Das Haus in der Löwengasse
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Beschreibung
Pauline Schmitz ist Waise. Nach dem Tod ihres Onkels auf sich gestellt, findet die junge Frau eine Anstellung als Gouvernante in Bonn. Der Hausherr hat Hintergedanken: Als sich Pauline gegen seine Nachstellungen zur Wehr setzt, steht sie plötzlich auf der Straße – mit nicht mehr, als in einen Koffer passt. Mittellos und ohne Beziehungen droht Pauline das Schlimmste.
Dann kommt ihr das Glück zu Hilfe: Der Kölner Textilfabrikant Reuther nimmt sie in seine Dienste. Und er verliebt sich in sie. Doch Julius Reuther braucht eine Frau mit Geld, will er sein Unternehmen retten. Und Pauline muss sich entscheiden: Folgt sie ihrem Herzen und lebt ein Leben als Mätresse im Verborgenen? Oder geht sie ihren eigenen Weg?
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet seit 2005 als freie Autorin. Ihre historischen Romane, darunter die Reihe um die Apothekerin Adelina, vereinen spannende Fiktion mit genau recherchierten Fakten. Petra Schier ist Mitglied des Vorstands der Autorenvereinigung DELIA.
Beiträge
Die Geschichte um Frl. Schmitz hat mich über weite Strecken wirklich gut unterhalten. Im letzten Drittel empfand ich das "Liebesgeplänkel" als ein bisschen unnötig in die Länge gezogen, aber darüber hinaus war das eine schöne Liebesgeschichte vor historischer Kulisse. Eine Liebesgeschichte, die größtenteils auch noch Raum für andere Themen ließ, was mir immer sehr wichtig ist.
Mal was fürs Herz ❤️
Die Geschichte einer jungen Frau im alten Köln, die trotz Tiefschlägen wieder zu alter Stärke findet. Pauline ist eine gebildete junge Frau, die sich dessen durchaus bewusst ist. Ihr wurde aber auch übel mitgespielt und sie wirkte teilweise gebrochen. Mich hat ihre Arbeit als Gouvernante beeindruckt, sie wusste immer, wie man den richtigen Ton anschlägt. Die Eindrücke über damalige Gepflogenheiten waren hier sehr gut dargestellt. Die Liebe kommt natürlich auch nicht zu kurz. Das Buch hat mir sehr gefallen und ich bin auch ein bisschen traurig, dass es leider schon vorbei ist. Viele historische Eindrücke mit Romantik - absolut zu empfehlen !!

Inhalt Das Buch spielt im 19. Jahrhundert und zwar im Jahre 1823 – Genau zwei Jahre nach dem Tod von Napoleon Bonaparte ;-). Die Geschichte beginnt in Bonn, spielt aber den überwiegenden Teil in Köln. Hauptprotagonistin ist die 23-jährige Pauline Schmitz. Pauline ist in Bad Bertrich aufgewachsen. Ihre Eltern kamen bei einem Unfall ums Leben. Sie lebte bei ihrem Onkel, der Arzt war und ihr dementsprechend eine gute Bildung ermöglichte. Nach seinem Tod war Pauline als Waise auf sich allein gestellt. Von dem Vermögen Ihres Onkels hat sie nicht viel geerbt. Pauline nahm daraufhin eine Anstellung als Gouvernante im Hause der Familie Buschner in Bonn auf. Sie war für die Erziehung und Bildung der Kinder verantwortlich. Als der Hausherr Pauline immer wieder bedrängte, sie sogar missbrauchte zog Pauline die Notbremse und wehrte sich. Dies zog Folgen nach sich. So stand sie mit einem Koffer, in welchem nur das Wichtigste verstaut war, auf der Straße. Ohne Empfehlungsschreiben und mit wenig Geld begab sich Pauline nach Köln. Aufgrund ihrer Situation konnte Pauline lediglich eine Anstellung als einfache Magd finden. Das Dienstpersonal hatte zu diesen Zeiten nicht viel zu lachen! Dank des Kölner Textilfabrikanten Julius Reuther erhielt Pauline erneut eine Anstellung als