Deutschland in naher Zukunft. In der Politik gibt es eine Quote für Frauen mit Kopftüchern. Jesus-Statuen in Kirchen werden gegen geschlechtsneutrale Figuren mit Blumenkränzen ausgetauscht. An der Erdogan-Schule in Berlin haben alle Schüler*innen Migrationshintergrund. Zugleich verüben Rechtsradikale, die einen Staat im Staate schaffen wollen, mörderische Anschläge. Wegen der ungelösten Wohnungsnot werden Containersiedlungen errichtet, in denen die Unterschicht untergebracht ist. Und auf der internationalen Bühne greifen China und Russland nach der Weltherrschaft. Die deutsche Gesellschaft ist vollkommen polarisiert. In dieser Situation kandidiert Sabah Hussein als erste muslimische Frau für das Amt der Bundeskanzlerin – ein erbittertes Ringen um die Zukunft eines zerrissenen Landes beginnt.-
Ich bin ohne Erwartung in das Buch reingegangen. Ich habe auch den Klappentext nicht gelesen, da dieser meiner Meinung nach zu lang für das kurze Buch war, und ich mich nicht Spoilern wollte.
Aber es war ein reines (fiktives) Politik-Roman. Sorry aber damit kann ich echt nichts anfangen…
Deshalb habe ich es ab Seite 50 abgebrochen.
30. März 2026
0,5
Musste ich abbrechen
Ich bin ohne Erwartung in das Buch reingegangen. Ich habe auch den Klappentext nicht gelesen, da dieser meiner Meinung nach zu lang für das kurze Buch war, und ich mich nicht Spoilern wollte.
Aber es war ein reines (fiktives) Politik-Roman. Sorry aber damit kann ich echt nichts anfangen…
Deshalb habe ich es ab Seite 50 abgebrochen.
Ein Roman, der zu viel will, aber doch etwas schafft
Ich schlage das Buch auf und denke mir erst mal: „Okay. Tagesschausprecher schreibt politischen Roman. Kann klappen. Oder auch sehr schiefgehen.“
Spoiler: Es klappt. Irgendwie. Und irgendwie auch nicht.
Denn kaum habe ich mich hingesetzt, bin ich auch schon nicht mehr im Heute, sondern in einem Deutschland der Zukunft. Also… so halb Zukunft. Eher so: „Aussicht auf das, was uns vielleicht mal bevorsteht, wobei vieles auch heute schon in der Art Thema bei uns ist.“
Wir schreiben die 2050er. Bundestagswahl. Große Spannung. Und vorne liegt: Sabah.
Muslima. Als Kind nach Deutschland geflüchtet. Mittvierzigerin. Kanzlerinnenmaterial, sagen ihre Fans. Sie selbst sagt es auch. Und die Umfragen nicken zustimmend. Sie liegt vorne.
Die Welt in diesem Buch ist nicht zusammengebrochen – sie hat sich einfach verschoben, Stück für Stück. Religion, Identität, Sprache, Macht. Alles neu sortiert. Alles politisch. Alles aufgeladen. Linke gegen Rechte. Christen gegen Islamisten. Alte weiße Männer gegen starke Frauen. Und Russland und China sind auch 2050 noch genau so in den Schlagzeilen wie sie es heute sind.
Es gibt Regeln über Regeln in diesem Deutschland. Quoten, Vorgaben, Checklisten. Vielfalt wird gelebt und gewünscht und gesetzlich geregelt.
Alles korrekt. Alles sauber. Alles irgendwie richtig deutsch.
Namen/Lieder können gendertechnisch angepasst werden (bspw. dürfen Frauen aus ihrem Nachnamen „Kaufmann“ Kauffrau machen) und was ist eigentlich mit James Bond? Tja. Jetzt ist es „die neue 007“. Eine homosexuelle Frau mit Behinderung. Warum auch nicht? Vielfalt und Abwechslung werden in Deutschland 2050 SEHR groß geschrieben.
