Blick ins Buch

Romane

Treppe aus Papier

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Über das Buch

Die Geschichte eines Hauses und der Menschen, die es bewohnen: von der NS-Zeit bis heute, von Leben, Verantwortung und Erinnerung

Das alte Haus erzählt. Denn seine Mauern, Dielen und Ritzen bewahren die Erinnerungen an alle Menschen, die es jemals bewohnt haben. Schon als Kind hat Irma Thon mit ihren nazitreuen Eltern im ersten Stock gelebt. Während die 90-Jährige zurückblickt und immer wieder an die kleine Ruth Sternheim von damals denken muss, erfreuen sie die Gespräche mit Nele Bittner aus dem Vierten. Die Schülerin lernt für eine Geschichtsklausur und beginnt zu verstehen, dass die Vergangenheit nicht vergangen ist, sondern nur wenige Stufen entfernt.

»Szántós Sprache fließt durch dieses Haus und durch die Zeiten, klug und voller Details. Unbedingt lesen!« Markus Thielemann

»Dass die Echos der Geschichte überall sind, wenn man nur hinhört, zeigt dieser originelle Roman.» Raphaela Edelbauer

Editionen (2)

ISBN9783896677785
VerlagBlessing
Erscheinungsdatum20.08.25
Seitenzahl224

Merkmale

18 Bewertungen

NachdenklichVerstörendGlaubwürdigUngewöhnlichSympathischVielschichtig

Rezensionen & Bewertungen

475 Bewertungen

121 Rezensionen

4,4

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  • theagri
    theagri

    779 Follower

    4,0

    Sie war dabei. Sie ist hier. Wäre sie auch dabei gewesen? Nele, 16, kurz vor den Prüfungen, lebt in einem geschichtsträchtige Haus. Viel ist in seinem Mauern geschehen und an all das erinnert sich das Haus und erzählt uns aus der Sicht des Beobachtenden seine Geschichten. Viel erfahren wir über Irma, die seit fast einem Jahrhundert lebt und viel in diese Zeit erlebte. Nele und Irma helfen einander und so erfahren wir von damals und einiges von heute. Auch Schuld und Versagen werden lebendig und drängen an die Oberfläche. Aber auch eine Mauer des Schweigens entsteht. Und Nele fragt sich, wie es in ihrer Familie war und ist und stellt sich den Fragen, wie sie damals gelebt hätte. Zunächst kam ich mit der Art der Erzählung nicht richtig klar. Beim hin und her springen hatte ich das Gefühl der Unvollständigkeit. Später wurde der Text etwas runder, griffiger. Dann gefiel es mir besser. Auch die Gegenüberstellung von Nele und Irma jeweil im gleichen Alter war sehr aufschlussreich. Den zweite Teil des Romans fand ich dann flüssiger und harmonischer erzählt. Mir blieben die Charaktere relativ fern. Mit Nele konnte man mitfühlen, trotzdem kommt sie nicht nahe, wahrscheinlich lag auch dies daran, dass sie für mich nicht richtig greifbar war. Auch von allen anderen erfährt man nur wenig, so dass ihr Wesen weitgehend fremd bleibt. Gleichzeitig sind die kurzen Sequenzen, in denen wir von ihnen hören, intensiv und geben ein Augenblicksbild. Gefallen haben mir die geschichtlichen Exkurse. Auch das zaghafte Auftauchen des Versagens in der Nazizeit, der damaligen Irrtümer und das Entstehen des alten Gedankenguts heute, werden schonend und doch ehrlich angesprochen. Wichtige Themen, ansprechend und nachdenklich machend. Wenn wir heute wollen, das es uns noch besser geht, stellt sich die Frage, ob dies tatsächlich möglich sein wird, wenn wir das nationalsozialistischen Gedankengut heute wieder zulassen. Überlegungen, die auch und besonders in unserer Zeit wichtig sind. Eine sehr gute, wichtige, aufrüttelnde Geschichte mit einer besonderen Idee der Erzählweise, die für mich etwas holprig war. Trotzdem möchte ich diese Erfahrung nicht missen.

    25. Apr. 2026

  • benjischwenki
    benjischwenki

    905 Follower

    4,0

    Das war mal ein ganz anderes Buch.! Ein Haus, das über das Leben seiner Bewohner schreibt...und das über einen Zeitraum von circa 100 Jahren. Am Anfang musste ich mich erstmal reinfinden in die Schreibweise. Es ist kein Buch, das man mal zwischendurch liest, sondern es hat Zeit und volle Konzentration gebraucht. Ich bin in die deutsche Geschichte eingetaucht habe die NS - Zeit erlebt anhand der Schicksale der Bewohner dieses Hauses. Sehr anschaulich wurde auch die Bürde dieser Epoche für die nachfolgenden Generationen beschrieben sowie die Sprachlosigkeit, die bis in die heutige Zeit hineinreicht. Es ist ein sehr wichtiges Buch und sollte von vielen Interessierten gelesen werden !