Gouvernante… und nicht nur das. Er schenkte ihr auch sein Herz! Jedoch gab es finanzielle Schwierigkeiten in Julius‘ Fabrik. Eine Ehe mit einer Frau aus reichem Hause könnte seine Fabrik retten. Pauline und Julius stehen vor Entscheidungen, deren Konsequenzen riesige Kreise nach sich ziehen konnten. Meine Meinung Der Einstieg in die Geschichte ist Frau Schier gut gelungen. In den ersten knapp 100 Seiten erfährt der Leser, wer Pauline Schmitz ist und was ihr widerfuhr. Ab und an wurde auch schon über Herrn Reuther berichtet, so dass der Leser sich einen recht guten Überblick verschaffen kann. Die Geschichte wir aus der Perspektive des allwissenden Erzählers beschrieben. Ab Kapitel 17 kommt die Handlung zunehmend in Fahrt. Sehr gut hat es mir gefallen, dass es zum Ende hin immer spannender wurde. Man hatte meist das Bedürfnis unbedingt weiter lesen zu wollen und erlaubte sich gern ein Kapitel mehr zu lesen, als es geplant war. Pauline Schmitz war mir von Beginn an sehr sympathisch. Trotz der schlimmen Geschehnisse aus der Vergangenheit, gibt sie sich stark nach außen. Ihrer „niederen“ Stellung als Magd nimmt sie sich schnell an und entwickelt einen richtigen Ehrgeiz. In Momenten in denen sie allein ist merkt man, dass die Vergangenheit sehr an Pauline nagte. Auch ihre Alpträume machten ihr zu schaffen. Man konnte so erkennen, dass Pauline nicht dauerhaft allem gewachsen war. Allerdings konnte sie sich stets besinnen. Ihre Handlungen waren meist geprägt von Vernunft und Höflichkeit – wie es sich zur damaligen Zeit schickte. Manchmal agierte sie jedoch auch ein wenig naiv. Das konnte ich stellenweise nicht richtig nachvollziehen, aber es störte nicht! Mit Julius Reuther wurde ich nicht so schnell warm. Er verhielt sich in meinen Augen zwar zeitgemäß, war aber oft schlecht gelaunt, teilweise cholerisch. Nach und nach konnte man hinter seine Fassade blicken. Dadurch schloss ich ihn bald in mein Herz. Frieda Oppenheimer freundet sich im Laufe der Geschichte mit Pauline an. Zu Beginn konnte ich sie nicht einschätzen, habe sie eher neutral betrachtet. Am Ende konnte sie mit ihrer Sympathie punkten. Generell waren die Gefühlswelten von Pauline und Julius sehr gut dargestellt. Ihre Gefühle sind stellenweise Achterbahn gefahren. Ich gesellte mich dazu und fieberte mit! Man konnte sich wirklich gut in die beiden hinein versetzen. Dies ließ die Geschichte authentisch wirken. Historische Fakten und Begebenheiten hat man nur am Rande mitbekommen. In Anbetracht des Handlungsverlaufs war dies die perfekte Mischung. Der Schreibstil von Petra Schier ist vorzüglich. Er zeichnet sich durch seine leichte Verständlichkeit und Einfachheit aus. Der Text verlor dadurch keinesfalls an Qualität. Flüssiges Lesen ist in diesem Buch garantiert. Fazit Der historische Roman „Das Haus in der Löwengasse“ ist auf jeden Fall eine Leseempfehlung. Mir persönlich gefallen diese Geschichten aus dem 19. Jahrhundert, weil es doch noch nicht all zu lang hinter uns liegt und die Gesellschaft sich langsam zum Modernen hin entwickelte. Da die Charaktere sowie ihre Emotionen toll dargestellt worden sind und die Handlung stetig an Spannung zunahm, hat mir das Lesen eine große Freude bereitet. Leider konnte mich das Buch erst nach 100 Seiten in seinen Bann ziehen. Die große Euphorie, welche viele Leser in der Leserunde für das Buch entwickelten, konnte ich nicht in diesem Umfang teilen. Deshalb gibt es einen Punkt Abzug.
