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Romane

Hunger

3,7(97)
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Über das Buch

Editionen (21)

ISBN9783942656313
VerlagAxel Springer Deutschland GmbH Verlagsgruppe Bild
Erscheinungsdatum31.10.11

Rezensionen & Bewertungen

97 Bewertungen

9 Rezensionen

3,7

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  • annalovesbooks23
    annalovesbooks23

    728 Follower

    2,5

    Ein Kampf, den ich gern mehr geliebt hätte 🥀 Literarisch spannend.

    Ich wollte dieses Buch wirklich mögen. Eigentlich bringt Hunger alles mit, was ich liebe. Ein kaputter Protagonist, psychischer Zerfall, verschwimmende Grenzen zwischen Realität und Wahn und dieses Gefühl, nie genau zu wissen, was gerade wirklich passiert und was nur in seinem Kopf entsteht. Und trotzdem hat mich dieses Buch teilweise komplett verloren. Schon relativ früh hatte ich das Gefühl, dass Realität, Fantasie und Gedankengänge permanent ineinanderlaufen. Der namenlose Protagonist zieht hungrig und völlig rastlos durch Kristiania, schreibt, lügt, steigert sich in Dinge hinein und schwankt die ganze Zeit zwischen Größenwahn, Scham und Verzweiflung. Genau solche Figuren mag ich normalerweise sehr gerne. Aber hier war es mir irgendwann einfach zu viel. Der Schreibstil war dabei eigentlich wirklich gut. Sehr trocken, nüchtern und distanziert. Man braucht gerade am Anfang einen Moment, um reinzukommen, vor allem in dieser älteren Sprache. Aber trotzdem merkt man total, warum dieses Buch so bedeutend geworden ist. Manche Szenen von Hunger, Scham und menschlicher Demütigung waren wirklich heftig und dafür, wann dieses Buch erschienen ist, auch ziemlich krass geschrieben. Gleichzeitig war genau dieser distanzierte Stil aber auch mein größtes Problem. Ich konnte den Protagonisten beobachten, aber nie wirklich fühlen. Und irgendwann war es mir ehrlich gesagt fast egal, was mit ihm passiert. Das klingt hart, aber genau dadurch wurde das Buch für mich irgendwann eher anstrengend als emotional intensiv. Die letzten hundert Seiten waren deshalb teilweise wirklich ein Kampf. Nicht mal unbedingt, weil das Buch schlecht ist, sondern weil mich dieses fiebrige, wirre und rastlose Erzählen irgendwann einfach nur noch erschöpft hat. Ich habe ganz oft gedacht: Hoffentlich ist es bald vorbei. Am meisten überrascht hat mich tatsächlich das Nachwort von Daniel Kehlmann. Das mochte ich fast am liebsten am ganzen Buch. Viele Gedanken, die ich während des Lesens hatte, wurden dort nochmal aufgegriffen und irgendwie verständlicher gemacht. Am Ende bleibt für mich ein literarisch wichtiges Buch mit wirklich starken Momenten, das mich persönlich aber leider nie ganz erreicht hat.

    Ein Kampf, den ich gern mehr geliebt hätte 🥀 Literarisch spannend.

    16. Mai 2026

  • 3,5

    Schockierend und erbarmungslos beschreibt Knut Hamsun die Tücken der „brotlosen Kunst“

    „Hunger“ von Knut Hamsun erzählt den Werdegang eines jungen Schriftstellers in Kristiana (heute Oslo). In der Ich-Perspektive begleiten wir den Namenlosen durch Hungersnöte, Kälte und kurzweilige Erfolgserlebnisse. Doch seine Lage verschlimmert sich immer mehr und durch die Hungersnot verliert der Schriftsteller sich immer mehr in Wahnvorstellungen. Literaturnobelpreisträger Hamsun schrieb das Buch in eigener Erinnerung seiner Zeit in Kristiana, wo er selbst arbeitslos war und Hunger litt. Mit seiner radikalen Art zu schreiben erweckte Hamsun schnell Interesse und inspirierte andere Schriftsteller, wie Hemingway, Mann oder Kafka, mit seinem Stil. Knut Hamsuns Ruhm wird beschattet durch sein aktives Mitwirken im Nationalsozialismus. Dies wirft eine klassische Frage auf, die ich mir oft nicht zufriedenstellend beantworten kann: Kann man Kunst und Künstler getrennt von einander betrachten?

    16. März 2025

  • 2,0

    Das Gegenteil einer leichten Lektüre…

    Ich hab mich selten so gefreut, dass ich ein Buch abgeschlossen habe… Keine Kapitel, keine Dialogzeichen und teils umständlich zu lesen. Inhaltlich hat mir das Buch gefallen, also die Thematik, dass jemand quasi ums Überleben kämpft und eine schlechte Entscheidung nach der anderen trifft find ich großartig! Leider konnte mich das Buch trotzdem nicht überzeugen und deswegen leider nur 2 Sterne. Hätte nur einen Stern gegeben, aber ich denke bei älteren Büchern muss man ein bisschen das ursprüngliche Erscheinungsdatum berücksichtigen, in diesem Fall 1890 herum. Dass so ein Roman nicht mehr zur Gänze in unser modernes Gedankengut passt (vorallem hinsichtlich Darstellung und Beschreibung bestimmter Personen und Situationen) ist klar und wollte ich daher berücksichtigen.

    Das Gegenteil einer leichten Lektüre…

    9. Aug. 2025

3 von 9 Rezensionen

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