Blick ins Buch

Jugendbücher

Obwohl es dir das Herz zerreißt

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Über das Buch

Caroline hat ihrer 17-jährigen Tochter Katie die Großmutter vorenthalten. Nun tritt die alte Dame unverhofft wieder in ihr Leben, doch sie erinnert sich an fast nichts mehr: Mary leidet an Demenz. Was für Caroline einem Albtraum gleicht, weckt in Katie neue Hoffnung. Sie freundet sich mit ihrer Großmutter an und fügt in deren lichten Momenten ihre Familiengeschichte zusammen. Noch ahnt Katie nicht, was sie damit ins Rollen bringt.

Editionen (5)

ISBN9783956392269
VerlagAudio Media
Erscheinungsdatum27.03.17
Seitenzahl1

Rezensionen & Bewertungen

40 Bewertungen

7 Rezensionen

3,4

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  • elizzy_91
    elizzy_91

    88 Follower

    4,0

    Zusammenfassend Als Jack, Marie's Freund, plötzlich verstirbt, wird Caroline angerufen und muss ihre Mutter im Krankenhaus abholen. Caroline, Katie's Mutter, ist gar nicht angetan und will Marie so schnell wie möglich wieder loswerden. Mit der Zeit erfährt man, das Caroline nicht von Marie sondern deren Schwester Pat grossgezogen wurde. So stellt sich heraus, das auch Marie für Caroline beinahe eine Fremde ist. Doch wieso konnte Marie sie nicht grossziehen? Wieso ist Caroline so verbittert und übervorsichtig? Was verbirgt Caroline vor Katie und wieso weicht sie Fragen bezüglich ihrer Vergangenheit immer wieder aus? "Zum Elternsein gehört mehr als Biologie, dazu braucht es Opferbereitschaft. Man kann nicht einfach in der Gegend rumlaufen und machen, wozu man gerade Lust hat." S. 22 Katie steht vor einer Fremden. Diese scheint aber ihre Grossmutter zu sein. Eine Grossmutter, die sie noch nie zuvor gesehen hatte. Doch Katie fängt an sich für Marie zu interessieren und schliesst diese sofort in ihr Herz. Nach anfänglichen Schwierigkeiten... Wie soll Katie sie nennen? Gran? Oma? Sie entscheidet sich für Marie - ja Marie passt. Kommen Marie und Katie sich schnell näher und erleben tolle Tage miteinander. Doch Katie kämpft mich sich selbst, auch sie hat ein Geheimnis. Warum wird sie von ihrer besten Freundin gemieden? Wieso sind die anderen Mädchen so gemein zu ihr? "Hast du mir nicht immer gesagt, dass Mut dazugehört, man selbst zu sein?" S. 179 Marie, die an Demenz leidet, versucht sich immer wieder an einen bestimmten Ort, an ein bestimmtes Ereignis und an einen kostbaren Moment zu erinnern. Doch ihre Gedanken entgleiten ihr immer wieder. Sie schweift ab und ist oft in der Vergangenheit. Wer war Marie? Wieso lebte sie ohne Caroline in London? Was war zwischen Pat und ihr? "Liebe Caroline, dies ist die Botschaft von Deiner ersten Mami. Ja, du hast zwei davon! (...)" S. 222 Gefiel mir sehr Ein Buch über eine Familie mit Wurzeln, die niemand anerkennen möchte. Ich mochte Marie unglaublich gerne, sie ist witzig und Charmant, als jugendliche sogar kokett und abenteuerlustig! Mir gefiel ihre Geschichte und mir gefiel sehr, wie sich herausstellte, dass nicht alles so ist wie es am Anfang den Anschein machte. Ich mochte auch sehr, wie die Geschichte aufgebaut war, mir gefielen die Rückblicke von Marie, sowie auch die Alltagserlebnisse von Katie. Gefiel mir nicht Ich fand es Schade, dass nicht aus der Sicht von Caroline geschrieben wurde. Den dadurch hätte man ihren Charakter vielleicht besser greifen / verstehen können. Ich war öfters genervt von ihr, weil sie es allen immer so schwer machte, doch erst am Schluss, als sie sich auch etwas öffnet, wird einem ihr Charakter auch etwas näher gebracht. Schreibstil & Cover Ich finde das Cover sehr stimmig und beruhigend. Normalerweise bin ich kein Fan von Covern mit Gesichtern drauf, aber dieses hier gefällt mir Richtig gut. Der Schreibstil ist frisch und flüssig, das mag ich sehr. Man war sofort in der Geschichte drin und die Wechsel zwischen Marie und Katie waren verständlich und störten den Geschichtsfluss nicht. "Ein Baby wird mit über dreihundert Knochen geboren, doch während des Wachstums verfestigt sich Knorpelmasse, und kleinere Knochen wachsen zusammen, bis es am Ende nur noch zweihundertsechs sind. So vieles geht verloren, während Töchter aufwachsen." S. 429 Fazit Eine tolle Geschichte über die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Bewertung Buchlänge ♥♥♥♥ (4/5) Schreibstil ♥♥♥♥ (4/5) Botschaft ♥♥♥ (3/5) Lesevergnügen ♥♥♥♥ (4/5)

