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Romane

Die Straße

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Über das Buch

Ein Jahr, eine Straße, ihre Menschen: Robert Seethalers neuer Roman

Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in ihr alles, was Menschen passieren kann.

Ein Junge wird vom Jagdfieber gepackt. Ein anderer weiß nicht, wohin mit seiner Wut. Eine Blumenhändlerin lebt für einen Mann, der sie nicht einmal sieht. Eine Heimleiterin wacht über ihre Schützlinge und ist selbst die Einsamste von allen. Ein Geistlicher kommt seiner Gemeinde abhanden. Sorge rüttelt an den Bewohnern, Sehnsucht treibt sie nachts auf die Straße, die Liebe bringt sie um den Verstand. Sie haben Träume und Geheimnisse. Ihre Wege kreuzen sich täglich, doch was wissen sie voneinander?

In seinem neuen Roman verknüpft Robert Seethaler ihre Geschichten zu einem Mosaik der Augenblicke – und damit des Lebens selbst.


»Der Gott des Gefühls kleiner Leute: Robert Seethaler hat das Talent, Charaktere und Landschaften ganz ohne Geschwätz und Schwerfälligkeit zu erzeugen in der für ihn so typisch entschlackten und schnörkellosen Sprache.« FAZ

Editionen (3)

ISBN9783843738507
VerlagUllstein Ebooks in Ullstein Buchverlage
Erscheinungsdatum30.04.26
Seitenzahl240

Rezensionen & Bewertungen

108 Bewertungen

29 Rezensionen

3,3

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  • theagri
    theagri

    777 Follower

    4,0

    "Es geht weiter, immer weiter und niemand bleibt." Von Robert Seethaler habe ich schon einiges gelesen und bisher hat es mir stets viel gegeben. Daher war ich auf diese kurze Geschichte gespannt. Wir lernen viele Menschen der Heidestraße kennen: Den Antiquariar, er richtet den Laden ein und verzweifelt fast daran und dann steht auch noch der Kartoffelpufferstand vor der Tür und keine Kundschaft. Die Bäckerin, sehr sozial. Die Fleischerei. Der Arzt. Der Pfarrer, dem übel ist. Die demente Tante im Altenheim Abendschein, der Neffe, der in ihre Wohnung zieht . Im Altenheim sterben die Leute, essen nicht mehr, überlegen sich gegen die Heimleitung aufzulehnen. Von der Arbeit der Polizei, die zu wenig Leute hat. Ein Rückblick in die Zeit des Krieges. Ein Obdachloser. Es geht um Geld, Verdächtigungen, einen Verein, der das 30. Heidestraßenfest im November organisiert. Musik, die nicht passt. Der Umgang der Menschen miteinander ist mal freundlich, mal strittig, gewalttätig, aggressiv, ängstlich. Und noch viel mehr. Ein Jahr in der Heidestraße. Die kurzen Kapitel springen zwischen den verschiedenen Stationen und Menschen hin und her. Man muss beim Hören sehr aufpassen, bei wem man sich gerade befindet. Manches Ereignis wird im Monolog oderim Dialog erzählt, in Brief oder Berichtsform. Jeder Protagonist erzählt selbst. Von allem, was das Leben ausmacht, wird erzählt. Die Splitter derGeschehnisse ergeben nach und nach ein Bild. Und man wartet gespannt, was bei den einzelnen geschieht. Die Charaktere sind originell, teils tiefgründig, teils tauchen sie nur flüchtig auf. Echtes Leben punktgenau erzählt. Zunächst dachte ich, diese Geschichte sei ein großes Durcheinander, doch allmählich verknüpften sich die Erzählungen und ergaben ein Bild. Dies empfand ich als sehr gekonnt erzählt und es hat mir sehr gefallen und ich empfinde es als großartige Erzählkunst. Robert Seethaler gelingt es, lebendige kurze, aussagekräftige Szenen so zu beschreiben, dass man meint dabei zu sein, zu sehen, hören, riechen. Der Sprecher hat dieses Buch ausgezeichnet gesprochen und mir immer wieder geholfen zu verstehen, wo und bei wem wir uns gerade befinden. Seine Stimme veränderte er jetzt nach Szene oder Mensch. Mich hat das angesprochen, ich bin aber unsicher ob für manchen Interessierten nicht doch das gedruckte Wort besser ist. Je länger ich hörte, umso interessanter und lebendiger wurde das Leben in der Heidestraße. Sicher kein Buch für jedermann, aber wer sich darauf einlassen kann, wird es nicht bereuen.

