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Crossroads

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Über das Buch

Una famiglia americana, gli Hildebrandt, all'inizio dei tumultuosi anni Settanta: un microcosmo di sogni, paure, rivalità e sensi di colpa. Sono i giorni dell'Avvento dell'anno 1971, a New Prospect, Chicago, ma gli Hildebrandt non sembrano ansiosi di festeggiare il Natale. Russ, pastore di una chiesa locale, desidera un unico regalo: passare qualche ora in compagnia di Frances Cottrell, un'adorabile parrocchiana che mette a dura prova la sua fede e il suo matrimonio. Sua moglie Marion sa che i tempi turbolenti non garantiscono la stabilità coniugale, e teme che i brutti segreti che ha sempre nascosto a Russ stiano per venire a galla. Mentre i loro figli, Clem, Becky e Perry, sono già prontissimi a sognare una vita diversa. Con l'ironia e l'empatia che sono la cifra della sua letteratura, Jonathan Franzen racconta una storia unica e insieme universale, sullo sfondo di un paese che non ha mai smesso di rifondare i propri miti.
ISBN9788806253493
VerlagEinaudi
Erscheinungsdatum25.10.22
Seitenzahl624

Rezensionen & Bewertungen

197 Bewertungen

29 Rezensionen

4,0

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  • lesekosmos
    lesekosmos

    51 Follower

    5,0

    Ganz viel (Familien-)Leben

    Jonathan Franzen hat es wieder getan. Mit „Crossroads“ geht Franzen konsequent den Weg weiter, den er in „Die Korrekturen“ bereits äußerst erfolgreich beschritten hat. Er greift einmal mehr tief hinein in diesen Schmelztiegel an Schicksalen, den man schlichtweg Leben nennt. Sein Spezialgebiet: Familienleben. In Crossroads nimmt uns der Autor mit in das Leben der US- amerikanischen Familie Hildebrandt Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Pikant, wie Franzen bereits mit dem Titel spielt und Ahnungen generiert. Crossroads bedeutet im Englischen sowohl Wegkreuzung als auch Scheideweg. Nichts anderes passiert in dieser, nein doch eigentlich in jeder Familie. Zuerst treffen sich stets und überall Vater und Mutter, die aber auch beide ihre ganz individuelle Vergangenheit haben, ihre guten Seiten, aber auch ihre Marotten und Schattenseiten. Bei Franzen sind es Vater Russ, Pastor in einer Vorstadtgemeinde und Möchtegern-Gigolo, und Mutter Marion, die über die monotone Erfüllung mütterlicher und familiärer Pflichten äußerlich zur Matrone degeneriert ist. Und dann kommen natürlich wie immer früher oder später die Kinder dazu, die die Lebenswege der Eltern und ihrer Geschwister kreuzen. Mal für eine kürzere, mal für eine längere Zeit. Mal in