
201 Follower
Ein Muss!
2. Dez. 2024
Ein Muss!
2. Dez. 2024
Blick ins Buch
Queens, New York. Hier kämpft eine Gruppe von Mädchen darum, die Migrationsgeschichten ihrer Familie mit der amerikanischen Kultur in Einklang zu bringen. Rastlos durchstreifen sie die Stadt, die niemals schläft, singen aus voller Kehle Mariah Carey, sehnen sich nach Jungs, die unerreichbar sind, und brechen den erreichbaren die Herzen. Eins ist für sie klar: Sie wollen für immer Freundinnen bleiben. Doch das Älterwerden macht auch vor ihnen keinen Halt und all die neuen Wünsche und Träume stellen die Freundschaft vor ungeahnte Herausforderungen.
In entwaffnend lyrischer Sprache zeichnet »Brown Girls« ein kollektives Porträt vom Erwachsenwerden und weiblicher Freundschaft vor dem Hintergrund von Rassismus, Klassenzugehörigkeit und Ausgrenzung im gegenwärtigen Amerika.
59 Bewertungen
14 Rezensionen
4,2
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201 Follower
2. Dez. 2024
2. Dez. 2024

108 Follower
"Wie erklärt man diese Erfahrungen? Die Summe all dieser alltäglichen Erniedrigungen, ihr akkumuliertes Gewicht?" S. 192 Ihr Lieben, was für ein wunderbares Buch habe ich da gelesen? Ich bin ganz begeistert von Daphne Palasi Andreades' poetischem Roman , der die kollektive Geschichte von Women of Color in Queens, New York erzählt. Eine Geschichte über das Erwachsen-Werden in einer Welt voller Vorurteile. Die Sprache der Autorin ist temporeich und mitreißend und sorgte für eine Sogwirkung die mich ganz eingenommen hat. Auf eine ganz besondere Art und Weise erleben wir die Erfahrungen der jungen Frauen, von Kindheit bis ins höhere Alter. Liebe, Freund*innenschaften, Bildungschancen, Ethnische Wurzeln, Migration, Tochter sein, Kinder (nicht) bekommen, Queernes: Auf wenigen Seiten packt Palasi Andreades viele wichtige Themen zusammen ohne das es überladen wirkt. Die erzählende Stimme ist die Stimme von nicht nur einer Frau, sondern von vielen Frauen unterschiedlichster Herkunft, die dennoch die gleichen Erlebnisse teilen. Der Roman ist nur knapp 240 S. lang und doch so dicht bepackt. Ich könnte einfach nur weiter schwärmen von dieser Wortgewandheit! Lest dieses Buch! "Brown girls brown girls brown girls, die tief in Innern zu verstehen beginnen, dass sie die Summe vieler Identitäten, vieler Geschichten sind". S. 152
21. Juli 2024
"Wie erklärt man diese Erfahrungen? Die Summe all dieser alltäglichen Erniedrigungen, ihr akkumuliertes Gewicht?" S. 192 Ihr Lieben, was für ein wunderbares Buch habe ich da gelesen? Ich bin ganz begeistert von Daphne Palasi Andreades' poetischem Roman , der die kollektive Geschichte von Women of Color in Queens, New York erzählt. Eine Geschichte über das Erwachsen-Werden in einer Welt voller Vorurteile. Die Sprache der Autorin ist temporeich und mitreißend und sorgte für eine Sogwirkung die mich ganz eingenommen hat. Auf eine ganz besondere Art und Weise erleben wir die Erfahrungen der jungen Frauen, von Kindheit bis ins höhere Alter. Liebe, Freund*innenschaften, Bildungschancen, Ethnische Wurzeln, Migration, Tochter sein, Kinder (nicht) bekommen, Queernes: Auf wenigen Seiten packt Palasi Andreades viele wichtige Themen zusammen ohne das es überladen wirkt. Die erzählende Stimme ist die Stimme von nicht nur einer Frau, sondern von vielen Frauen unterschiedlichster Herkunft, die dennoch die gleichen Erlebnisse teilen. Der Roman ist nur knapp 240 S. lang und doch so dicht bepackt. Ich könnte einfach nur weiter schwärmen von dieser Wortgewandheit! Lest dieses Buch! "Brown girls brown girls brown girls, die tief in Innern zu verstehen beginnen, dass sie die Summe vieler Identitäten, vieler Geschichten sind". S. 152
21. Juli 2024

41 Follower