    3. Mai 2026

  • beajayy
    beajayy

    433 Follower

    3,5

    Die Straße atmet – aber ich blieb irgendwie draußen

    Stell dir vor, du gehst durch eine fremde Stadt, es ist schon spät, und überall um dich herum laufen Menschen, reden, lachen, streiten und du schnappst immer nur Fetzen auf. Du weißt nie, wie die Geschichte weitergeht. Genau so hat sich dieses Buch für mich angefühlt. Sonntagabend, Tee, Couch. Ich dachte, ich lese kurz rein. Ich lese Seethaler seit vielen Jahren sehr gerne. Sein Buch „Ein ganzes Leben“ hattte mich wirklich erwischt, so richtig, mitten ins Herz. Also saß ich da mit ziemlich hohen Erwartungen. Vielleicht war das schon mein erster Fehler. Die Grundidee finde ich ehrlich gesagt genial. Nicht ein Mensch steht im Mittelpunkt, sondern die Straße selbst. Dieser riesige, gleichgültige Ort, der einfach weiterexistiert, egal wer kommt und geht. Die Blumenhändlerin, der Priester, die sind alle irgendwie nur kurze Gäste. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Was bleibt eigentlich von uns? Ein Ort erinnert sich länger als jeder Mensch, der ihn bewohnt hat. Diese Frage hat mich noch Tage später beschäftigt, während ich eigentlich an ganz anderen Dingen hätte denken sollen. Die Art, wie Seethaler die Zeit durchlässig macht, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fließen ineinander wie Schichten in altem Gemäuer, erzeugt eine fast filmische, zeitlose Atmosphäre. Ich habe an bestimmten Stellen einfach nur innegehalten und gedacht, Ja, so fühlt sich ein Ort an, der älter ist als seine Bewohner. Aber, und das ist ein ehrliches Aber, ich hab mich beim Lesen oft wie ein Fremder gefühlt, der nie richtig reinkommt. Bei Seethaler bin ich es gewohnt, tief in eine einzige Biografie einzutauchen. Schicht für Schicht. Hier hingegen snappe ich Gesprächsfetzen auf wie ein Fremder, der durch eine Stadt schlendert und nie lange genug stehenbleibt, um wirklich zuzuhören. Das ist kein Fehler des Buches, es ist seine Absicht. Aber ich muss ehrlich sagen, aber diesmal hat das bei mir einfach nicht funktioniert. Das ständige Wechseln zwischen den Personen und Orten hat mich immer wieder aus dem Fluss gerissen. Ich blieb ein distanzierter Beobachter, wo ich eigentlich mittendrin sein wollte. Ich habe dieses Buch weniger gefühlt als betrachtet, wie ein Gemälde, das ich bewundere, ohne dass es mich anrührt. Die Straße ist ein Experiment, das ich respektiere, auch wenn es mich nicht ganz eingelassen hat. Vielleicht liegt es daran, dass ich Seethaler immer dann am liebsten habe, wenn er sich einem einzigen, stillen Leben widmet. Hier widmet er sich dem Rauschen aller Leben gleichzeitig. Das ist groß gedacht und manchmal ist groß gedacht eben auch ein bisschen einsam für den Leser, der draußen in der Kälte steht und hineinschaut.

    10. Mai 2026

  • lenafederleicht
    lenafederleicht

    113 Follower

    3,5

    Gute Idee und toll geschrieben - doch irgendwie ergab sich für mich trotzdem kein Gesamtbild der Straße, für mich war es zu zerstückelt.

    12. Mai 2026

3 von 29 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

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sengalein
sengalein12. Mai 2026

Straßnfest!! Bin gespannt,was da alles passiert

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Autorin / Autor

Über Robert Seethaler

Robert Seethalers Bücher wurden in über 40 Sprachen übersetzt. Mit seinem Roman Ein ganzes Leben stand er auf der Shortlist des International Booker Prize. Er lebt in Berlin und Wien.

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