Harmonie, oft aber wegen der divergierenden Persönlichkeitsentwicklung auch im Dissens, der bis zum Hass gehen kann. Wiedererkennungseffekte? Aber natürlich, alles andere wären erfolgreiche Verdrängungsmechanismen, um nicht von der rosa Wolke zu fallen. Clem, Becky, Perry und Judson heißen die vier beispielhaften Kinder-Charaktere bei Franzen. Dass Crossroads nebenbei auch der Name einer kirchlichen Jugendgruppe im Buch ist, gerät in Anbetracht der Metaphorik des Gesamtromans fast zur Nebensächlichkeit. Das Grundkonstrukt dieses Familien-Epos bietet Raum für alles, was Familien landläufig ausmacht. Da gibt es Ehebruch, Drogensucht, psychische Erkrankungen, Lebenssinnkrisen, Ablöungsprozesse, ungewollte Schwangerschaft, Geschwisterkonflikte, Trennungsabsichten, um nur die essentiellsten zu nennen. Einen erwähnenswerten zusätzlichen Fokus richtet der Autor in „Crossroads“ auf das Thema Glauben. Das Panoptikum religiöser Überzeugungen reicht von Religion als Job über eine völlig kritikunfähige Verblendung sowie die Rückkehr zum Glauben durch eine plötzliche, imaginäre Erleuchtung bis hin zum überzeugten Atheismus. Dabei nimmt Franzen scheinbar die Funktion des aussenstehenden Erzählers ein. Er scheint vordergründig nicht zu werten. Nicht immer kann man ihm diese Rolle abnehmen und fragt sich dann als Leser an der ein oder anderen Stelle, ob man sich nicht doch einer geschickt gewobenen Persiflage religiöser Geisteshaltungen gegenüber sieht. Wo ist der Roman einfach nur Storytelling oder wo sind die Messages versteckt? Ein guter Autor wie Franzen lässt das offen. All diese facettenreichen Komponenten einer Familiendynamik mixt Franzen mit einem Schuss Dramatik zu einem qualitativ hochwertigen Potpourri. Zusammen mit seinem schon in „Die Korrekturen“ bestechenden Gefühl für den richtigen Flow und das richtige Schreibtempo reiht sich Franzen mühelos ein in die lange Liste anderer großer US- amerikanischer Geschichtenerzähler wie John Steinbeck, T. C. Boyle, Ernest Hemingway und viele andere. Aber das wussten Franzen-Leser ja schon. In Summe beste Unterhaltung, viel Buch fürs Geld und ganz nebenbei eine ganze Menge philosophischer und sprachlicher Highlights. Drei verführerische Kostproben aus dem Schatzkästchen eines literarischen Ausnahmekönners: „Sein Schmerz und sein Hass waren von einer horizontlosen Totalität“, „Die Abwesenheit von Negativa ergab nicht zwingend ein Positivum“ und „Hoffnung war die Zuflucht der Dämlichen“. Und die Quelle Franzen scheint unerschöpflich. Sicherlich zur Freude des Verlags. Teil zwei und Teil drei der Generationen übergreifenden Saga sind angekündigt.