Pauline Schmitz hat gerade ihre Anstellung als Gouvernante in einem reichen Haus verloren. Der Grund war ihre unfreiwillige Affäre mit dem Hausherrn, die aufflog, als Pauline sich gegen seine Vergewaltigungsversuche wehrt. Wie soll sie als „gefallene Frau“ ohne Zeugnis, obwohl völlig schuldlos, eine neue Anstellung finden? Pauline hat eine ausgezeichnete Erziehung genossen, ist jedoch nach dem Tod ihres Onkels mittellos. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als in einer anderen Stadt (Köln) eine Stellung als einfaches Dienstmädchen anzutreten. Im Haus ihrer neuen Herrschaft begegnet sie dem Unternehmer und Witwer Julius Reuther, der dort manchmal zu Gast ist und dem sie aufgrund ihres souveränen Umgangs mit den Kindern ihres Dienstherren gleich auffällt. Nachdem lange Zeit die meisten historischen Romane sich mit dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit beschäftigten, entdecken viele Autoren in den letzten Jahren das 19. und das frühe 20. Jahrhundert und das Thema der Dienerschaft und ihrer Herrschaft. Auch mich interessiert das Thema, nicht zuletzt dank Büchern wie „The House at Riverton“ von Kate Morton oder Serien wie „Downton Abbey“. „Das Haus in der Löwengasse“ war mein erster Roman von Petra Schier. Mir war klar, dass eine Liebesgeschichte hier eine zentrale Rolle spielen würde, in Verbindung mit einem Frauenschicksal sprach mich das Buch jedoch durchaus an. Petra Schier geht ruppiger mit ihrer Heldin um als viele Autoren, die ihren Heldinnen nicht das Äußerste zumuten, was ich als realistisch empfand. Umso unrealistischer erschien mir zunächst die Liebesgeschichte, doch dann dachte ich nach. Auch in einem meiner Lieblingsklassiker – Jane Eyre – verliebt sich der Dienstherr schließlich in die Gouvernante. (Dass Petra Schiers Geschichte ein wenig an den Klassiker erinnert, ist bei dem Thema wohl unvermeidbar.) Ich habe also versucht, die Liebesgeschichte fair zu beurteilen. Die Aufgaben und das Leben eines Dienstmädchens und einer Gouvernante werden anschaulich beschrieben – wie so oft fand ich diesen Aspekt an dem Buch am interessantesten. Die Intrigen, die um Julius Reuthers Firma gesponnen werden, sind ein wenig vorhersehbar, werden aber ansprechend aufgelöst. Die finalen Passagen des Buchs waren mir ein wenig zu lang. Das Buch hat mich gut unterhalten, wenn mir auch die Liebesgeschichte wie erwartet zu sehr im Vordergrund stand. Es handelt sich hier sicherlich nicht um große Literatur – den Anspruch hat die Autorin auch sicher nicht – aber das Buch, in diesem Fall das Hörbuch, bietet eine schöne Geschichte mit historischem Hintergrund. Schön gemacht an dem Hörbuch ist, dass die in der Geschichte gesungenen Lieder tatsächlich gesungen werden. Sabine Swobodas Stimme passt zu der jungen Heldin und sie liest angenehm. Das ergibt letzten Endes drei von fünf Sternen.
Beschreibung
Pauline Schmitz ist Waise. Nach dem Tod ihres Onkels auf sich gestellt, findet die junge Frau eine Anstellung als Gouvernante in Bonn. Der Hausherr hat Hintergedanken: Als sich Pauline gegen seine Nachstellungen zur Wehr setzt, steht sie plötzlich auf der Straße – mit nicht mehr, als in einen Koffer passt. Mittellos und ohne Beziehungen droht Pauline das Schlimmste.
Dann kommt ihr das Glück zu Hilfe: Der Kölner Textilfabrikant Reuther nimmt sie in seine Dienste. Und er verliebt sich in sie. Doch Julius Reuther braucht eine Frau mit Geld, will er sein Unternehmen retten. Und Pauline muss sich entscheiden: Folgt sie ihrem Herzen und lebt ein Leben als Mätresse im Verborgenen? Oder geht sie ihren eigenen Weg?
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet seit 2005 als freie Autorin. Ihre historischen Romane, darunter die Reihe um die Apothekerin Adelina, vereinen spannende Fiktion mit genau recherchierten Fakten. Petra Schier ist Mitglied des Vorstands der Autorenvereinigung DELIA.
Beiträge
Die Geschichte um Frl. Schmitz hat mich über weite Strecken wirklich gut unterhalten. Im letzten Drittel empfand ich das "Liebesgeplänkel" als ein bisschen unnötig in die Länge gezogen, aber darüber hinaus war das eine schöne Liebesgeschichte vor historischer Kulisse. Eine Liebesgeschichte, die größtenteils auch noch Raum für andere Themen ließ, was mir immer sehr wichtig ist.
Mal was fürs Herz ❤️
Die Geschichte einer jungen Frau im alten Köln, die trotz Tiefschlägen wieder zu alter Stärke findet. Pauline ist eine gebildete junge Frau, die sich dessen durchaus bewusst ist. Ihr wurde aber auch übel mitgespielt und sie wirkte teilweise gebrochen. Mich hat ihre Arbeit als Gouvernante beeindruckt, sie wusste immer, wie man den richtigen Ton anschlägt. Die Eindrücke über damalige Gepflogenheiten waren hier sehr gut dargestellt. Die Liebe kommt natürlich auch nicht zu kurz. Das Buch hat mir sehr gefallen und ich bin auch ein bisschen traurig, dass es leider schon vorbei ist. Viele historische Eindrücke mit Romantik - absolut zu empfehlen !!

