower

    4,0

    Man kann ihn nur Lieben oder Hassen. Ein klassischer Bukowski eben.

    Charles Bukowski - ,,Das Schlimmste kommt noch oder Fast eine Jugend. In diesem Werk schreibt Henry Chinaski (alias Charles Bukowski) über seine Kindheit und Jugend ab den 1920er Jahren. Geboren in Deutschland, zieht er mit seinen Eltern als Zweijähriger in die USA. Anfangs läuft es noch recht gut, aber die Weltwirtschaftskrise macht den Bürgern Schwierigkeiten. Auch sein Vater verliert seinen Job und wird sein unzufriedenes Leben, über Gewalt an seinen Sohn, auslassen. Die Mutter greift nicht wirklich ein, auch wenn sie ihren Sohn scheinbar liebt. Henry merkt bereits sehr früh, dass er ein Außenseiter unter den Kindern ist. Das wird sich durch die ganze Schulzeit ziehen. Seinen Eltern steht er sehr distanziert gegenüber, für seinen Vater hat er nur Verachtung übrig.Die wenigen, und häufig nicht lange anhaltenden Freundschaften, die er schließen kann, sind ebenfalls häufig mit Außenseitern und Sonderlingen besetzt. Sein loses Mundwerk und seine impulsive Art bringen ihn ständig in Schwierigkeiten. Durch seine schwere Akne wird er die Schule länger nicht besuchen und wird sich immer mehr von der Gesellschaft abkapseln. Mit Mädchen und jungen Frauen hat er nur wenig am Hut, auch wenn er es sich insgeheim doch sehr wünschen würde. Einzig das Lesen, Schreiben, die Liebe zur klassischen Musik und den späteren starken Alkoholkonsum lenken ihn vom Alltag ab. Was seine Zukunft betrifft hat, er wenig Hoffnung. Irgendwie wird er sich schon durchschlagen, so wie er es immer getan hat. Hier bekommen wir eine klassische Bukowski-Geschichte zu lesen. Der Text ist übersetzt von Carl Weissner, der die rohe und schnörkellos Sprache gut ins Deutsche übertragen konnte. Die Sprache ist ganze schlicht und kompromisslos gestaltet. Wer den Autor und seinen Stil bereits kennt, weiß, worauf er sich hier einlässt. Bukowski schreibt sehr klar und so wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Jede Seite ist schmutzig, dreckig und manchmal schlicht abstoßend. Er schildert ganz klar die Unterschicht der Vereinigten Staaten. Es sind die teilweise verlorenen und abgeschrieben Menschen, welche mit Verachtung auf die Wohlhabenden schauen, denen er eine Stimme gibt. Diese Stimme ist laut, dreckig und nimmt dabei keine Rücksicht auf andere. Jeder kämpft in dieser Klasse für sich selbst, während auf dem anderen Kontinent ein Weltkrieg beginnt. Aber wenn man um sein Überleben kämpfen muss, ist man im Tunnel gefangen und kann nur noch auf sich schauen. Wer diesen beinahe anarchistischen Underground-Schreibstil mag, wird auch mit diesem Werk seine Freude haben. Neulinge werden schnell merken, ob sie in einen Sog, wie ich, geraten werden, oder das Buch angeekelt zur Seite legen.

    Man kann ihn nur Lieben oder Hassen.  Ein klassischer Bukowski eben.

    31. Mai 2025

3 von 5 Rezensionen

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 19154%
milchioh
milchioh27. Juni 2026

Was zur Hölle ist Jimmys Problem, bitte? 😭😂

Autorin / Autor

Über Charles Bukowski

Charles Bukowski, am 16. August 1920 in Andernach geboren, seit dem zweiten Lebensjahr Einwohner von Los Angeles, begann nach wechselnden Jobs als Tankwart, Schlachthof- und Hafenarbeiter (und natürlich als Postmann) zu schreiben. Er starb am 9. März 1994 in San Pedro/LA.

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