Das Buch liest sich schnell. Vieles bleibt aber oft auf der Strecke; Themen werden manchmal nur angerissen. Linker Aktivismus, Rechtsextremismus, Medien, Meinungsfreiheit, Klima, Krieg – alles kurz angerissen, kaum vertieft. Man merkt: Der Autor hatte sehr viele Gedanken. Und sehr wenig Seiten. Ich hätte mir gewünscht, dass da 100 mehr gewesen wären, dann wäre es für meinen Geschmack eine runde Sache gewesen.
Und dann… das Ende.
Ich klappe das Buch zu und denke nur: Ernsthaft jetzt?
Nicht im Sinne von „schlecht geschrieben“, sondern eher: „Das war’s schon? Und jetzt? Was passiert jetzt? Wie geht es weiter?“
So viel Aufbau, so viele Ideen – und dann ein Abgang dieser Art, sodass ich mir jetzt denk: „Hätt ich auch lassen können, mich hier einen Abend hinzusetzen und 200 Seiten durchzuhauen.“
Unterm Strich: Das Buch hat was. Es provoziert. Es kann phasenweise unterhalten. Es will, dass man sich aufregt, darüber nachdenkt und sich reflektiert – und das schafft es auch. Kein literarisches Meisterwerk, aber ein Text, den man sich zwar reinziehen kann, aber nicht unbedingt muss.
30. Dez. 2025
2,0
Ein Roman, der zu viel will, aber doch etwas schafft
Ich schlage das Buch auf und denke mir erst mal: „Okay. Tagesschausprecher schreibt politischen Roman. Kann klappen. Oder auch sehr schiefgehen.“
Spoiler: Es klappt. Irgendwie. Und irgendwie auch nicht.
Denn kaum habe ich mich hingesetzt, bin ich auch schon nicht mehr im Heute, sondern in einem Deutschland der Zukunft. Also… so halb Zukunft. Eher so: „Aussicht auf das, was uns vielleicht mal bevorsteht, wobei vieles auch heute schon in der Art Thema bei uns ist.“
Wir schreiben die 2050er. Bundestagswahl. Große Spannung. Und vorne liegt: Sabah.
Muslima. Als Kind nach Deutschland geflüchtet. Mittvierzigerin. Kanzlerinnenmaterial, sagen ihre Fans. Sie selbst sagt es auch. Und die Umfragen nicken zustimmend. Sie liegt vorne.
Die Welt in diesem Buch ist nicht zusammengebrochen – sie hat sich einfach verschoben, Stück für Stück. Religion, Identität, Sprache, Macht. Alles neu sortiert. Alles politisch. Alles aufgeladen. Linke gegen Rechte. Christen gegen Islamisten. Alte weiße Männer gegen starke Frauen. Und Russland und China sind auch 2050 noch genau so in den Schlagzeilen wie sie es heute sind.
Es gibt Regeln über Regeln in diesem Deutschland. Quoten, Vorgaben, Checklisten. Vielfalt wird gelebt und gewünscht und gesetzlich geregelt.
Alles korrekt. Alles sauber. Alles irgendwie richtig deutsch.
Namen/Lieder können gendertechnisch angepasst werden (bspw. dürfen Frauen aus ihrem Nachnamen „Kaufmann“ Kauffrau machen) und was ist eigentlich mit James Bond? Tja. Jetzt ist es „die neue 007“. Eine homosexuelle Frau mit Behinderung. Warum auch nicht? Vielfalt und Abwechslung werden in Deutschland 2050 SEHR groß geschrieben.
Das Buch liest sich schnell. Vieles bleibt aber oft auf der Strecke; Themen werden manchmal nur angerissen. Linker Aktivismus, Rechtsextremismus, Medien, Meinungsfreiheit, Klima, Krieg – alles kurz angerissen, kaum vertieft. Man merkt: Der Autor hatte sehr viele Gedanken. Und sehr wenig Seiten. Ich hätte mir gewünscht, dass da 100 mehr gewesen wären, dann wäre es für meinen Geschmack eine runde Sache gewesen.
