Blick ins Buch

Biografien

Rausch und Klarheit

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Über das Buch

Mitreißend erzählt: Eine Familiengeschichte, generationenübergreifend geprägt von Alkoholabhängigkeit

Mia ist die jüngste Tochter in einer langen Dynastie von Trinkenden. Auch sie selbst liebt Rotwein, aber so schlimm wie bei ihrer verrückten Oma und ihrem rätselhaften Vater, die sich mit dem Trinken umgebracht haben, ist es bei ihr noch lange nicht, denkt sie. Sie ist eben ein Partygirl, eine Rebellin, eine Künstlerseele.

Bei der Arbeit als Barkeeperin im Berliner Nachtleben lernt sie, zu trinken, von einem älteren Mann lernt sie Sex und Drama. Als es Zeit ist erwachsen zu werden, befreit sie sich von der toxischen Beziehung, dem Nachtleben und dem Liebesrausch. Das Trinken aber bleibt. Mit Anfang Dreißig hat sich ihr Leben entschleunigt und scheint in die richtige Richtung zu gehen. Trotzdem hängt eine dunkle Wolke über ihr und sie spürt, dass das mit dem Alkohol zu tun hat. Nach dem tausendsten Kater findet sie sich bei den Anonymen Alkoholikern wieder und sagt: »Hi, ich bin Mia - ich bin Alkoholikerin.«

Ungekürzte Lesung mit Mia Gatow
8h 55min

Editionen (2)

ISBN9783844551884
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum16.09.24

Rezensionen & Bewertungen

54 Bewertungen

3 Rezensionen

4,1

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  • hamburger.lesemaus
    hamburger.lesemaus

    402 Follower

    5,0

    RAUSCH UND KLARHEIT Mia Gatow „Bei mir war es auch noch nicht so schlimm. Die wichtigsten Punkte der Katastrophencheckliste waren bei mir noch offen. Nicht täglich getrunken. Nicht morgens getrunken. Keine zitternden Hände. Ich war das, was man nach unserer neoliberalen Verwertungslogik „funktional“ nennt. Ich hatte einen Hochschulabschluss, einen Job, einen Boyfriend, eine ebenmäßige Haut und Kleidergröße 36, und niemand, der mich kannte, dachte, dass ich besonders auffällig trank. Ich war eben ein Partygirl.“ (S. 18) Mia feierte einfach gern. In ihrer Familie war Alkohol immer präsent – das „Alkohol-Gen“ lag ihr quasi im Blut. Während ihre Urgroßmutter den „Stoff“ noch als Klosterfrau Melissengeist aus der Apotheke holte, war ihre Oma Martha Teil der Nachkriegsgeneration, die hart arbeitete und ebenso trank. Ihr Vater, dem sie ambivalent gegenüberstand, rauchte und trank ebenfalls. Während ihrer Kindheit war Mia oft damit beschäftigt, ihm Kippen und Bier von der Tankstelle zu holen. Warum sollte sie selbst also nicht trinken? In ihrer Generation und kulturellen Blase war Alkohol schließlich ein Symbol für Freiheit und Emanzipation. Selbst als Mia mit Anfang 30 dachte, sie hätte das wilde Partyleben hinter sich gelassen, das sie des Öfteren bei Fremden in Lederjacken aufwachen ließ, rutschte sie erneut ab und trank weiter, bis nur noch Schwarz und Weiß existierte. Wie genau diese Abwärtsspirale verlief und wie Mia es schaffte, sich von ihrer Sucht zu lösen, solltet ihr unbedingt selbst lesen! Dieses Buch ist einfach faszinierend! Ich habe mich in so vielen Szenen wiedergefunden und muss zugeben: Auch ich bin eine funktionale Alkoholikerin. Ich konnte gar nicht anders, als meinem Mann, meiner Mutter und sogar meiner Tochter immer wieder Passagen aus diesem Buch vorzulesen. Manche Beschreibungen sind so treffend – denn auch ich gehörte zu den kleinen, emsigen, umherfliegenden Zigaretten- und Bier-Kurieren, die sich von Vaters Restgeld am Kiosk eine Schlickertüte kaufen durften. Herzlichen Dank, liebe @mia für dein ehrliches und authentisches Buch. Ich drücke dir für deine Zukunft fest die Daumen. Ganz große Leseempfehlung für dieses wichtige Buch. 5/ 5

    15. Nov. 2024

  • saba
    saba

    20 Follower

    ⭐️⭐️⭐️

    Ich kann für das Buch nur ⭐️⭐️⭐️ Sterne vergeben. Die Erzählwise von Mia Gatow über ihr Leben als Alkoholikerin empfinde ich als unauthentisch. Außerdem weiß ich mit solchen Weisheiten wie, dass Feministinnen mehr trinken, nichts anzufangen. Ich finde diesen Gedankengang falsch und frauenpolitisch für gefährlich Die einzige Erkenntnis die das Buch mir bietet ist, dass Mia Gatow In ihren Leben immer im Trend sein will vom konsumierenden Partytier zur Abstinenzlerin. Nichtraucherin,gesundes Essen, Alkoholabstinenz ist ja zur Zeit im Trend. Auch im nüchternen Leben geht die Jagd nach Männern weiter. Eine kluge Reflektion über das Leben und neue Erkenntnisse sieht anders aus. Das Buch strotzt vor Oberflächlichkeiten und hohlen Bar- und Partyerlebnissen. 3 Sterne jedoch für die Schilderung der Kindheit und für die Zeit ab der Alkoholabstinenz

    31. Okt. 2024

  • stefka
    stefka

    17 Follower

    5,0

    "Nüchternheit ist die, Entscheidung, sich selbst nicht mehr zu verarschen." Ich habe diese Buch durch Zufall gekauft, weil mich das Thema Alkoholismus sehr beschäftigt. und ich war sehr überrascht, wie sehr ich das Buch durchgesuchtet habe. Es gab viele Zusammenhänge, die ich selbst sehr gut nachempfinden konnte. Ich finde das Buch wirklich gut geschrieben. Gleichzeitig wird man damit konfrontiert, wie harmlos Alkohol in unserer Gesellschaft dargestellt wird. Klare Leseempfehlung!

    4. Mai 2025

Autorin / Autor

Über Mia Gatow

Mia Gatow lebt als freie Autorin in Berlin. Sie schreibt für den Tagesspiegel, Cosmopolitan, Playboy, das GYM Magazin, verschiedene Corporate Blogs und Werbeagenturen und illustriert für Mode- und Lifestylepublikationen. Zusammen mit Mika Döring moderiert sie wöchentlich den SodaKlub – Podcast für Unabhängigkeit.

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