    15. Okt. 2022

  • 4,0

    Ein besonderes Buch, das nachhallt. Zur Geschichte: Jenny Downham spricht in diesem Buch einige sensible Themen an, welche sie feinfühlig und authentisch aufbereitet. Ich konnte nachvollziehen und nachempfinden wie es sich anfühlen muss, ohne persönliche Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt zu haben. Die Geschichte ging mir sehr, sehr nahe und ich habe mich beim Lesen beteiligt gefühlt. Zwischen den Charakteren und mir bestand stellenweise zwar eine gewisse Distanz, jedoch war ich trotzdem immer emotional involviert in die Geschichte. Allerdings sollte diese Geschichte in meinen Augen definitiv eine Triggerwarnung besitzen! Ich weiß, dass dieses Buch schon etwas älter ist und das damals noch nicht so ein großes Thema war wie heute, aber für die nachfolgenden Auflagen kann man das schließlich noch berücksichtigen. Die Geschichte ist aber nicht nur tiefgründig und bewegend, sondern wurde noch dazu spannend inszeniert. Gemeinsam mit Katie rätselt man, was damals nun wirklich vorgefallen ist und wer die Wahrheit spricht. Durch Rückblenden, Erinnerungen und Gespräche erfährt man immer mehr Details und kann schließlich alles zu einem Gesamtbild zusammensetzen. Was die Wahrheit ist und ob es überhaupt eine gibt, verrate ich hier natürlich nicht, aber das Buch hat diesbezüglich auf jeden Fall einen sehr schönen Schlussgedanken - Generell finden sich in diesem Roman unzählige wundervolle Botschaften, die mal mehr und mal weniger versteckt sind. Dass das Buch einen mit offenen Fragen zurücklässt, kann man mögen oder nicht, in meinen Augen passt es allerdings sehr gut zur Geschichte und ihrer übergreifenden Message. Ich musste das Buch zwischendurch immer wieder mal zur Seite legen, weil es schon sehr viel und emotional belastend sein kann, aber dann wollte ich doch stets wieder wissen, wie es weitergeht. Es handelt sich hierbei nicht um einen Pageturner im klassischen Sinne, aber es lässt einen auch nicht los. Selbst in lesefreien Momenten habe ich an dieses Buch und an seine Charaktere gedacht. Die Geschichte hat viel in mir ausgelöst und mich nachdenklich gestimmt. "Obwohl es dir das Herz zerreißt" ist kein Buch, das man einfach so liest, den Buchdeckel schließt und im gleichen Zuge mit der Geschichte abschließt. Dennoch wäre auf emotionaler Ebene mehr möglich gewesen. Die Gefühle der Charaktere waren für mich insgesamt durchaus greifbar, aber gerade Katie's Mutter Caroline blieb oftmals etwas außen vor, zumal es auch keine Kapitel aus ihrer Perspektive gab. Ich hätte gerne mehr zu ihren Motiven erfahren, da ihr Verhalten für mich oftmals nur wenig Sinn ergab. Die Liebesgeschichte hat mich ebenfalls nicht wirklich erreicht, aber das fand ich auch nicht weiter schlimm, da sie ohnehin nicht unbedingt zentral und tragend für die Geschichte war. Das Familienthema steht ganz klar im Mittelpunkt - Mit allem, was dazugehört. Dennoch hätte man sich in Bezug auf die Liebesgeschichte vielleicht einen Punkt sparen können oder ihn eben mehr ausbauen sollen, eins von beiden. So war es nur ein weiteres von vielen Themen und Nebenschauplätzen der Geschichte, von denen es ohnehin schon recht viele gab und wurde leider auch eher oberflächlich und wenig detailliert ausgearbeitet. Zu diesem Punkt möchte ich gerne noch etwas sagen, was aber leider spoilert - Also Achtung! Achtung! Spoiler im nächsten Absatz! Achtung Spoiler! Ich finde es toll, dass in dieser Geschichte queere Charaktere mitspielen, ohne dass die LGBTQIA-Thematik im Vordergrund der Geschichte steht - Genauso würde ich es mir noch viel öfter in der Buchwelt wünschen. Allerdings sehe ich es hier kritisch, weil Katie ihre sexuelle Orientierung gerade erst entdeckt und das für sie auch eine große Sache ist, inklusive erste Liebe, Outing vor der Familie et cetera. Dementsprechend hatte dieser Aspekt hier Hauptthema-Potenzial und hätte mehr Raum zur Entfaltung gebraucht, der hier aber leider schon anderweitig vergeben war. Spoiler Ende! Zu den Charakteren: Die Geschichte wird aus Katie's und Mary's Sicht in der dritten Person Singular erzählt. Zusätzlich gibt es zwischendurch immer wieder Rückblenden in Mary's Vergangenheit. Die Figuren dieser Geschichte sind besonders und vielschichtig. Sie haben individuelle und interessante Persönlichkeiten, sind gut ausgearbeitet und wirken dabei sehr menschlich, authentisch und lebendig. Ich konnte sie greifen und mich in sie hineinversetzen. Gerade Katie war für mich sehr nahbar, auch wenn ich ihr Handeln nicht immer ganz nachvollziehen konnte. Die zuvor bereits angesprochenene Distanz zwischen den Charakteren und mir ist meiner Meinung nach vor allen Dingen dem Erzählstil in der dritten Person zuzuschreiben, tat der Geschichte aber auch keinen immensen Abbruch. Insgesamt ist der Autorin hier wirklich eine gute Mischung an unterschiedlichen Charakteren und Persönlichkeiten gelungen. Insbesondere die drei Frauen sind eine äußerst spannende Konstellation. Zum Schreibstil: Ich musste mich erst einmal warm lesen und die Einlesezeit zog sich relativ lange hin, aber dann mochte ich den Schreibstil der Autorin sehr, vor allem passt er auch gut zur Geschichte und ihren Figuren. Er ist irgendwie geheimnisvoll und deckt nicht alles gleich auf, ist dabei aber trotzdem ehrlich, ungefiltert und schonungslos. Es ist schwer zu beschreiben, aber der Schreibstil unterstützt die Geschichte und ihre Wirkung auf jeden Fall sehr gut. Fazit: Eine besondere Geschichte, die mal leise und mal lauter wundervolle Botschaften vermittelt, nachdenklich stimmt und vor allem sehr bewegt. Es ist die Geschichte dreier unterschiedlicher Frauen, die doch zusammengehören. Das Buch erzählt von einer spannenden Reise, die man so schnell nicht wieder vergisst. Im Herzen wird mich diese Geschichte sicherlich noch lange Zeit begleiten. Von mir trotz kleinerer Schwachpunkte eine ganz klare Leseempfehlung! ✨ 4/ 5 Sterne ⭐️

