Blick ins Buch

Ik ben er niet

4,2(78)
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Niederländisch
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Über das Buch

‘Wij waren de twee scheefgezakte pilaren die, zodra je ze tegen elkaar aan deed leunen, steviger zouden staan dan één ongeschonden, op zichzelf staande pilaar ooit kon. Het zou goed komen met ons, zolang we samen bleven.’

De Brusselse Leo is tien jaar samen met haar vriend Simon. Verbonden door een moeizame jeugd, heeft het koppel weinig anders nodig dan elkaar. Tot alles kantelt: Simon komt midden in de nacht thuis en lijkt vanaf dat moment iemand anders. Langzaam valt Leo's minutieus opgebouwde bestaan uiteen, tot het punt waarop het gevaarlijk wordt.

Ik ben er niet is een verhaal over toewijding en verraad, over twee mensen die op hun eigen manier gemankeerd zijn, maar die hun uiterste best doen opgemerkt te worden, lief te hebben en te leven.

Lize Spit (1988) debuteerde in 2016 met Het smelt. Ze werd genomineerd voor vele prijzen, waaronder de Libris Literatuur Prijs en ze won o.a. de Boekhandelsprijs en de Bronzen Uil. Ook in het buitenland oogstte Het smelt veel succes. Ik ben er niet is haar tweede roman.
ISBN9789493168718
VerlagDas Mag Uitgeverij B.V.
Erscheinungsdatum10.12.20
Seitenzahl570

Rezensionen & Bewertungen

78 Bewertungen

12 Rezensionen

4,2

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  • buchmagie
    buchmagie

    271 Follower

    4,5

    576 Seiten in zweieinhalb Tagen. Und immer noch weiß ich nicht, ob ich "Ich bin nicht da" von Lize Spit inhalieren musste, weil so eindrücklich, intensiv und wahnsinnig beklemmend geschrieben war- oder, weil ich es einfach hinter mich bringen musste. Diesen Roman bis zur letzten Seite zu lesen, um ihm dann möglichst weit von mir wegzuschieben, mich fast vor ihm in einer Ecke zu verstecken. Hauptsache, er war zu Ende, hauptsache er war weg. Ich glaube jetzt am Ende: es war eine Mischung aus beidem. Oft musste ich mich zwingen wieder hochzukommen aus diesem Strudel, in den mich diese Geschichte geschubst hat, musste das fast schon kiloschwere Gewicht, das sich auf meine Brust beim Lesen gelegt hat mit größter Anstrengung hinunterhieven, musste weg von dieser Geschichte, Abstand zwischen uns bringen, ein Hundespaziergang, eine Nacht schlafen, oft auch ein paar Seiten eines anderen Buches, insgeheim manchmal sogar ein bisschen hoffen, sie wäre weg, wenn ich nach Hause komme oder wieder aufwache. Doch sie war da, immer, sie wartete geduldig auf mich. Weil sie wusste, dass ich nicht anders konnte, als sie zu Ende zu lesen. Denn da ist noch die andere Seite der Geschichte, das Tragische, das in ihr passiert in Relation zu setzen in der Art und Weise, wie es erzählt wird. Meisterhaft, nichts anderes ist das, was Lize Spite in "Ich bin nicht da" macht. Unglaublich intensiv, empathisch und eindringlich erzählt sie von Leo und Simon, die seit zehn Jahren ein Paar sind, die sich in und auswendig kennen und alles voneinander wissen. Simon ist Leos wichtigster Mensch auf der Welt, bei ihm fühlt sie sich sicher und ihm kann sie alles anvertrauen bis zu dem Tag, an dem Simon mitten in der Nacht nach Hause kommt, völlig überdreht von einer seltsamen Idee berichtet, die ihrer beider Leben völlig verändern sollte. Denn diesen Simon kennt Leo nicht mehr. Innerhalb weniger Wochen wird er ein völlig anderer Mensch, der sich immer wahnhafter in abstrusen Ideen und irgendwann auch Paranoia hineinsteigert, bis die Katastrophe irgendwann nicht mehr zu verhindern ist. Aus Leos Sicht geschildert ist dieser Roman an vielen Stellen fast unerträglich. Sei es die Hilflosigkeit von nahen Angehörigen mitzuerleben, wenn eine nahestehende Person eine psychische Krankheit entwickelt, die fast schon Absurdität, die man beim Lesen empfindet, wenn Paranoia so eindringlich beschrieben wird, dass man, wie Leo selbst in einigen kurzen seltsamen Momenten fast selbst dran glaubt, die Unfähigkeit eigentlich medizinisch geschulten Fachpersonals Vorzeichen zu erkennen und richtig zu deuten, die unglaublich intensive Trauer, die man als Lesende empfindet und die zwischen Leo und Simon dauernd hin und her springt und diese Momente, in denen die Autorin bewusst Grenzen überschreitet, in denen ich die Augen zusammen gekniffen, mehr als einmal tief durchatmen musste, um das Buch dann ganz weit von mir wegzuschieben. Doch ich musste, ich musste diesen Weg mit Leo und Simon zu Ende gehen, ich hatte keine andere Wahl, auch wenn ich mindestens viermal vorher die literarische weiße Flagge geschwungen habe, weil ich nicht mehr konnte und die Autorin fast vor meinem Inneren Augen sehen konnte mit einem abschätzenden Blick und der Aussage auf den Lippen: "Jetzt bist du schon so weit gekommen und willst aufgeben? Geschichten müssen auch so sein und sie müssen erzählt werden." Wie recht sie doch hatte. Doch Vorsicht! "Ich bin nicht da" ist eine literarische Herausforderung, es ist kein Buch, bei dem du am Ende mit einem guten Gefühl heraus gehst, eher das Gegenteil. Denk aber dann auch nicht, du wirst sie schnell vergessen, denn auch das wird nicht passieren. Dieses Buch hämmert sich in deinen Kopf ein, doch es ist auch ein unglaubliches Beispiel für Empathie, für Mitgefühl, für mehr Aufmerksamkeit gegenüber seinen Mitmenschen. Für das Gefühl gesehen zu werden. Da zu sein, auch wenn der Titel es nicht so meint.

    30. Mai 2023

  • tukani
    tukani

    28 Follower

    4,0

    Sehr gutes Buch, aufgrund der Thematik allerdings stellenweise schwer erträglich.

    3. Aug. 2023

  • kapitelchaos
    kapitelchaos

    105 Follower

    5,0

    Leo und Simon sind seit 10 Jahren ein Paar. Ihr Leben verläuft in geregelten Bahnen, bis Simon eines nachts total überdreht und mit einem neuen Tattoo zu Hause auftaucht. Von einem auf den anderen Tag hat eine manische Phase ihn völlig im Griff. Er kündigt seinen Job, gibt übermäßig Geld aus und entwickelt eine regelrechte Paranoia auf Coen, den Lebenspartner von Leo‘s bester und einziger Freundin Lotte. Dies steigert sich auf die Spitze und Leo hat genau 11 Minuten um Schlimmes zu verhindern. - Beim Lesen des Buches hab ich mich immer wieder gefragt auf wen sich „Ich bin nicht da“ bezieht. Während es anfangs den Eindruck macht, dass damit Simons Zustand gemeint ist, da er sich immer weiter von sich selbst entfernt, bin ich nach Abschluss der Geschichte doch zu der Erkenntnis gekommen, dass sich die Aussage auf Leo, aus derer Sicht wir die Erzählung größtenteils erleben, bezieht. Sie verschweigt vor Bekannten und Ärzten die Ausmaße Simon‘s Zustand, sie versucht ihm immer einen Schritt voraus zu sein um bestimmte Dinge abzuwenden, sie erlegt sich auf der Gegenpol zu Simon‘s Verhalten zu sein, zieht sich immer mehr aus ihrem vorher schon spärlichen Gesellschaftsleben zurück und sucht obendrein die Schuld bei sich selbst. Dies führt dazu, dass sie einfach nicht mehr da ist, unsichtbar ist, nur noch funktional, aber ansonsten vollkommen von sich abgespalten. Diese Darstellung fand ich überaus gelungen und auch sehr wichtig, da es zeigt, wie schwer es sein kann, an der Seite einer psychisch kranken Person zu leben, wie wichtig es ist auf Self-Care zu achten und auch, dass man nur eine Stütze sein kann, wenn man selbst stabil genug dazu ist. Es wird im Verlauf oft auf Leo‘s Kindheit eingegangen und herausgearbeitet, dass sie schon immer die Vermittlerin gespielt hat, dass sie wenig auf sich selbst achtet und es immer allen anderen Recht machen will, damit es allen gut geht. Dies spielt sicher eine Rolle in der Entwicklung der Dynamik, aber ich würde nicht ausschließen, dass es jeden Angehörigen betreffen kann. Auch werden große Defizite im Gesundheitssystem angesprochen. Gerade für Leo wäre es wichtig gewesen eine Aufklärung über Simon‘s Diagnose, bipolare Störung, zu erhalten, aber sie wird vollkommen allein gelassen und muss sich vieles zusammenreimen. Ich finde die Darstellung dieser Erkrankung auch etwas überzogen, was daran liegen könnte, dass es einfach von Seiten der Autorin falsch recherchiert oder bewusst so gewollt ist, um deutlich zu machen, wie schnell es zu Fehldiagnosen bzw. Unzureichenden Diagnosen kommen kann, auch aufgrund des schon angesprochenen Verschweigens von Symtomatiken. Das Ende ist sehr offen und lässt den Leser in absoluter Unwissenheit zurück. Es wirkt fast, als würde es irgendwann mal eine Fortsetzung geben. Da ich bei der Autorin damit schon gerechnet habe, hat mich das jetzt nicht so gestört, trotzdem bleibt ein kleines Gefühl, dass man irgendetwas beraubt wurde. - Auf alle Fälle ist es ein grandioses Buch, dass durch den mitreißenden Schreibstil der Autorin getragen wird. Sie versteht es Emotionen, vor allem negativ besetzte, hervorzurufen und ihren Figuren eine tolle Tiefe zu geben. Daher eine ganz klare Leseempfehlung von mir.

    19. Okt. 2022

3 von 12 Rezensionen

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