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Romane

Unendlicher Spaß

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Über das Buch

Das größte Radiokunstprojekt aller Zeiten

»Unendlicher Spaß« – so nannte James Incandenza seinen Film, der Menschen, die ihn anschauen, so verhext, dass sie sich nicht mehr von ihm lösen können und dabei verdursten und verhungern. Radikale Separatisten planen mithilfe dieses Films einen Angriff auf das sensations- und vergnügungslüsterne Amerika. Ein zügelloser, unfassbarer Roman, der die menschlichen Obsessionen, Zerstreuungen und Lustbarkeiten in Worte fasst. Nun zum ersten Mal vollständig als Hörbuch: über 1.400 Seiten, pro Seite ein Sprecher. Was als akustisches Experiment begann, endet in einem der spektaktulärsten und spannendsten Hörerlebnisse der letzten Jahre. Unterlegt mit Musik der „Goldenen Maschine“: einem analogen Synthesizer, der autonom eine automatisierte Musik vor sich hinkomponiert, die sich niemals wiederholt.

Die Schuberedition mit Goldfolie enthält 10 MP3-CDs sowie ein umfangreiches Booklet mit Hintergrundinformationen zum Buch und zum Hör-Projekt.

„Ein polyphones Kunstwerk, ein sperrangelweit offenes Literaturportal, durch das man magisch ins Innere einer teuflischen Spiegelwelt gezogen wird, bewohnt von Tennisspielern, Teufeln, Kleinkriminellen und Künstlern.“ DIE WELT

(10 mp3-CDs, Laufzeit: 79h)

Editionen (7)

ISBN9783844527070
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum09.10.17

Rezensionen & Bewertungen

31 Bewertungen

3 Rezensionen

4,0

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  • lesekosmos
    lesekosmos

