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Romane

Maifliegenzeit

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Über das Buch

Für Katrin und Hans wird der Alptraum aller Eltern wahr: Nach der Geburt verlieren sie noch im Krankenhaus unweit von Leipzig ihr erstes Kind – und kurz darauf auch sich als Paar. Denn Katrin quälen Zweifel an der Darstellung der Ärzte, Zweifel, von denen Hans nichts wissen will. Als Katrin Jahre später stirbt, wird klar, dass sie mit ihren Befürchtungen womöglich Recht hatte. Bei seinen Recherchen, die ihn tief in die Geschichte der DDR führen, stößt Hans auf Ungereimtheiten und eine Mauer des Schweigens. Klären kann er all seine Fragen in Zusammenhang mit dem Tod des Säuglings nicht, doch der Gedanke daran, in einem entscheidenden Moment seines Lebens versagt, etwas versäumt, einen Fehler begangen zu haben, lässt ihn künftig nicht mehr los. Da klingelt eines Tages das Telefon und sein Sohn ist am Apparat. Aufgewachsen in einer Adoptivfamilie, unterscheidet sich seine Vorstellung von der Vergangenheit grundlegend von dem, was Hans ihm erzählt. Wird sich die Kluft, die das Leben in einem Unrechtsstaat und vierzig fehlende gemeinsame Jahre gerissen haben, wieder schließen lassen?

Editionen (3)

ISBN9783868476620
VerlagBUCHFUNK Hörbuchverlag
Erscheinungsdatum13.03.24

Rezensionen & Bewertungen

109 Bewertungen

32 Rezensionen

4,2

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  • 5,0

    Nachbemerkung des Autors: "Karin S. aus Sachsen-Anhalt, deren Geschichte Grundlage für dieses Buch ist, sucht noch immer." Ein Satz, der mir nach Beendigung des Buches beinahe das Herz bricht. Dieser Roman basiert auf historischen Begebenheiten in der DDR, als Babys den leiblichen Eltern gegenüber als tot erklärt wurden und dann zur Adoption freigegeben wurden. Ganz vorsichtig, wie ein Fliegenfischer beim Angeln, wird hier die Geschichte von Hans und Karin erzählt, dessen Sohn Daniel angeblich bei der Geburt starb. Wie Karin das nicht glauben kann und keine Ruhe gibt. Und Hans es nicht mehr hören kann und Zuflucht in der Natur und beim Angeln sucht. Die Beziehung zerbricht daran. Ich fand die Gegenüberstellung vom Angeln, der Zartheit und des Lebenszyklus der Maifliege, hin zu der Suche nach Daniel ganz wunderbar gelungen. Immer wieder folgen Kapitel über die Suche nach dem Sohn, Kapitel über die Klugheit der Fische, wie behutsam man hier vorgehen muss, um diese fangen zu können und ich verstand diese Erzählungen als Metapher. "Das Fliegenfischen hat mir zwar nicht geholfen, alles, was geschehen war, zu verstehen oder hinter mir zu lassen, aber ich fand Trost im Versuch, einen Fisch zu fangen, in der kunstvollen Imitation der Natur, in der beständigen Gegenwart des Flusses, der Geheimnisse barg und sie dann und wenn auch preisgab." Ich finde dieser Satz beschreibt diesen Roman ganz wunderbar! Große Leseempfehlung!

    12. Sept. 2024

  • bea777
    bea777

    482 Follower

    4,0

    Poetisch und traurig!

    Das Buch behandelt das Verbrechen eines vorgetäuschten Säuglingstods in der DDR. In der Nachbemerkung des Buches wird erwähnt, dass diese Verbrechen bisher kaum erforscht sind. Es gibt bisher drei geklärte Fälle und ca. 2.000 Verdachtsfälle. Die Geschichte hat einen wahren Hintergrund, den von Karin S. aus Sachsen-Anhalt, die bis heute sucht. Der Ich-Erzähler Hans schildert sein Leben in den späten 70er Jahren, als er mit Mitte 20 mit seiner damaligen Freundin ein Kind erwartete, dass nach Auskunft der Ärzte kurze Zeit nach der Geburt verstorben ist. Es gibt viele Ungereimtheiten und offene Fragen, die durch das Krankenhaus und die Behörden nicht beantwortet werden. Aufgrund der Trauer und der damit verbundenen Sprachlosigkeit zwischen den Eltern zerbricht die Beziehung. Wir begleiten Hans in der Reflexion des Geschehenen ca. 40 Jahre später. Er beschreibt, wie er die Trauer verdrängt, sich ein neues Leben aufgebaut und nach der Wende nochmals versucht hat, Antworten auf die offenen Fragen zu erhalten. Am Ende wird nicht alles gut, aber es gibt Hoffnung. Besonders berührt haben mich die Naturbeschreibungen zur Unstrut und den Erfahrungen zum Fischen, das für Hans ein gutes Ventil zum Umgang mit den Geschehnissen darstellte. Gerne hätte ich mich beim Lesen ans Ufer gesetzt und den Anglern beim Fliegenfischen zugeschaut. Ich kann das Buch bzw. den kurzen Text sehr empfehlen.

    2. Jan. 2025

  • herz
    herz

    361 Follower

    3,0

    Zwangadoption in der DDR

    Hans' Baby stirbt bei dessen Geburt. 40 Jahre später ruft dieser Sohn ihn an. Welche Gefühle ruft das hervor? Welche Erwartungen stehen im Raum? Darum geht es in diesem Buch. Es arbeitet nicht auf, was passiert ist, sondern fängt diese ersten Momente einer neuen Verbindung und das Gefühlschaos ein. Ich persönlich hätte gern mehr über die Umstände erfahren, trotzdem ist dieses Buch sehr gut geschrieben.

    19. Jan. 2025

3 von 32 Rezensionen

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