Inhalt Das Buch spielt im 19. Jahrhundert und zwar im Jahre 1823 – Genau zwei Jahre nach dem Tod von Napoleon Bonaparte ;-). Die Geschichte beginnt in Bonn, spielt aber den überwiegenden Teil in Köln. Hauptprotagonistin ist die 23-jährige Pauline Schmitz. Pauline ist in Bad Bertrich aufgewachsen. Ihre Eltern kamen bei einem Unfall ums Leben. Sie lebte bei ihrem Onkel, der Arzt war und ihr dementsprechend eine gute Bildung ermöglichte. Nach seinem Tod war Pauline als Waise auf sich allein gestellt. Von dem Vermögen Ihres Onkels hat sie nicht viel geerbt. Pauline nahm daraufhin eine Anstellung als Gouvernante im Hause der Familie Buschner in Bonn auf. Sie war für die Erziehung und Bildung der Kinder verantwortlich. Als der Hausherr Pauline immer wieder bedrängte, sie sogar missbrauchte zog Pauline die Notbremse und wehrte sich. Dies zog Folgen nach sich. So stand sie mit einem Koffer, in welchem nur das Wichtigste verstaut war, auf der Straße. Ohne Empfehlungsschreiben und mit wenig Geld begab sich Pauline nach Köln. Aufgrund ihrer Situation konnte Pauline lediglich eine Anstellung als einfache Magd finden. Das Dienstpersonal hatte zu diesen Zeiten nicht viel zu lachen! Dank des Kölner Textilfabrikanten Julius Reuther erhielt Pauline erneut eine Anstellung als Gouvernante… und nicht nur das. Er schenkte ihr auch sein Herz! Jedoch gab es finanzielle Schwierigkeiten in Julius‘ Fabrik. Eine Ehe mit einer Frau aus reichem Hause könnte seine Fabrik retten. Pauline und Julius stehen vor Entscheidungen, deren Konsequenzen riesige Kreise nach sich ziehen konnten. Meine Meinung Der Einstieg in die Geschichte ist Frau Schier gut gelungen. In den ersten knapp 100 Seiten erfährt der Leser, wer Pauline Schmitz ist und was ihr widerfuhr. Ab und an wurde auch schon über Herrn Reuther berichtet, so dass der Leser sich einen recht guten Überblick verschaffen kann. Die Geschichte wir aus der Perspektive des allwissenden Erzählers beschrieben. Ab Kapitel 17 kommt die Handlung zunehmend in Fahrt. Sehr gut hat es mir gefallen, dass es zum Ende hin immer spannender wurde. Man hatte meist das Bedürfnis unbedingt weiter lesen zu wollen und erlaubte sich gern ein Kapitel mehr zu lesen, als es geplant war. Pauline Schmitz war mir von Beginn an sehr sympathisch. Trotz der schlimmen Geschehnisse aus der Vergangenheit, gibt sie sich stark nach außen. Ihrer „niederen“ Stellung als Magd nimmt sie sich schnell an und entwickelt einen richtigen Ehrgeiz. In Momenten in denen sie allein ist merkt man, dass die Vergangenheit sehr an Pauline nagte. Auch ihre Alpträume machten ihr zu schaffen. Man konnte so erkennen, dass Pauline nicht dauerhaft allem gewachsen war. Allerdings konnte sie sich stets besinnen. Ihre Handlungen waren meist geprägt von Vernunft und Höflichkeit – wie es sich zur damaligen Zeit schickte. Manchmal agierte sie jedoch auch ein wenig naiv. Das konnte ich stellenweise nicht richtig nachvollziehen, aber es störte nicht! Mit Julius Reuther wurde ich nicht so schnell warm. Er verhielt sich in meinen Augen zwar zeitgemäß, war aber oft schlecht gelaunt, teilweise cholerisch. Nach und nach konnte man hinter seine Fassade blicken. Dadurch schloss ich ihn bald in mein Herz. Frieda Oppenheimer freundet sich im Laufe der Geschichte mit Pauline an. Zu Beginn konnte ich sie nicht einschätzen, habe sie eher neutral betrachtet. Am Ende konnte sie mit ihrer Sympathie punkten. Generell waren die Gefühlswelten von Pauline und Julius sehr gut dargestellt. Ihre Gefühle sind stellenweise Achterbahn gefahren. Ich gesellte mich dazu und fieberte mit! Man konnte sich wirklich gut in die beiden hinein versetzen. Dies ließ die Geschichte authentisch wirken. Historische Fakten und Begebenheiten hat man nur am Rande mitbekommen. In Anbetracht des Handlungsverlaufs war dies die perfekte Mischung. Der Schreibstil von Petra Schier ist vorzüglich. Er zeichnet sich durch seine leichte Verständlichkeit und Einfachheit aus. Der Text verlor dadurch keinesfalls an Qualität. Flüssiges Lesen ist in diesem Buch garantiert. Fazit Der historische Roman „Das Haus in der Löwengasse“ ist auf jeden Fall eine Leseempfehlung. Mir persönlich gefallen diese Geschichten aus dem 19. Jahrhundert, weil es doch noch nicht all zu lang hinter uns liegt und die Gesellschaft sich langsam zum Modernen hin entwickelte. Da die Charaktere sowie ihre Emotionen toll dargestellt worden sind und die Handlung stetig an Spannung zunahm, hat mir das Lesen eine große Freude bereitet. Leider konnte mich das Buch erst nach 100 Seiten in seinen Bann ziehen. Die große Euphorie, welche viele Leser in der Leserunde für das Buch entwickelten, konnte ich nicht in diesem Umfang teilen. Deshalb gibt es einen Punkt Abzug.
