Blick ins Buch

Romane

Hotel Savoy

3,3(30)
Nicht lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Nach dreijähriger Kriegsgefangenschaft in Sibirien kehrt Gabriel Dan heim und quartiert sich im Hotel Savoy ein. Gabriel, der weder Eltern, Weib noch Kind hat, macht einen Bittgang zu seinem Onkel Phöbus Böhlaug, der in der Stadt in Saus und Braus lebt. Der schäbig angezogene Soldat bekommt von der geizigen Verwandtschaft lediglich einen abgetragenen Anzug geschenkt. Die Gäste der oberen Hoteletagen können ihre Rechnung nicht bezahlen. Der alte Liftboy Ignatz leiht jedem Geld, der Koffer hat. Die armen Schlucker unter den Hotelgästen fürchten sich vor den Kontrollgängen des Hoteldirektors Kaleguropulos. Es geht das Gerücht, dass der Direktor ein Grieche sein soll. Gabriel bekommt ihn nicht zu Gesicht und will hinter das Geheimnis des unsichtbaren Direktors kommen. In den unteren Etagen wohnen die Reichen. In der Hotelbar müssen nachts junge Mädchen, die keinen Koffer mehr zu verpfänden haben, sich vor Fabrikanten und Häusermaklern nackt ausziehen. Gabriel verliebt sich in die junge Varietétänzerin Stasia. Gabriel hat einen Nebenbuhler, seinen Cousin Alexander Böhlaug. Alexander, Student in Paris, quartiert sich im Savoy ein, um Stasia nahe zu sein. Der Kroate Zwonimir Pansin kehrt heim. Gabriel nimmt den Soldaten in seinem Zimmer auf. Alexander macht das Rennen. Zwonimir und Gabriel finden Arbeit. Auf dem Güterbahnhof verladen sie Hopfenballen zum Transport nach Deutschland. Eine Flut von Heimkehrern ergießt sich in die Stadt. Gabriel fühlt sich mit den Ankömmlingen eng verbunden. Nicht nur die Lage der zahlreichen in der Stadt herumlungernden Heimkehrer ist hoffnungslos. Auch die Arbeiter aus Herrn Neuners Borstenreinigungsfabrik. Zwonimir mischt sich unter die Murrenden; wiegelt das Volk zum Widerstand auf. Da erscheint die Rettung aus der wirtschaftlichen Misere: Henry Bloomfield, Milliardär aus den USA, besucht die Heimatstadt. Gabriel wird sein Sekretär. Einer der Revolutionäre wirft eine Handgranate ins Hotel. Militär rückt gegen die Aufständischen an. Das Hotel brennt in allen Stockwerken. Die Menge stürmt das Savoy.

Editionen (30)

ISBN9783966621793
VerlagBoer Verlag
Erscheinungsdatum31.12.21
Seitenzahl132

Rezensionen & Bewertungen

30 Bewertungen

5 Rezensionen

3,3

Tippen zum Filtern

  • arthurzturm
    arthurzturm

    171 Follower

    4,0

    Roman der Nachkriegszeit, der Stil melancholisch und auf eindringliche Weise schildert Roth ein Bild von Menschen, die auf der Suche nach Orientierung und Identität sind. Das Hotel selbst wird zur Metapher für die Verlorenheit und Entwurzelung, die den Krieg überlebt haben. Der Schreibstil ist zeitweise etwas langatmig, daher der leichte Bewertungsabzug.

    15. Apr. 2025

  • 2,0

    Hotel Savoy erschien im Jahr 1924 erstmals als Fortsetzungsroman in einer Zeitung und wurde später gebunden gedruckt sowie verfilmt. Von Joseph Roth habe ich bisher "Hiob" gelesen, was mir gut gefallen hat. Im Buch "Hotel Savoy" geht es um Kriegsheimkehrer und andere Menschen, die den ersten Weltkrieg überlegt haben und auf Zeit oder auf Dauer um Hotel Savoy im ponischen Lodz untergekommen sind. Dabei lernt man skurille Gestalten der damaligen Zeit kennen. Erzählt wird das Buch aus der "Ich"-Perspetive eines Kriegsheimkehrers, der wenig Geld aber wohlabende Verwandschaft in Lodz hat. Mich hat dieses Buch nicht bewegt, weil ich durch die Vielzahl an Personen verwirrt war - ebenso passten Teil 3 und 4 des Buches aus meiner Sicht nicht mehr so gut zum Stil in dem Teil 1 und 2 geschrieben sind, in die ich auch besser hineingekommen bin. Ein schöner Einblick in eine vergangene Welt, aber bewegt hat mich die Geschichte nicht.

    5. Jan. 2024

  • semjon.pfalz
    semjon.pfalz

    38 Follower

    3,0

    Joseph Roth stellt die Nachkriegsgesellschaft der 20er Jahre als ein Hotel dar. Die Reichen dürfen weit unten wohnen und oben sind die Armen. Quasi die Gesellschaftspyramide aus heutiger Sicht auf den Kopf gestellt, aber für damalige Verhältnisse plausibel, wo unter dem Dach die Bediensteten wohnten. Die Geschichte lebt nicht von einer Handlung. Vielmehr ist ein Wimmelbild mit vielen Charakteren, satirisch überspitzt und sehr symbolisch dargestellt. Ich finde Geschichten mit starken Hang zum Symbolisieren meist interessant, aber selten fesselnd. So geht es mir auch mit Märchen und Fabeln, an die mich die Geschichte von Roth erinnert. Na, eigentlich nicht nur die Geschichte, sondern alles, was ich von ihm gelesen hatte. Insbesondere den Hiob, wo die Anspielung auf seinen alttestamentlichen Namensgeber ja schon im Titel steckt. Oder auch die Legende vom heiligen Trinker. Ich hatte mich zuletzt mit Joseph Roth beschäftigt als ich Volker Weidermanns Buch [b:Ostende - 1936, Sommer der Freundschaft|20802496|Ostende - 1936, Sommer der Freundschaft|Volker Weidermann|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1392276058l/20802496._SY75_.jpg|40146794] las. Da geht es in erster Linie um die Freundschaft von Stefan Zweig und Joseph Roth. Wie Zweig Roth seinen Leben lang finanziell unterstütze. Wie Roth als Heimatloser immer gerne in vornehmen Hotels übernachtete und einen starken Hang zum Alkohol hatte. Und vor allem wie toxisch die Beziehung zu Irmgard Keun damals 1936 im belgischen Exil, mit der er sich beinahe zu Tode soff und schrieb wie ein Verrückter. Ich habe viel von diesem alten Joseph Roth in Gabriel Dan wiedergefunden, obwohl der Autor ja kaum sein eigenes Leben vorwegnehmen konnte. Diese Beziehung fand ich interessant. Im Vergleich zu Hiob oder dem falschen Gewicht fand ich den Roman hat mir das Buch aber etwas weniger gefallen.

    14. Apr. 2024

3 von 5 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Joseph Roth

1894-1939

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick