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Romane

Die Infantin trägt den Scheitel links

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Über das Buch

Dass sie, die jüngste Tochter, das zarte Kind, den Bauernhof ihrer Eltern abfackelt, ist nicht nur ein Versehen, es ist auch Notwehr. Ein Akt der Selbstbehauptung gegen die Zumutungen des Heranwachsens unter dem Regime der Eltern, einer frömmelnden, bigotten Mutter und eines Vaters mit einem fatalen Hang zu Alkohol, Pyrotechnik und Esoterik. Von den älteren Zwillingsschwestern nicht zu reden, zwei Eisprinzessinnen, die einem bösen Märchen entsprungen sind und ihr, der Infantin in Stallstiefeln, übel mitspielen, wo sie nur können. Und natürlich fehlen auch Jäger, Pfarrer und Bürgermeister nicht in dieser Heuboden- und Heimatidylle, die in den schönsten Höllenfarben gemalt ist und in der es so handfest und herzhaft zugeht wie lange nicht.Dieses Buch ist ein Fanal, ein Feuerwerk nach dem Jüngsten Gericht unter dem Watschenbaum. Es erzählt von Dingen, als gingen sie auf keine Kuhhaut. Schrill, derb, ungeschminkt, rotzfrech und hart wie das Landleben nach dem Zeltfest und vor der Morgenmesse. Eine sehr ernste Angelegenheit, ein sehr großer Spaß!

Editionen (2)

ISBN9783990271773
VerlagJung u. Jung
Erscheinungsdatum28.02.20
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

81 Bewertungen

22 Rezensionen

3,4

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  • schiefgelesen
    schiefgelesen

    14 Follower

    5,0

    Einen animierten Bruegel möge man sich vorstellen, fordert die Erzählerin von "Die Infantin trägt den Scheitel links" gleich im ersten Satz und liefert ihn dann selbst. Ein Wimmelbild mit toten Tieren, Blut und Schlamm, Angst und Gewalt, in dem die Grenzen zwischen Traum und Realität nicht nur verschwimmen, sondern gar nicht erst existieren. Die heranwachsende Erzählerin imaginiert grausame Rache an ihren fiesen Zwillingsschwestern ebenso wie durchtrainierte Rettungsschwimmer, die den Strand von Malibu verlassen, um sie von ihrem Bergbauernhof in Österreich zu entführen. Von Alpenidyll ist Helena Adlers zweiter Roman weit entfernt. Schönheit und Geborgenheit findet man hier höchstens mal im Nebensatz oder eben im Fernsehen. Sie erzählt vom Aufwachsen mit einem esoterischen Vater und einer religiösen Mutter, von einem Dorf, in dem jede auffällt, die nicht den biederen ÖVP-Standardhaarschnitt trägt. Adler erzählt das Aufwachsen im Dorf als wilden Höllenritt und gibt der Leserschaft erst ganz am Ende den festen Boden unter den Füßen zurück. Ein wirklich fantastisches Buch, geschrieben in einer bildreichen, wilden und kompromisslosen Sprache.

    31. Aug. 2025

  • booksplanetmeli
    booksplanetmeli

    77 Follower

    4,5

    Ein Literarisches Meisterwerk😍. Man checkt zwar nicht wirklich was der Inhalt von dem Buch ist aber ich hab es so gern gelesen weil es so außergewöhnlich geschrieben ist.

    8. Dez. 2025

  • buchpetzi
    buchpetzi

    68 Follower

    5,0

    Großer Lesespaß für alle, die am Land in abgeschiedenen Gegenden aufgewachsen sind. Da bekommt man glatt Heimweh. Extrem Wortgewaltig (mit Betonung auf Gewalt), aber in seinem Misch-Masch der Aussagen und Eindrücke trotzdem kristallklar in der Aussage.

    13. Jan. 2025

3 von 22 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 2513%

…Später male ich die blassen Hausinnenwände der Onkel und Tanten mit Prinzessinnen aus und verstehe ihre Drohungen und Sanktionen als Affront gegen die Kunst… 😁

Autorin / Autor

Über Helena Adler

Geboren 1983 in Oberndorf, gestorben 2024 in Salzburg. Sie studierte Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg. Ihr Roman Die Infantin trägt den Scheitel links stand 2020 auf der Longlist zum Deutschen und auf der Shortlist zum Österreichischen Buchpreis. Zuletzt erschien der Roman Fretten, auch mit ihm war sie für den Österreichischen Buchpreis nominiert.

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