Pauline Schmitz hat gerade ihre Anstellung als Gouvernante in einem reichen Haus verloren. Der Grund war ihre unfreiwillige Affäre mit dem Hausherrn, die aufflog, als Pauline sich gegen seine Vergewaltigungsversuche wehrt. Wie soll sie als „gefallene Frau“ ohne Zeugnis, obwohl völlig schuldlos, eine neue Anstellung finden? Pauline hat eine ausgezeichnete Erziehung genossen, ist jedoch nach dem Tod ihres Onkels mittellos. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als in einer anderen Stadt (Köln) eine Stellung als einfaches Dienstmädchen anzutreten. Im Haus ihrer neuen Herrschaft begegnet sie dem Unternehmer und Witwer Julius Reuther, der dort manchmal zu Gast ist und dem sie aufgrund ihres souveränen Umgangs mit den Kindern ihres Dienstherren gleich auffällt. Nachdem lange Zeit die meisten historischen Romane sich mit dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit beschäftigten, entdecken viele Autoren in den letzten Jahren das 19. und das frühe 20. Jahrhundert und das Thema der Dienerschaft und ihrer Herrschaft. Auch mich interessiert das Thema, nicht zuletzt dank Büchern wie „The House at Riverton“ von Kate Morton oder Serien wie „Downton Abbey“. „Das Haus in der Löwengasse“ war mein erster Roman von Petra Schier. Mir war klar, dass eine Liebesgeschichte hier eine zentrale Rolle spielen würde, in Verbindung mit einem Frauenschicksal sprach mich das Buch jedoch durchaus an. Petra Schier geht ruppiger mit ihrer Heldin um als viele Autoren, die ihren Heldinnen nicht das Äußerste zumuten, was ich als realistisch empfand. Umso unrealistischer erschien mir zunächst die Liebesgeschichte, doch dann dachte ich nach. Auch in einem meiner Lieblingsklassiker – Jane Eyre – verliebt sich der Dienstherr schließlich in die Gouvernante. (Dass Petra Schiers Geschichte ein wenig an den Klassiker erinnert, ist bei dem Thema wohl unvermeidbar.) Ich habe also versucht, die Liebesgeschichte fair zu beurteilen. Die Aufgaben und das Leben eines Dienstmädchens und einer Gouvernante werden anschaulich beschrieben – wie so oft fand ich diesen Aspekt an dem Buch am interessantesten. Die Intrigen, die um Julius Reuthers Firma gesponnen werden, sind ein wenig vorhersehbar, werden aber ansprechend aufgelöst. Die finalen Passagen des Buchs waren mir ein wenig zu lang. Das Buch hat mich gut unterhalten, wenn mir auch die Liebesgeschichte wie erwartet zu sehr im Vordergrund stand. Es handelt sich hier sicherlich nicht um große Literatur – den Anspruch hat die Autorin auch sicher nicht – aber das Buch, in diesem Fall das Hörbuch, bietet eine schöne Geschichte mit historischem Hintergrund. Schön gemacht an dem Hörbuch ist, dass die in der Geschichte gesungenen Lieder tatsächlich gesungen werden. Sabine Swobodas Stimme passt zu der jungen Heldin und sie liest angenehm. Das ergibt letzten Endes drei von fünf Sternen.