    5. Apr. 2026

  • gesteff
    gesteff

    139 Follower

    4,0

    In Crossroads geht es um die Themen: Glauben, Schuld, Ehe, Selbstfindung und den Zerfall familiärer Strukturen. Er spielt in den 70erm, sowie in Rückbleneden auch in den 40er Jahren . Die damalige Zeit wird authentisch eingefangen. Franzen versteht es jeden Charakter tiefgründig und vielschichtig zu zeichnen, mit all ihren Stärken und Verfehlungen und der inneren Zerrissenheit. Ein gewohnt guter Franzen, aufgrund von einigen Längen, "nur" 4 Sterne. Wer gerne Epen liest und ein Faible für psychologisch komplexe Erzählungen hat, ist bei Franzen gut aufgehoben.

    3. Dez. 2024

  • 4,0

    Psychologische Dynamiken innerhalb einer Chicagoer Pfarrersfamilie in den 70ern 🤩

    Der US-Amerikanische Autor Jonathan Franzen gilt seit 2001 als er den Roman „Die Korrekturen“ veröffentlichte, als Bestsellergarant. Sein neuer Roman „Crossroads“ beschreibt das Leben einer Pfarrersfamilie in Chicago, spielt 1971 und schildert drei Generationen von Gottsuchern. Im Deutschen ist er 2021 bei Rowohlt erschienen. Es handelt sich um einen Familienroman - diese Familie besteht aus Russ, der Pfarrer ist, hierarchisch nicht sehr weit oben, er hat in der Gemeinde einen Pfarrer, der ihm vorgesetzt ist, was sein Ego kränkt. Gleichzeitig ist seine Ehefrau Marion, für ihn nicht mehr ein Objekt des Begehrens. Seither fängt er an, unter dem Deckmantel der Verbesserung der Welt und der Zustände, mit einem Gemeindemitglied, Frances, in einem schlechten Viertel von Chicago sich um eine arme Gemeinde zu kümmern. Er merkt selber, dass er darin nur ein Heuchler ist, er würde gerne noch gewissermaßen im Geiste Gottes handeln, aber handelt doch eher im Geiste seiner Versessenheit auf einen möglichen Ehebruch. Gleichzeitig ist er aber auch ein Puritaner, der sich dann selbst geißelt und bestraft für seine schlimmen Fantasien. Es gibt in dieser Kirche, in der „Hochwürden“ Russ arbeitet, eine Jugendgruppe, die sich Crossroads nennt und eigene Rituale hat. Da wird sich umarmt, da muss man sich Geständnisse aus seinem Seelenleben machen. Was zunächst eher befremdlich wirkt, wird zu einem großen Erfolg dieser Jugendgruppe. Er hat vier Kinder, von denen zumindest eins überdurchschnittlich genial ist - meine Lieblingsfigur ist der Sohn Perry, der sehr nach seiner Mutter kommt, der 15 ist und offenbar ein Drogenproblem hat und eine ziemliche psychische Herausforderung. Das könnte wiederum zurückgehen auf eine Traumavorgeschichte seiner Mutter Marion. Es gibt den Ältesten, Clem, der schon aus dem Haus raus ist und sein erstes Collegejahr macht und macht jetzt aber, weil er es falsch findet, dass nur die Armen nach Vietnam eingezogen werden, meldet er sich, obwohl eigentlich Pazifist, freiwillig beim Musterungsausschuss. Und es gibt Becky, die Schöne, die Glänzende, die alle lieben an der Schule, die aber auch irgendwie weiß, dass ihr Erfolg ein bisschen viel mit ihrem Aussehen zu tun hat, während es ihr an geistiger Tiefe fehlt. Die aber auch umgekehrt sich nicht von ihrem jüngeren Bruder Perry demütigen lassen will und das Gefühl hat, er würde mit seiner Intelligenz sie bewusst versuchen zu erniedrigen. Kurzum, wir haben ein unglaublich reiches Familienensemble versammelt. Jede Figur ist anders gestaltet, jede Figur ist so dass man nach drei Seiten deren Gewohnheiten, deren Denkweisen, deren Blick auf die Welt verstehen will. Es ist ein ungeheuer genaues Vollziehen von psychologischen Dynamiken zwischen Geschwistern, zwischen Eltern und Kindern. Das geht runter wie Honig, der Roman ist schlappe 800 Seiten lang, aber keine Seite ist zuviel, dadurch dass er immer von Kapitel zu Kapitel die Perspektiven der Figuren wechselt. Franzen ist ein Meister der Vereinfachung, darum funktioniert die Psychologie seiner Figuren so gut. In dem Titel „Crossroads“ steckt zum einen die Aneignung eines schwarzen Bluessongs durch die Hauptfigur des Pfarrers, auf der anderen Seite kann man ja auch Crossroads wörtlich nehmen: also da stehen wir am Scheideweg. Ich glaube das ist die Appellstruktur des Textes. Auf der einen Seite haben wir eine vereinfacht verstandene christliche Ethik, die in Eigennutz und Dogmatismus endet, auf der anderen Seite haben wir den Homo Ludens, also ludisches, spielerisches Handeln, als mögliche Form einer gesellschaftlichen Entwicklung. Und ich glaube, das ist es was Jonathan Franzen interessiert. Ich würde sagen, das was aus der christlichen Ethik folgt, geht hier nicht gut aus, er plädiert für mehr Spiel, für weniger Dogmatismus und da funktioniert dann natürlich auch die Betrachtung in einer in der Vergangenheit liegenden Zeit, in der man sich fragt: wo stehen wir denn heute am Scheideweg? Franzens Roman ist der erste Teil einer Trilogie - ich bin äußerst gespannt, wie es weitergeht und hoffe auf eine baldige Erscheinung des zweiten Teils. 😍

    8. Mai 2024

3 von 29 Rezensionen

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