    2. Apr. 2026

  • buchmelodie
    buchmelodie

    703 Follower

    4,0

    ⭐️⭐️⭐️⭐️ Wenn Häuser reden und Worte und Erinnerungen Stufen bauen, entsteht eine Treppe aus Papier. Sehr lesenswert!

    „Uns freut jedes mitgebrachte Land, jede bewanderte Erinnerung und jede neue Sprache, denn auch nur ein kurzes Bewohnen erweitert unsere Welt um kostbare Facetten. Wir betrachten die Außenwelt mit Neugier. Wir sind nur ein Ort unter vielen, und die Feinheiten und Schicksale, die dich so einzigartig machen, in deinem Erleben und Begreifen, wissen uns höchstens zu streifen. Genau deshalb bist Du hier so willkommen und wir ganz neugierig auf deine Schätze.“ ~ Zitat Seite 25/26 ~ Also, wer das erste Kapitel gelesen hat und danach sagt: „Wow, das ist genial!“, wird auch vom Rest des Buches nicht enttäuscht werden. Und wer das erste Kapitel gelesen hat und danach sagt: „Puh, was war das denn?“, sollte das erste Kapitel gleich nochmal lesen, um den Wow-Effekt zu erlangen. So ist es zumindest mir ergangen. Nach dem 2. Lesen dachte ich: „Chapeau, Herr Szántó, das ist brillant!“ Und keine Angst, nur das erste Kapitel besteht aus einem einzigen Satz, bei dem ich das Gefühl hatte, ich befände mich auf einem Poetry Slam. Der Rest der Geschichte, welche auf mehreren Zeitebenen spielt, ist wunderschön flüssig und zärtlich geschrieben. Einige Textpassagen sind fast schon philosophisch und haben mich ordentlich zum Nachdenken gebracht bzw. mir so manchen Aha-Moment beschert. Fakt ist, dieses Buch erfordert Aufmerksamkeit, aber es lohnt sich ungemein, diese zu investieren. Denn das Besondere und wirklich Geniale ist, dass die einzelnen Zeitebenen oft miteinander verschmelzen und trotzdem alles wunderbar zusammenpasst. So etwas habe ich vorher noch nie gelesen und würde fast behaupten, dass ist wahrhaft literarische Kunst. Zwei kleine Kritikpunkte gibt es aber von mir, so dass ich diesem Buch „nur“ 4 Sterne gebe. Einen Minuspunkt gibt es, da mir die Beziehung von Nele und Irma ein wenig zu oberflächlich war, da hätte ich mir viel mehr Tiefgang und Emotionen gewünscht. Besonders in Anbetracht der Tatsache, dass der Rest des Buches all diese Tiefen und Emotionen aufweist. Einen weiteren Minuspunkt muss ich dem Autor bei der Altersberechnung von Neles Großeltern und die damit verbundene Rolle zum dritten Reich geben. Ich glaube, da hat Herr Szántó sich ein wenig verrechnet, oder? Hat jemand von Euch das Buch schon gelesen? Da stimmt doch was nicht mit dem Alter der Großeltern… Hmmm, habe ich Euch jetzt neugierig gemacht? Das ist gut so! Und bevor ich jetzt noch zu viel verrate, möchte ich Euch lieber ans Herz legen, dieses Buch zu lesen. Dieser Roman ist wirklich etwas ganz Besonderes und sehr lesenswert! Für mich war es definitiv Neuland und ich freue mich auf alles, was von dem „Spoken-Word-Künstler“ Henrik Szántó noch so kommt. 📃🏠⭐️⭐️⭐️⭐️🏠📃

    14. Mai 2026

3 von 121 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 104%
mrsdarunia
mrsdarunia24. Okt. 2025

Wow, dass das erste Kapitel, bestehend aus 3,5 Seiten, aus nur einem Satz besteht habe ich noch nicht erlebt. Oder habe ich einen Punkt übersehen? 😅

Seite 219%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Henrik Szántó

Henrik Szántó, geboren 1988, ist halb Ungar, halb Finne und lebt als Autor und Moderator in Hannover. Als Spoken Word-Künstler bespielt Szántó Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum. Seine bisherige Arbeit wurde mit Stipendien gewürdigt. Als Referent hält Szántó Seminare zu poetischem und kreativem Schreiben, Auftritt- und Vortragssicherheit und bereitet Bühnen für neue und arrivierte Stimmen. Die Kernthemen seiner Arbeit sind Mehrsprachigkeit, Erinnerungsarbeit und kulturelle Vielfalt.

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