Mit einem für mich zunächst ungewohnten, aber unglaublich spannenden erzählerischen Kunstgriff eröffnet Daphne Palasi Andreades ihren Roman »Brown Girls«. Denn hier erzählt nicht eine einzelne Figur ihre Geschichte. Stattdessen spricht ein kollektives „Wir“. Dieses „Wir“ gehört den Brown Girls aus Queens. Jungen Frauen aus Einwandererfamilien, deren Wurzeln von den Philippinen über Indien und die Karibik bis nach Mexiko reichen. Verbunden sind sie durch ihren Heimatort, ihre Hautfarbe und die Erfahrung, zwischen den Kulturen ihrer Familien und der amerikanischen Mehrheitsgesellschaft aufzuwachsen. Der Roman begleitet sie von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Zwischen ersten Freundschaften und Lieben, Konflikten mit den Eltern, Zukunftsträumen, Verlusten und Neuanfängen entfaltet sich dabei weniger die Geschichte einer einzelnen Person als vielmehr das Porträt einer Gemeinschaft. In kurzen, miteinander verwobenen Fragmenten setzt sich so nach und nach ein präzises Bild davon zusammen, was es bedeutet, als Brown Girl in Queens aufzuwachsen. Wow! Dieses Buch hat mich bereits nach den ersten Seiten in seinen Bann gezogen. Noch bevor ich die Brown Girls wirklich kennengelernt hatte, war ich vollkommen eingenommen von dieser besonderen Mehrstimmigkeit. Von ihrem Rhythmus und ihrer Bildhaftigkeit. Trotz des kollektiven „Wir“ hatte ich nie das Gefühl, dass die Brown Girls zu einer einzigen Stimme verschmelzen. Vielmehr schafft der Roman Raum für viele unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven. So bleibt, obwohl sich viele dieser Erfahrungen überschneiden, die Individualität der einzelnen Figuren stets erhalten. Dieses Nebeneinander von Gemeinsamkeiten und Unterschieden fand ich sehr gelungen. Ohne klassische Handlung und ohne eine einzelne Hauptfigur entsteht so ein vielstimmiges Mosaik, das eine ganz eigene, originelle Melodie entwickelt, die sich für mich oft mehr wie ein erzählendes Gedicht als wie ein klassischer Roman gelesen hat. Mit großer Ehrlichkeit erzählt der Roman von den Lebensrealitäten der Brown Girls. Themen wie Rassismus, soziale Ungleichheit, familiäre Erwartungen, Identitätsfragen und das Aufwachsen zwischen verschiedenen Kulturen ziehen sich durch den gesamten Roman. Besonders berührt haben mich die Passagen über die Mütter: über Frauen, die vieles aufgegeben und hinter sich gelassen haben, damit ihre Kinder ein anderes, besseres Leben führen können. Andreades erzählt von dieser komplexen Beziehung mit großer Wärme, ohne ihre Widersprüche zu beschönigen. Gerade diese Mischung aus Liebe, Fürsorge und den Lasten familiärer Erwartungen fand ich besonders eindringlich und ehrlich geschildert. Was mich an »Brown Girls« aber am meisten begeistert hat, war die Sprache. Auf dem Cover wird der Roman „wie ein Rapsong, wie eine Hymne“ beschrieben und das trifft es ziemlich gut. Die Sprache hat einen ganz eigenen Klang und etwas ungemein Musikalisches. Manche Formulierungen kehren immer wieder zurück und erzeugen einen unverwechselbaren Rhythmus. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst mit den Brown Girls durch die Straßen von Queens zu ziehen, weil Daphne Palasi Andreades ihre Leser:innen mit ihrer eindrucksvollen Sprache und ihren feinen Beobachtungen direkt dorthin mitnimmt. Einige Kapitel habe ich mir sogar selbst laut vorgelesen, weil ich so gerne mochte, wie sie klingen. »Brown Girls« ist für mich ein ebenso ungewöhnliches wie beeindruckendes Debüt. Daphne Palasi Andreades gelingt es, aus vielen einzelnen Stimmen etwas Großes entstehen zu lassen und macht dabei gleichzeitig viele individuelle Geschichten sichtbar, die viel zu selten im Mittelpunkt stehen. Für mich ist das eines dieser Bücher, bei denen Form und Inhalt perfekt ineinandergreifen. Ein Roman, der sich ganz anders anfühlt als vieles, was ich bisher gelesen habe und der mich von der ersten Seite an begeistert hat. Ich bin jedenfalls jetzt schon neugierig darauf, was Daphne Palasi Andreades als Nächstes schreiben wird.