    27. Aug. 2023

  • tintenwelten
    tintenwelten

    152 Follower

    4,0

    Mary hat Alzheimer. Als ihr Lebensgefährte stirbt, zieht sie gezwungenermaßen zu ihrer Tochter Caroline und deren Kindern Katie und Chris. Besonders Katie ist sehr interessiert an ihrer Großmutter, weil sie bisher fast nichts über sie wusste. So versucht sie anhand eines Tagebuchs die Erinnerungen festzuhalten, um das Fortschreiten von Marys Krankheit so lange wie möglich heraus zu zögern und endlich zu erfahren, was damals wirklich geschah als Mary und Caroline sich zerstritten und den Kontakt abgebrochen haben. Caroline ist von allem nicht begeistert. Sie möchte nicht, dass Katie in der Vergangenheit wühlt und schmerzhafte Erinnerungen ans Tageslicht bringt und vor allem möchte sie ihre Mutter schnellst möglich wieder los werden. Alleine die Idee des Erinnerungstagebuchs hat mir super gut gefallen. Dies zeigt einfach schon, was für ein Charakter Katie ist. Sie ist liebenswürdig und einfühlsam und ich mochte es, wie sie sich ihrer Großmutter gegenüber verhalten hat. Sie selber ist eher eine Außenseiterin, weil in jüngster Vergangenheit Dinge geschehen sind, durch die sie ihre beste Freundin verloren hat. Diese will sie unbedingt zurück gewinnen. Man merkt, wie verunsichert, verängstigt und verzweifelt sie teilweise ist. Sie befindet sich in einer Phase der Selbstfindung, welche wirklich gut dargestellt ist. Doch obwohl sie auch selber einige Probleme hat, kümmert sie sich gerne um Mary. Caroline hingegen habe ich als eher unsympathisch empfunden. Sie ist ihren Kindern gegenüber ein Kontrollfreak und im Verlauf des Buches merkt man, dass sie in der Vergangenheit möglicherweise nicht immer richtig gehandelt hat. Teilweise kann man vielleicht verstehen, dass sie von ihrer Mutter enttäuscht ist, dennoch finde ich es unmöglich wie sie mit ihr umspringt. Das Thema Alzheimer wurde wirklich gut dargestellt und in einer spannenden und emotionalen Geschichte verpackt. Mary ist auf der einen Seite eine süße alte Dame mit viel Humor, die einem echt Leid tut, auf der anderen Seite wird aber auch klar, dass es für Angehörige sehr anstrengend sein kann mit Alzheimerpatienten zu leben und umzugehen. Es ist definitiv ein Buch, dass mich sehr berührt hat und das alles vereint: Freundschaft, Liebe und Familie sowie die Aufdeckung von gut gehüteten Geheimnissen.

    22. Sept. 2022

3 von 7 Rezensionen

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