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Fischtage

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Über das Buch

Wenn du niemandem mehr vertraust, kannst du auch einem singenden Fisch folgen

Die sechzehnjährige Ella lebt in Dortmund und hat beschlossen, keine Freundschaften mehr zu führen. Zu groß ist die Angst, dass sie andere Menschen durch ihre Wutanfälle vergrault. Die Ehe ihrer Eltern ist am Boden, und auch zu ihren zwei Geschwistern findet Ella keinen Zugang. Ihr einziger Vertrauter war stets der alte Eckard, ein Nachbar der Familie, der Ella kurz vor seinem Tod einen singenden Plastikfisch vermacht. Als ihr jüngerer Bruder Luis verschwindet, macht sich Ella mit dem Fisch auf die Suche – ausgestattet mit einer Aldi-Tüte, zu viel Mut und zu wenig Angst.

Das Romandebüt der gefeierten Musikerin Charlotte Brandi, empathisch gelesen von Maya Alban-Zapata.

Editionen (2)

ISBN9783844941715
VerlagHörbuch Hamburg
Erscheinungsdatum09.04.25

Merkmale

1 Bewertungen

SchnellMittelAnschaulichUngewöhnlichVielschichtigEntwickelnd

Rezensionen & Bewertungen

75 Bewertungen

16 Rezensionen

3,7

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  • 4,0

    Don’t worry, be happy

    Ella ist wütend auf alles und jeden. Auf ihre völlig abgedrehten Eltern, die Schule, das Leben. Der Einzige, den sie wirklich liebt, ist ihr kleiner Bruder Luis. Doch der verschwindet plötzlich von einem Tag auf den anderen. Und weil niemand sich wirklich dafür zu interessieren scheint, nimmt Ella die Suche nach ihm selbst in die Hand- zusammen mit einem sprechenden Barsch in einer Aldi Tüte. Im ersten Moment ist der Rage Modus von Ella vor allem eins: witzig. Im zweiten Moment ist er aber noch viel mehr als das, nämlich wahnsinnig gut geschriebene Kritik an der Gesellschaft, den sozialen Medien und unseren sozialen Beziehungen. Die Metaphern mit denen Charlotte Brandi dabei das Leben beschreibt, sind flapsig und geistreich zugleich, so wie die ganze Sprache des Romans. Ella ist als junger Charakter absolut nahbar und authentisch. Je mehr man von ihrem Leben erfährt, desto mehr versteht man diese brodelnde Wut, diese Suche nicht nur nach ihrem Bruder, sondern auch nach sich selbst. Ich liebe dabei besonders ihre klare Sicht auf die Dinge, die Einfachheit, mit der sie Komplexes auf den Punkt bringt und das Komplexe, dass sie in der Einfachheit erkennt. Es ist ein besonderer Roman über das Erwachsenwerden in einer Familie, in der es nicht wirklich jemanden gibt, der sich normal und erwachsen verhält. Es ist ein Roman, in dem ein sprechender Barsch auf einer Plakette mehr Weisheit versprüht, als die eigenen Eltern und es ist ein Roman mit einer wundervollen Protagonistin, die so viel mehr findet, als sie eigentlich gesucht hat. Das Ende war für mich nicht ganz rund und einige Fragezeichen habe ich da noch im Kopf, und auch den sprechenden Fisch hätte ich als stilistisches Mittel nicht gebraucht. Aber trotzdem war das anders, rotzig, witzig und voller Charme.

    10. Apr. 2025

  • lumpi.lo7
    lumpi.lo7

    175 Follower

    3,5

    Wut und schwerwiegende Themen nicht konsequent thematisiert.

    Die Autorin schafft es die Wut der Protagonisten hervorzuheben und verwendet für die Übertragung des Ruhrpott und des Alters von ihr auch einen angemessenen Schreibstil, verpasst es aber aus meiner Sicht den Lesenden zu fesseln und dem Werk eine Einzigartigkeit zu verleihen. Besonders harte Themen wie sexueller Missbrauch und die Vernachlässigung elterlichen Pflichten gegenüber ihren Kindern werden aufgeführt, aber ohne die erforderliche Kritik oder Aufarbeitung. Ebenso ist der Plot an und für sich stimmig mit der Auflösung, ruft bei dem Lesenden aber keine großen Emotionen hervor und versiebt ebenso wie die Aufhängung an der Begleitung von einem Plastikfisch des Mädchens. Unterhaltsam, kurzweilig zu lesen. Jedoch nicht vollends überzeugend und schnell wieder aus dem Sinn.

    27. März 2026

  • anja._liest
    anja._liest

    331 Follower

    4,0

    Ella ist verdammt wütend. Ihre Eltern sind mit sich selbst beschäftigt, Freunde hat sie keine und auch mit ihren Geschwistern läuft es nicht so rund. Allein der demenzkranke Eckard ist noch eine Bezugsperson von ihr. Als ihr Bruder verschwindet macht sie sich kurz entschlossen auf die Suche nach ihm. Mit einer Alditüte, einem sprechenden Fisch, wenig Angst aber ganz viel Wut macht sie sich auf den Weg. Schon das Cover hat mich hier direkt abgeholt, der Gesichtsausdruck der Protagonistin, herrlich. Der Roman startet großartig, die Erzählweise frech und auf den Punkt. Eine wütende Teenagerin, die eigentlich alles und jeden nicht mag, und das mitten im Ruhrpott. Klingt so erstmal richtig toll. Für mich hat sich die Story dann allerdings leider etwas verloren. Der sprechende Fisch war schon toll aber sein Dasein hat sich mir nicht ganz erschlossen. Manche Charaktere kamen, gingen für mich aber auch zu schnell wieder. Da wären manchmal ein paar Hintergründe zu den Personen toll gewesen. Auch ein paar Erzählstränge verliefen für mich im nirgendwo. So war es für mich eine Woche im Leben eines trotzigen Teenagers. Trotz kleiner Kritikpunkte aufgrund des Schreibstils ein lesenswerter Roman.

    5. Apr. 2025

3 von 16 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Charlotte Brandi

Charlotte Brandi wurde 1985 in Herdecke geboren und wuchs in Dortmund auf. Nachdem sie zunächst als Theatermusikerin arbeitete, wurde sie der breiten Öffentlichkeit als Teil des Duos Me & my Drummer bekannt, das sich 2018 auflöste. Seitdem macht sie mit ihren Soloplatten Furore. Fischtage ist ihr literarisches Debüt. Maya Alban-Zapata, geboren 1982 in Paris, ist Schauspielerin und Sängerin. Sie spielte u. a. am Deutschen Theater Berlin und an der Berliner Volksbühne sowie in verschiedenen Produktionen im Ausland. Außerdem trat sie als Sängerin u. a. mit Jamiroquai und MIKA auf.

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