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"Es geht weiter, immer weiter und niemand bleibt." Von Robert Seethaler habe ich schon einiges gelesen und bisher hat es mir stets viel gegeben. Daher war ich auf diese kurze Geschichte gespannt. Wir lernen viele Menschen der Heidestraße kennen: Den Antiquariar, er richtet den Laden ein und verzweifelt fast daran und dann steht auch noch der Kartoffelpufferstand vor der Tür und keine Kundschaft. Die Bäckerin, sehr sozial. Die Fleischerei. Der Arzt. Der Pfarrer, dem übel ist. Die demente Tante im Altenheim Abendschein, der Neffe, der in ihre Wohnung zieht . Im Altenheim sterben die Leute, essen nicht mehr, überlegen sich gegen die Heimleitung aufzulehnen. Von der Arbeit der Polizei, die zu wenig Leute hat. Ein Rückblick in die Zeit des Krieges. Ein Obdachloser. Es geht um Geld, Verdächtigungen, einen Verein, der das 30. Heidestraßenfest im November organisiert. Musik, die nicht passt. Der Umgang der Menschen miteinander ist mal freundlich, mal strittig, gewalttätig, aggressiv, ängstlich. Und noch viel mehr. Ein Jahr in der Heidestraße. Die kurzen Kapitel springen zwischen den verschiedenen Stationen und Menschen hin und her. Man muss beim Hören sehr aufpassen, bei wem man sich gerade befindet. Manches Ereignis wird im Monolog oderim Dialog erzählt, in Brief oder Berichtsform. Jeder Protagonist erzählt selbst. Von allem, was das Leben ausmacht, wird erzählt. Die Splitter derGeschehnisse ergeben nach und nach ein Bild. Und man wartet gespannt, was bei den einzelnen geschieht. Die Charaktere sind originell, teils tiefgründig, teils tauchen sie nur flüchtig auf. Echtes Leben punktgenau erzählt. Zunächst dachte ich, diese Geschichte sei ein großes Durcheinander, doch allmählich verknüpften sich die Erzählungen und ergaben ein Bild. Dies empfand ich als sehr gekonnt erzählt und es hat mir sehr gefallen und ich empfinde es als großartige Erzählkunst. Robert Seethaler gelingt es, lebendige kurze, aussagekräftige Szenen so zu beschreiben, dass man meint dabei zu sein, zu sehen, hören, riechen. Der Sprecher hat dieses Buch ausgezeichnet gesprochen und mir immer wieder geholfen zu verstehen, wo und bei wem wir uns gerade befinden. Seine Stimme veränderte er jetzt nach Szene oder Mensch. Mich hat das angesprochen, ich bin aber unsicher ob für manchen Interessierten nicht doch das gedruckte Wort besser ist. Je länger ich hörte, umso interessanter und lebendiger wurde das Leben in der Heidestraße. Sicher kein Buch für jedermann, aber wer sich darauf einlassen kann, wird es nicht bereuen.
3. Mai 2026
"Es geht weiter, immer weiter und niemand bleibt." Von Robert Seethaler habe ich schon einiges gelesen und bisher hat es mir stets viel gegeben. Daher war ich auf diese kurze Geschichte gespannt. Wir lernen viele Menschen der Heidestraße kennen: Den Antiquariar, er richtet den Laden ein und verzweifelt fast daran und dann steht auch noch der Kartoffelpufferstand vor der Tür und keine Kundschaft. Die Bäckerin, sehr sozial. Die Fleischerei. Der Arzt. Der Pfarrer, dem übel ist. Die demente Tante im Altenheim Abendschein, der Neffe, der in ihre Wohnung zieht . Im Altenheim sterben die Leute, essen nicht mehr, überlegen sich gegen die Heimleitung aufzulehnen. Von der Arbeit der Polizei, die zu wenig Leute hat. Ein Rückblick in die Zeit des Krieges. Ein Obdachloser. Es geht um Geld, Verdächtigungen, einen Verein, der das 30. Heidestraßenfest im November organisiert. Musik, die nicht passt. Der Umgang der Menschen miteinander ist mal freundlich, mal strittig, gewalttätig, aggressiv, ängstlich. Und noch viel mehr. Ein Jahr in der Heidestraße. Die kurzen Kapitel springen zwischen den verschiedenen Stationen und Menschen hin und her. Man muss beim Hören sehr aufpassen, bei wem man sich gerade befindet. Manches Ereignis wird im Monolog oderim Dialog erzählt, in Brief oder Berichtsform. Jeder Protagonist erzählt selbst. Von allem, was das Leben ausmacht, wird erzählt. Die Splitter derGeschehnisse ergeben nach und nach ein Bild. Und man wartet gespannt, was bei den einzelnen geschieht. Die Charaktere sind originell, teils tiefgründig, teils tauchen sie nur flüchtig auf. Echtes Leben punktgenau erzählt. Zunächst dachte ich, diese Geschichte sei ein großes Durcheinander, doch allmählich verknüpften sich die Erzählungen und ergaben ein Bild. Dies empfand ich als sehr gekonnt erzählt und es hat mir sehr gefallen und ich empfinde es als großartige Erzählkunst. Robert Seethaler gelingt es, lebendige kurze, aussagekräftige Szenen so zu beschreiben, dass man meint dabei zu sein, zu sehen, hören, riechen. Der Sprecher hat dieses Buch ausgezeichnet gesprochen und mir immer wieder geholfen zu verstehen, wo und bei wem wir uns gerade befinden. Seine Stimme veränderte er jetzt nach Szene oder Mensch. Mich hat das angesprochen, ich bin aber unsicher ob für manchen Interessierten nicht doch das gedruckte Wort besser ist. Je länger ich hörte, umso interessanter und lebendiger wurde das Leben in der Heidestraße. Sicher kein Buch für jedermann, aber wer sich darauf einlassen kann, wird es nicht bereuen.
3. Mai 2026