    51 Follower

    3,0

    Kein unendlicher Spaß, aber eine Erfahrung

    Dieses Werk ist der Ironman der Literatur. Wer dieses Buch wirklich bis zur letzten Zeile durchgehalten hat, sollte vom Rowohlt-Verlag ein Finisher-T-Shirt zugeschickt bekommen. Mit 1551 Seiten oder 3.486 KB setzt David Foster Wallace alles daran, in Marcel Proust’s Fussstapfen zu treten. Die ganz persönliche Lesezeit betrug ein Jahr. War es eine verlorene Zeit? Machen wir uns auf die Suche. Gewöhnlicherweise beginnt eine Rezension mit einer Zusammenfassung des Inhalts in Stichworten. Aber bei Foster Wallace ist nichts gewöhnlich, schon gar nicht der Inhalt. Es geht im weitesten Sinne um eine Tennisakademie. Es geht zum Beispiel auch um James O. Incandenza, den exzentrischen Gründer dieser Tennisakademie, der gleichzeitig auch Regisseur ebenso exzentrischer Kurzfilme war, bevor er sich irgendwann mit dem Kopf in der Mikrowelle das Leben nahm. Seine Frau und seine Söhne waren oder sind Teil der Akademie; die einen als Spieler, die Mutter als Dozentin und Co-Rektorin. Es geht aber auch um ein Heim für Suchtabhängige jeder Couleur, das nur unweit von der Tennisakademie beheimatet ist. Und es geht um eine kanadische Widerstandsgruppe von Rollstuhlfahrern, die aus irgendeinem bis zum Schluß unbekannten Grund hinter einer Videokassette aus dem Schöpfungsfundus von Incandenza herjagen. Wobei kanadisch eigentlich nicht richtig ist, weil sich in dem futuristisch angelegten Roman Kanada mit den USA und Mexiko zu den sogenannten O.N.A.N.-Staaten zusammengeschlossen hat. Der Versuch einer Inhaltsangabe muss an dieser Stelle wegen Sinnlosigkeit abgebrochen werden. Wer nach Inhalt oder gar einem durchgehenden Handlungsfaden sucht, ist bei Unendlicher Spaß falsch. Der Autor wirft dem Leser Mosaiksteine zu, die dieser die längste Zeit versucht, mühsam zu einem Bild zusammenzusetzen, um am Schluss zu erfahren, dass es gar kein Bild gibt. Der Roman endet an einer scheinbar beliebigen Stelle. Das Werk lebt vom Augenblick. Seite für Seite. Irgendwann erkennt man, dass man seinen gewohnten Stil des Buchlesens adaptieren und sich einer neuen Dimension des Lesens öffnen muss. Als wenn man im Kunstmuseum von den alten Meistern des Mittelalters zum allerersten Mal in die Abteilung für abstrakte Kunst wechselt. Und so wie man in einem abstrakten Gemälde nicht nach Gegenständen suchen sollte, muss man Foster Wallace seitenlang einfach nur auf sich wirken lassen. Der Mann ist ein linguistischer Vulkan, sein sprachliches Repertoire ist beeindruckend. Und wo seine/unsere Sprache nicht ausreicht, erfindet er einfach neue Worte und Begrifflichkeiten. Deshalb auch grenzenlose Hochachtung für Ulrich Blumenbach, der in der Tat fünf (!) Jahre an der Übersetzung gearbeitet hat und es zum Beispiel schaffte, nicht nur die komplexesten Wortschöpfungen zu intonieren, sondern zum Beispiel auch schwierige, eher lautmalerische Passagen mit englischer Sprache und Schweizer Akzent ins deutsche Pendant zu transferieren. Natürlich hat solch ein Buch zwangsläufig auch seine Längen und Hänger, und das nicht zu knapp. Dann ist der Leser der Wanderer durch die Wüste, wartend auf die nächste Oase. Und die liefert Foster Wallace sehr zuverlässig immer wieder. Als dieses Werk entstand, musste sich sein Kopf wie ein sprühender Geysir anfühlen, denn das Buch ist ein Spiegelbild seiner unbändigen Kreativität, seiner Schaffenskraft, seiner Energie, seiner Kompetenz in vielen Themen, aber auch seiner mentalen Verwirrungen. Allein seine Fußnoten erstrecken sich oft über viele Seiten und haben wiederum weitere Fußnoten, weil er es offensichtlich nie ganz schaffte, alles unterzubringen, was ihm in den Sinn kam. Allerdings wird in manchen Passagen auch deutlich, wie schmal der Grat zwischen Genialität und Schrott oft ist. Unendlicher Spaß gilt als ein zentrales Werk der US-amerikanischen Literatur der 1990er Jahre und wurde vom Time Magazin zu den 100 besten englischsprachigen Romanen gerechnet. Diese Einschätzung erfuhr posthum eine weitere Aufwertung. Wallace nahm sich 2008 nach schweren Depressionsphasen und langer Alkoholabhängigkeit im Alter von 46 Jahren das Leben. Wer sich an dieses Werk heranwagt, sollte sich von den standardisierten Lese- Erwartungen loslösen, viel Zeit haben und sollte offen sein für experimentelle Literatur. Dann kann Unendlicher Spaß eine bereichernde Erfahrung sein.

    6. Apr. 2026

  • friesi
    friesi

    226 Follower

    2,5

    Nur bedingt eine Empfehlung

    Das Thema hat mich überzeugt jedoch hätte es auf der Hälfte der Seiten auch getan.

    20. Mai 2024

  • jochenstein81
    jochenstein81

    71 Follower

    4,0

    Wie mehrere Tripps auf Droge in einem Buch

    Boah, was ein Buch... Ich habe einige Anläufe gebraucht, um dieses Buch zu schaffen. Es hat im Grunde drei Handlungsstränge, die sich aber gegen Ende vermischen. Muss man alles in diesem Buch verstehen? Nein! Ich habe es irgendwann aufgegeben, denn das Buch ist komplex, hat verdammt viele Fremdwörter und Wortschöpfungen. Sollte man es lesen? Ja! Die 1500 Seiten sollten einen nicht abschrecken, die 200 Seiten Anmerkungen auch nicht. Diese sollte man aber lesen, möchte man nichts verpassen. Vielleicht gibt es mal ein Re-Read... 😂

    25. Dez. 2024

Autorin / Autor

Über David Foster Wallace

David Foster Wallace wurde 1962 geboren und hat Philosophie studiert. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, u. a. sein 'Opus magnum' Infinite Jest, dessen Übersetzung eines der größten Übersetzungsprojekte in der Verlagsgeschichte von Kiepenheuer & Witsch darstellte. Zuletzt unterrichtete Foster Wallace Creative Writing am Pomona College in Claremont, Kalifornien. David Foster Wallace starb am 12. September 2008 in seinem Haus in Kalifornien.

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