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Eugénie Grandet

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Über das Buch

Balzacs Meisterwerk als kinoreifes Hörspiel

Im Leben des Winzers Grandet gibt es nur zwei Dinge, die ihm etwas bedeuten: Sein Reichtum und seine Tochter Eugénie. Als Alleinerbin ist diese bald Ziel von Heiratsavancen und Schmeicheleien. Auch daraus weiß der Vater noch Gewinn für sich zu ziehen. Eugénie selbst wehrt sich kaum gegen das Korsett aus Geiz und Vorschriften. Am Abend ihres 23. Geburtstags kommt unerwarteter Besuch aus Paris: Charles, Grandets Neffe und Eugénies Cousin.

Hörspielbearbeitung: Helmut Peschina, Regie: Marguerite Gateau, Komposition: Christian Zanési. Mit Peter Matić, Max von Pufendorf, Sabine Falkenberg, Maren Kroymann, Lisa Hrdina, Matthias Habich u.v.a.

Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2015

(Laufzeit: 2h 54)

Editionen (13)

ISBN9783844532906
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum24.09.18

Rezensionen & Bewertungen

5 Bewertungen

2 Rezensionen

4,2

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  • bilsenkraut
    bilsenkraut

    49 Follower

    4,0

    "Eugenie Grandet" war mein erstes Werk von Honore de Balzac und wird sicher nicht mein letztes gewesen sein. Die Charakterisierung der Personen war herrlich scharfsinnig und teilweise bitterböse. Ungewohnt für die Epoche der Romantik, waren die Beschreibungen sehr realitätsnah, weniger romantisiert und mystisch und haben damit eher an den Naturalismus erinnert. Die männlichen Figuren kommen in diesem Roman nicht unbedingt gut weg, dagegen machen gerade Eugenie, ihre Mutter und die Haushaltshilfe eine interessante Entwicklung durch. Die namensgebende Protagonistin wird dabei schon heiligengleich dargestellt und erinnert doch sehr an die heilige Jungfrau Maria, was mir persönlich zu religiös angehaucht und perfekt war. Ich hätte mir gewünscht dass sie ihre Naivität etwas mehr ablegt, aber von einem klassischen Roman erwarte ich auch nicht zu viel Feminismus bzw. Emanzipation. Eine weitere interessante Figur ist Vater Grandet. Wird er von Balzac als schlecht und übetrieben geizig dargestellt, so kommt er doch nie richtig böse rüber. Ich persönlich habe aus dem Geldgeschick und Geiz Vater Grandets immer eine gewisse Ironie und Witz heraus gelesen, was ihn mir einfach nicht als wirklich schlechte Person erscheinen lassen wollte. Besonders die Sterbeszene hat mich schmunzeln lassen, wenn der Priester sich zu dem sterbenden Grandet hinunterbeugt um diesen zu segnen und Grandet zwar nicht mehr sprechen und kaum noch atmen kann, sich aber blitzschnell und refelxartig das goldene Kreuz des Priesters schnappen will. Das hatte schon etwas von Galgenhumor an sich. In "Eugenie Grandet" konzentriert sich de Balzac auf das ländliche Leben, in seiner menschlichen Kömodie nimmt er jedoch jede Gesellschaftsschicht und Lebensweise auseinander die es damals gab. Das städtische Leben ist in diesem Buch nicht sonderlich gut weg gekommen, der einzige Pariser Lebemann hat sich mit Abstand zum Schlechtesten hin entwickelt. Vielleicht darf das ein Vorgeschmack auf andere Werke sein, die in der Großstadt spielen. Balzacs menschliche Komödie wird mir jedenfalls genug Lesestoff für die Zukunft bieten.

    21. Jan. 2023

  • psor
    psor

    5 Follower

    5,0

    Balzacs Erzählungen bleiben Balsam.

    23. Feb. 2024

Autorin / Autor

Über Honoré de Balzac

Honore de Balzac (1799-1850), eigentlich der Generation der Romantiker angehörend, bildet zusammen mit Stendhal und Flaubert das große Dreigestirn der französischen Realisten. Ruinöse Unternehmungen als Verleger und Spekulant sowie sein hemmungslos verschwenderischer Lebensstil stürzten Balzac schon in jungen Jahren in gewaltige Schulden und zwangen ihn zeitlebens zu rastloser literarischer Arbeit. Seine fast hundert Titel umfassende, als universelles Sittengemälde seiner Zeit angelegte „Comédie humaine“, ist Geniestreich der Selbstvermarktung und virtuoses Monumentalwerk der Weltliteratur in einem.

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