Blick ins Buch

Romane

Landgericht

4,2(31)
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Über das Buch

Ausgezeichnet von der HR2-Hörbuchbestenliste! Deutscher Hörbuchpreis 2014! 1948 kehrt der Jude Richard Kornitzer mit den besten Absichten in seine ehemalige Heimat Deutschland zurück - um zu überleben war der Jurist einst vor den Nazis nach Kuba geflohen. Kornitzer will beim Wiederaufbau des zerstörten Landes helfen. Voller Hoffnung und Tatendrang wagt er einen Neubeginn im Nachkriegsdeutschland ... doch bald schon gerät er in Schwierigkeiten: Seine Wiedergutmachungsforderungen an den Staat werden ignoriert, anstelle von Verständnis für seine Situation erfährt er Mißtrauen. Auch die Familienwiedervereinigung gelingt nicht. So weicht Kornitzers anfängliche Aufbruchsstimmung immer mehr einer tiefen Verbitterung. Das Hörbuch zum Buch, das den Deutschen Buchpreis 2012 gewann, wird von Frank Arnold gelesen, der schon vielen großen literarischen Werken (z. B. Per Olov Enquists "Ein anderes Leben" oder Maarten 't Harts "Der Flieger") seine Stimme lieh.

Editionen (5)

ISBN9783899647372
VerlagAUDIOBUCH
Erscheinungsdatum18.10.12

Rezensionen & Bewertungen

31 Bewertungen

7 Rezensionen

4,2

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  • fruggielicious
    fruggielicious

    2618 Follower

    4,0

    Deutscher Buchpreis 2012

    Dieses Buch ist tatsächlich gehypt 🤭, auch wenn es nicht so aussieht und vom Inhalt her nicht so rüberkommt. Das war mein erstes Buch von Ursula Krechel und darum geht es: Richard Kornitzer ist Richter und muss vor den Nazis nach Havanna flüchten. Als er 1947 zurückkehrt, hat sich sein Leben komplett verändert und seine alte Heimat will ihn eigentlich gar nicht mehr haben. Ich finde das Buch sehr lesenswert, auch wenn es einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Das Thema ist wichtig und die Autorin hat einen zwar eher distanzierten, aber dennoch einnehmenden Schreibstil. Es gab keine Seite, auf der ich nicht weiterlesen wollte. Die Geschichte entfaltet sich insgesamt aber anders als man evtl. erwartet. Die größte „Ungereimtheit“ in meiner Gefühlswelt (nicht im Buch) war, dass ich erwartet hatte, mit Richard mitzuleiden und dass er mir automatisch (als klares Opfer der Nationalsozialismus) sympathisch sein und ich mit ihm Mitgefühl haben würde. Dem war nur bedingt so, also Mitgefühl natürlich schon, aber Frau Krechel hat ihren Protagonisten schwer zugänglich gezeichnet und ihn Dinge tun lassen, die ihn nicht so toll dastehen lassen. Das klingt etwas komisch, weil ich nichts spoilern möchte. Findet es gern selbst heraus. Etwas kritisch / übertrieben fand ich die Aussagen der Autorin selbst bzgl. dessen was sie mit dem Buch vorhatte. Das ist wohl nämlich die größte Frage, die am Ende offen bleibt. Für wen ist das Buch? Sie sagte wohl, es wäre eine Wiedergutmachung, was schon etwas hoch gegriffen ist. Eine einzelne Person kann das gar nicht leisten. Viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren. Deshalb mag ich solche Bücher sehr gern. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 4/5⭐️⭐️⭐️⭐️

    Deutscher Buchpreis 2012

    21. Sept. 2025

  • ladyslovebooks
    ladyslovebooks

    675 Follower

    4,0

    Das Leben der Familie Kornitzer von 1933-1970. Dr.Richard Kornitzer - Jude - emigriert nach Kuba Claire Kornitzer - nicht jüdisch- bleibt in Deutschland Kinder Selma und Georg kommen mit dem Kindertransport für 10 Jahre nach England Alle überleben- die Familie ist nie wieder eine richtige Familie.

    Das Buch berührt sehr, obwohl es gar nicht so wahnsinnig emotional geschrieben ist. Es ist sehr gut recherchiert und besonders die Bürokratie , die Gesetze, die Rechtsprechung vor dem Krieg- aber auch danach - macht deutlich, wie schnell es ging, alles zu verlieren und dann fast nichts zurück zu bekommen. Verlust der Kinder, des Partners, des Berufes, des Landes, des ganz normalen Lebens. Besonders auch nach dem Krieg habe ich oft beim Lesen gedacht- das kann doch nicht wahr sein- das muss doch anders laufen- hätte doch anders laufen müssen… Der Roman entlässt einen nicht mit einem erhobenen Zeigefinger- aber sehr nachdenklich!

    14. Feb. 2024

  • flocean
    flocean

    20 Follower

    4,5

    Ein monumentales Werk. Ursula Krechels Landgericht hat mich tief beeindruckt. Der Roman verbindet auf eindrucksvolle Weise literarische Erzählkunst mit dokumentarischer Genauigkeit. Besonders bewegend fand ich den verzweifelten Kampf der Hauptfigur gegen die Ohnmacht – nicht nur während der NS-Zeit, sondern auch im zähen Ringen um Gerechtigkeit nach dem Krieg. Die psychische Belastung und der schwierige Umgang mit den eigenen Kindern sind beklemmend und realistisch geschildert. Trotz der unchronologischen Erzählstruktur blieb das Buch für mich gut nachvollziehbar – sie unterstreicht sogar die Zerrissenheit der Lebensläufe in dieser Zeit. Landgericht ist ein wichtiges, bewegendes Buch, das Geschichte spürbar macht. 9/10

    7. Juni 2025

3 von 7 Rezensionen

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