21. Juni 2026
Mit einem für mich zunächst ungewohnten, aber unglaublich spannenden erzählerischen Kunstgriff eröffnet Daphne Palasi Andreades ihren Roman »Brown Girls«. Denn hier erzählt nicht eine einzelne Figur ihre Geschichte. Stattdessen spricht ein kollektives „Wir“. Dieses „Wir“ gehört den Brown Girls aus Queens. Jungen Frauen aus Einwandererfamilien, deren Wurzeln von den Philippinen über Indien und die Karibik bis nach Mexiko reichen. Verbunden sind sie durch ihren Heimatort, ihre Hautfarbe und die Erfahrung, zwischen den Kulturen ihrer Familien und der amerikanischen Mehrheitsgesellschaft aufzuwachsen. Der Roman begleitet sie von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Zwischen ersten Freundschaften und Lieben, Konflikten mit den Eltern, Zukunftsträumen, Verlusten und Neuanfängen entfaltet sich dabei weniger die Geschichte einer einzelnen Person als vielmehr das Porträt einer Gemeinschaft. In kurzen, miteinander verwobenen Fragmenten setzt sich so nach und nach ein präzises Bild davon zusammen, was es bedeutet, als Brown Girl in Queens aufzuwachsen. Wow! Dieses Buch hat mich bereits nach den ersten Seiten in seinen Bann gezogen. Noch bevor ich die Brown Girls wirklich kennengelernt hatte, war ich vollkommen eingenommen von dieser besonderen Mehrstimmigkeit. Von ihrem Rhythmus und ihrer Bildhaftigkeit. Trotz des kollektiven „Wir“ hatte ich nie das Gefühl, dass die Brown Girls zu einer einzigen Stimme verschmelzen. Vielmehr schafft der Roman Raum für viele unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven. So bleibt, obwohl sich viele dieser Erfahrungen überschneiden, die Individualität der einzelnen Figuren stets erhalten. Dieses Nebeneinander von Gemeinsamkeiten und Unterschieden fand ich sehr gelungen. Ohne klassische Handlung und ohne eine einzelne Hauptfigur entsteht so ein vielstimmiges Mosaik, das eine ganz eigene, originelle Melodie entwickelt, die sich für mich oft mehr wie ein erzählendes Gedicht als wie ein klassischer Roman gelesen hat. Mit großer Ehrlichkeit erzählt der Roman von den Lebensrealitäten der Brown Girls. Themen wie Rassismus, soziale Ungleichheit, familiäre Erwartungen, Identitätsfragen und das Aufwachsen zwischen verschiedenen Kulturen ziehen sich durch den gesamten Roman. Besonders berührt haben mich die Passagen über die Mütter: über Frauen, die vieles aufgegeben und hinter sich gelassen haben, damit ihre Kinder ein anderes, besseres Leben führen können. Andreades erzählt von dieser komplexen Beziehung mit großer Wärme, ohne ihre Widersprüche zu beschönigen. Gerade diese Mischung aus Liebe, Fürsorge und den Lasten familiärer Erwartungen fand ich besonders eindringlich und ehrlich geschildert. Was mich an »Brown Girls« aber am meisten begeistert hat, war die Sprache. Auf dem Cover wird der Roman „wie ein Rapsong, wie eine Hymne“ beschrieben und das trifft es ziemlich gut. Die Sprache hat einen ganz eigenen Klang und etwas ungemein Musikalisches. Manche Formulierungen kehren immer wieder zurück und erzeugen einen unverwechselbaren Rhythmus. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst mit den Brown Girls durch die Straßen von Queens zu ziehen, weil Daphne Palasi Andreades ihre Leser:innen mit ihrer eindrucksvollen Sprache und ihren feinen Beobachtungen direkt dorthin mitnimmt. Einige Kapitel habe ich mir sogar selbst laut vorgelesen, weil ich so gerne mochte, wie sie klingen. »Brown Girls« ist für mich ein ebenso ungewöhnliches wie beeindruckendes Debüt. Daphne Palasi Andreades gelingt es, aus vielen einzelnen Stimmen etwas Großes entstehen zu lassen und macht dabei gleichzeitig viele individuelle Geschichten sichtbar, die viel zu selten im Mittelpunkt stehen. Für mich ist das eines dieser Bücher, bei denen Form und Inhalt perfekt ineinandergreifen. Ein Roman, der sich ganz anders anfühlt als vieles, was ich bisher gelesen habe und der mich von der ersten Seite an begeistert hat. Ich bin jedenfalls jetzt schon neugierig darauf, was Daphne Palasi Andreades als Nächstes schreiben wird.
21. Juni 2026

3 von 14 Rezensionen
Autorin / Autor
Daphne Palasi Andreades, geboren in Queens, New York, studierte Kreatives Schreiben an der renommierten Columbia University. Für ihre Texte wurde sie mit dem O.Henry Prize und dem Voices of Color Prize ausgezeichnet, ihr Debütroman »Brown Girls« erhielt hymnische Besprechungen in der Presse. Palasi Andreades lebt in New York und arbeitet zur Zeit an ihrem zweiten Roman.
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