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Eugénie Grandet

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Über das Buch

Ein Haus aus Gold, ein Herz aus Stein – und eine Liebe, die zur Ware wird. In der Enge der französischen Provinz herrscht der alte Grandet über sein unermessliches Vermögen und das Leben seiner Tochter Eugénie. Für den tyrannischen Geizhals ist Gold die einzige Sprache, die zählt; Gefühle sind in seiner Kalkulation nicht vorgesehen. Doch als der elegante Cousin Charles aus Paris auftaucht, erwacht in Eugénie eine Sehnsucht, die stärker ist als der Gehorsam gegenüber ihrem Vater. Honoré de Balzacs „Eugénie Grandet“ ist weit mehr als eine tragische Liebesgeschichte. Es ist das bittere Porträt einer Epoche, in der der Wert eines Menschen in Francs gemessen wird. Mit einer psychologischen Tiefe, die heute so modern wirkt wie vor zweihundert Jahren, erzählt Balzac vom Kampf einer unschuldigen Seele gegen die erstickende Macht des Kapitals. Ein zeitloses Meisterwerk über die Frage, was am Ende wirklich bleibt, wenn das Gold verblasst. Gerechtigkeit manchmal zwei sehr verschiedene Paar Schuhe sind.

Editionen (13)

ISBN9783565315581
Verlagepubli
Erscheinungsdatum12.03.26
Seitenzahl204

Rezensionen & Bewertungen

5 Bewertungen

2 Rezensionen

4,2

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  • bilsenkraut
    bilsenkraut

    49 Follower

    4,0

    "Eugenie Grandet" war mein erstes Werk von Honore de Balzac und wird sicher nicht mein letztes gewesen sein. Die Charakterisierung der Personen war herrlich scharfsinnig und teilweise bitterböse. Ungewohnt für die Epoche der Romantik, waren die Beschreibungen sehr realitätsnah, weniger romantisiert und mystisch und haben damit eher an den Naturalismus erinnert. Die männlichen Figuren kommen in diesem Roman nicht unbedingt gut weg, dagegen machen gerade Eugenie, ihre Mutter und die Haushaltshilfe eine interessante Entwicklung durch. Die namensgebende Protagonistin wird dabei schon heiligengleich dargestellt und erinnert doch sehr an die heilige Jungfrau Maria, was mir persönlich zu religiös angehaucht und perfekt war. Ich hätte mir gewünscht dass sie ihre Naivität etwas mehr ablegt, aber von einem klassischen Roman erwarte ich auch nicht zu viel Feminismus bzw. Emanzipation. Eine weitere interessante Figur ist Vater Grandet. Wird er von Balzac als schlecht und übetrieben geizig dargestellt, so kommt er doch nie richtig böse rüber. Ich persönlich habe aus dem Geldgeschick und Geiz Vater Grandets immer eine gewisse Ironie und Witz heraus gelesen, was ihn mir einfach nicht als wirklich schlechte Person erscheinen lassen wollte. Besonders die Sterbeszene hat mich schmunzeln lassen, wenn der Priester sich zu dem sterbenden Grandet hinunterbeugt um diesen zu segnen und Grandet zwar nicht mehr sprechen und kaum noch atmen kann, sich aber blitzschnell und refelxartig das goldene Kreuz des Priesters schnappen will. Das hatte schon etwas von Galgenhumor an sich. In "Eugenie Grandet" konzentriert sich de Balzac auf das ländliche Leben, in seiner menschlichen Kömodie nimmt er jedoch jede Gesellschaftsschicht und Lebensweise auseinander die es damals gab. Das städtische Leben ist in diesem Buch nicht sonderlich gut weg gekommen, der einzige Pariser Lebemann hat sich mit Abstand zum Schlechtesten hin entwickelt. Vielleicht darf das ein Vorgeschmack auf andere Werke sein, die in der Großstadt spielen. Balzacs menschliche Komödie wird mir jedenfalls genug Lesestoff für die Zukunft bieten.

    21. Jan. 2023

  • psor
    psor

    5 Follower

    5,0

    Balzacs Erzählungen bleiben Balsam.

    23. Feb. 2024

Autorin / Autor

Über Honoré de Balzac

Honoré de Balzac war ein Gigant der Weltliteratur, dessen Schaffen die Grenzen des menschlich Möglichen oft zu sprengen schien. Geboren 1777 in Tours, entwickelte er sich zum unermüdlichen Chronisten des 19. Jahrhunderts. Sein monumentaler Zyklus „Die menschliche Komödie“ war der kühne Versuch, die gesamte französische Gesellschaft in all ihrer Komplexität, Gier und Leidenschaft zwischen zwei Buchdeckeln einzufangen. Sein Arbeitsalltag glich einer manischen Obsession: In weiße Mönchskutten gehüllt, schrieb er oft nächtelang bei Kerzenschein, getrieben von einem enormen Kaffeekonsum und dem ständigen Druck seiner immensen Schuldenberge. Balzac war kein bloßer Träumer, sondern ein Analyst der Macht des Geldes.

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