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"B" der A-Z-Challenge "Der Leitspruch meiner Mutter lautete: Ich kann dein Leben nicht für dich leben. Ich kann dir nichts verbieten, dazu bin ich zu oft nicht zu Hause. Du musst deine eigenen Erfahrungen machen und selbst auf die Nase fallen, um daraus zu lernen. Ich helfe dir nachher wieder beim Aufstehen." "Humor ist die Anästhesie des Herzens, sagte Mama immer. Der Schmerz im Herzen setzt einfach aus, man ist wenigstens für kurze Zeit nicht mehr so traurig und allein in der Welt." "Dabei hatte sich meine Mutter immer so sehr nach dem Glück gesehnt. Aber wenn es manchmal kurz vorbeischaute, griff sie nicht zu, aus Angst, dass es in ihren Händen zerbrechen könnte." "Dieses bittere Gefühl der Schuld, aus der es jetzt keinen Ausweg mehr gab. Die Schuld, die ich in den Jahren mit meinem Vater auf mich geladen hatte, die mich bis ans Ende meines Lebens verfolgen würde und für die ich meine Mutter noch immer verantwortlich machte: dass ich im Alter von zwölf Jahren darüber nachgedacht hatte, meinen Vater zu töten." "Die Frage, die mich wieder und wieder beschäftigte, wenn ich die Fotowand in ihrem Zimmer betrachtete, war: Wann hatte das angefangen? Wann hatte sich der Ton mir gegenüber verändert? Wann hatte sich mein eigenes Verhalten meiner Mutter gegenüber verändert? Wann hatten wir uns einander so entfremdet, dass der schöne Teil meiner Kindheit in der Erinnerung wirkte wie eine Illusion?" "Und ich hasste sie dafür, dass sie mir damals eine Mutter versprochen hatte, die sie nie gewesen war. Ich hasste sie dafür, dass ich sie trotzdem so unendlich liebte." Nachdem mich "Brunnenstraße" schon begeistern konnte, war klar, dass ich auch "Biarritz" lesen werde. In diesem autofiktionalen Roman beschreibt die Autorin das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter. Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht sagen. Mich hat dieses Buch wieder komplett gefangen, diese schonungslose Ehrlichkeit hat mich ab der ersten Seite gehabt. Eine Liebeserklärung an die Mutter, die sie eigentlich hassen möchte. Eine ganz klare Leseempfehlung für dieses starke und ergreifende Buch ⭐
4. Okt. 2025
"B" der A-Z-Challenge "Der Leitspruch meiner Mutter lautete: Ich kann dein Leben nicht für dich leben. Ich kann dir nichts verbieten, dazu bin ich zu oft nicht zu Hause. Du musst deine eigenen Erfahrungen machen und selbst auf die Nase fallen, um daraus zu lernen. Ich helfe dir nachher wieder beim Aufstehen." "Humor ist die Anästhesie des Herzens, sagte Mama immer. Der Schmerz im Herzen setzt einfach aus, man ist wenigstens für kurze Zeit nicht mehr so traurig und allein in der Welt." "Dabei hatte sich meine Mutter immer so sehr nach dem Glück gesehnt. Aber wenn es manchmal kurz vorbeischaute, griff sie nicht zu, aus Angst, dass es in ihren Händen zerbrechen könnte." "Dieses bittere Gefühl der Schuld, aus der es jetzt keinen Ausweg mehr gab. Die Schuld, die ich in den Jahren mit meinem Vater auf mich geladen hatte, die mich bis ans Ende meines Lebens verfolgen würde und für die ich meine Mutter noch immer verantwortlich machte: dass ich im Alter von zwölf Jahren darüber nachgedacht hatte, meinen Vater zu töten." "Die Frage, die mich wieder und wieder beschäftigte, wenn ich die Fotowand in ihrem Zimmer betrachtete, war: Wann hatte das angefangen? Wann hatte sich der Ton mir gegenüber verändert? Wann hatte sich mein eigenes Verhalten meiner Mutter gegenüber verändert? Wann hatten wir uns einander so entfremdet, dass der schöne Teil meiner Kindheit in der Erinnerung wirkte wie eine Illusion?" "Und ich hasste sie dafür, dass sie mir damals eine Mutter versprochen hatte, die sie nie gewesen war. Ich hasste sie dafür, dass ich sie trotzdem so unendlich liebte." Nachdem mich "Brunnenstraße" schon begeistern konnte, war klar, dass ich auch "Biarritz" lesen werde. In diesem autofiktionalen Roman beschreibt die Autorin das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter. Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht sagen. Mich hat dieses Buch wieder komplett gefangen, diese schonungslose Ehrlichkeit hat mich ab der ersten Seite gehabt. Eine Liebeserklärung an die Mutter, die sie eigentlich hassen möchte. Eine ganz klare Leseempfehlung für dieses starke und ergreifende Buch ⭐
4. Okt. 2025