Und dann… das Ende.
Ich klappe das Buch zu und denke nur: Ernsthaft jetzt?
Nicht im Sinne von „schlecht geschrieben“, sondern eher: „Das war’s schon? Und jetzt? Was passiert jetzt? Wie geht es weiter?“
So viel Aufbau, so viele Ideen – und dann ein Abgang dieser Art, sodass ich mir jetzt denk: „Hätt ich auch lassen können, mich hier einen Abend hinzusetzen und 200 Seiten durchzuhauen.“
Unterm Strich: Das Buch hat was. Es provoziert. Es kann phasenweise unterhalten. Es will, dass man sich aufregt, darüber nachdenkt und sich reflektiert – und das schafft es auch. Kein literarisches Meisterwerk, aber ein Text, den man sich zwar reinziehen kann, aber nicht unbedingt muss.
📚 Inhalt
Wir befinden uns in Deutschland, in ungefähr dreissig Jahren, kurz vor den nächsten Bundestagswahlen. Das Land steht am Abgrund, zerrissen zwischen Hoffnung und Hass. Die aussichtsreichste Kandidatin für die Regierungsspitze ist Sabah Hussein, Feministin, Muslimin, Einwanderin und Mitglied der ökologischen Partei.
Aber längst nicht alle wollen diese Frau an der Macht sehen und tun alles, um Sabahs Wahl zu vereiteln.
📖 Meinung
Wo soll ich da bloss anfangen? Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, da ich das Thema super spannend finde. Man verbringt viel Zeit mit der Protagonistin Sabah und sollte meinen, dass man sie gut kennen lernt. Aber sie bleibt leer, wirkt zweidimensional und austauschbar. Und was ich fast am schlimmsten fand, sind die ganzen Stereotypen.
Ja, es ist mir bewusst, dass der Autor Stereotypen als Stilmittel benutzt und sie bewusst überspitzt darstellt. Aber es war einfach zu viel des Guten. Viel zu viel. Das Buch bewirkt meiner Meinung nach das direkte Gegenteil davon, was es eigentlich möchte. Für mich liest es sich wie eine Panikmache vor linksgrüner Politik, die durch den Einsatz verschiedener rechtsextremer Vorurteile befeuert werden.
Es ist ein furchtbares Buch, das eigentlich eine interessante Grundidee hatte. Einfach nur ein schlimm zu lesen. Hände weg.
21. Apr. 2025
1,0
📚 Inhalt
Wir befinden uns in Deutschland, in ungefähr dreissig Jahren, kurz vor den nächsten Bundestagswahlen. Das Land steht am Abgrund, zerrissen zwischen Hoffnung und Hass. Die aussichtsreichste Kandidatin für die Regierungsspitze ist Sabah Hussein, Feministin, Muslimin, Einwanderin und Mitglied der ökologischen Partei.
Aber längst nicht alle wollen diese Frau an der Macht sehen und tun alles, um Sabahs Wahl zu vereiteln.
📖 Meinung
Wo soll ich da bloss anfangen? Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, da ich das Thema super spannend finde. Man verbringt viel Zeit mit der Protagonistin Sabah und sollte meinen, dass man sie gut kennen lernt. Aber sie bleibt leer, wirkt zweidimensional und austauschbar. Und was ich fast am schlimmsten fand, sind die ganzen Stereotypen.
Ja, es ist mir bewusst, dass der Autor Stereotypen als Stilmittel benutzt und sie bewusst überspitzt darstellt. Aber es war einfach zu viel des Guten. Viel zu viel. Das Buch bewirkt meiner Meinung nach das direkte Gegenteil davon, was es eigentlich möchte. Für mich liest es sich wie eine Panikmache vor linksgrüner Politik, die durch den Einsatz verschiedener rechtsextremer Vorurteile befeuert werden.
Es ist ein furchtbares Buch, das eigentlich eine interessante Grundidee hatte. Einfach nur ein schlimm zu lesen. Hände weg.