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Lyrik & Dramen

Die letzten Tage der Menschheit

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Über das Buch

Die letzten Tage der Menschheit ist eine "Tragödie in 5 Akten mit Vorspiel und Epilog" von Karl Kraus. Sie ist in den Jahren 1915-1922 als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg entstanden. In über 200 nur lose zusammenhängenden Szenen, die auf wahren Quellen beruhen, wird die Unmenschlichkeit und Absurdität des Krieges dargestellt. Das Stück ist einem "Marstheater" zugedacht und ist bisher noch nie komplett aufgeführt worden. Die Serie "Meisterwerke der Literatur" beinhaltet die Klassiker der deutschen und weltweiten Literatur in einer Sammlung. Lesen Sie die besten Werke großer Schriftsteller,Poeten, Autoren und Philosophen auf Ihrem elektronischen Lesegerät. Dieses Werk bietet zusätzlich * Eine Biografie/Bibliografie des Autors.

Editionen (14)

ISBN9783849629823
VerlagJazzybee Verlag
Erscheinungsdatum13.12.12
Seitenzahl305

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  • vicinbetween
    vicinbetween

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    „Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus, publiziert 1918 – ein Kaleidoskop der Zeit des Ersten Weltkriegs.

    Mit „Die letzten Tage der Menschheit" hat Karl Kraus ein einzigartiges Werk geschaffen. Wir werden Beobachter des Ersten Weltkriegs in all seinen Facetten – und genau das macht diese Lektüre so einzigartig. Wir erfahren die Geschehnisse nicht, wie üblich, durch eine einzige, sich anknüpfende Geschichte, sondern lesen aus Fragmenten des Kriegsalltags: Schulkindern, Normalbürgern, Kirchenbediensteten, Unternehmern und Militärangehörigen werden Stimmen gegeben, unzensiert, brutal und erschreckend. Kraus zeigt: Aus „Du darfst nicht töten" wird „Du hast das Recht, gar die Pflicht dazu, deinen Feind zu töten". Aus „Zivilisten sind keine Kriegsteilnehmer" wird „Die Institution Schule indoktriniert den Kindern das Ideal des Krieges". Aus „Nach den Schrecken des Krieges, die wir erlebt haben, wollen wir den Frieden" wird „Welche Schrecken des Krieges? Wir führen gerade den nächsten Weltkrieg, allen geht's wunderbar". Und was sagen die bis dato ungeborenen Generationen? „Wir, die Untat spätere Zeugen, bitten euch, uns vorzubeugen. Lasset nimmer uns entstehn! Wären eurer Schmach Verräter. Woll'n nicht solche Heldenväter. Ruhmlos möchten wir vergehn! Wehlust irdischen Getues! Liebend hinterläßt die Lues mir mein Vater, dieser Schuft. Ruft uns nicht in diese Reiche! Wir entstammen einer Leiche. Ungesund ist hier die Luft." (V. Akt, 11. Szene) Karl Kraus verstand sein Handwerk hervorragend. Mit dieser Art der Gestaltung des Dramas gewinnen wir, als Außenstehende, einen Blick darauf, was der Krieg wirklich ist, jenseits kämpferischen Gefechten. Krieg ist das massenhafte Sterben von Individuen wie du und ich. Krieg ist der Moment, in dem man merkt, dass sein Leben den Interessen anderer geopfert wird. Wenn Krieg herrscht, merkt man, dass man nie mehr einfach nur ordinär existieren kann. Deshalb ist „Die letzten Tage der Menschheit" mehr als ein Antikriegsdrama. Es ist eine schonungslose Anklage gegen Nationalismus, Propaganda und gesellschaftliche Mechanismen, die den Krieg erst möglich gemacht haben. Ein Drama, das in heutigen Zeiten eventuell aktueller ist, als man sich wünschen würde.

    6 Tage vor

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