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Übersetzt von Rainer Schmidt und Kristian Lutze "Und so gern ich an eine Wahrheit jenseits der Illusion glauben möchte, glaube ich doch inzwischen, dass es sie nicht gibt. Denn zwischen der 'Realität' auf der einen Seite und dem Punkt, an dem der Geist die Realität trifft, gibt es eine mittlere Zone, einen Regenbogenrand, wo die Schönheit ins Dasein kommt, wo zwei sehr unterschiedliche Oberflächen sich mischen und verwischen und bereitstellen, was das Leben nicht bietet: Und das ist der Raum, in dem alle Kunst existiert und alle Magie" S. 1021 Monumental, ein Meisterwerk, ein Kunststück, grandios und unglaublich. Und von Preisen überhäuft. Ich glaube, Der Distelfink von Donna Tartt wurde so hoch in den Himmel gelobt, dass selbst der kleine Vogel, der seine Artbezeichnung für den Titel hergab und zugleich für das gleichnamige Kunstwerk von Carel Fabritius steht, ihn dort kaum noch erreichen könnte. Dementsprechend galt es nun für das überschäumende kleine Leserinnenherz in mir, diese Bildungslücke endlich zu füllen. Und ich gebe zu: Ich erwartete viel. Ich war gespannt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Distelfink, der all seine Superlative und Preise natürlich mehr als verdient hat, ist für mich persönlich aber vor allem eines: der Grund, warum Bücher geschrieben werden – und der Grund, warum ich sie so sehr liebe. Verregnete, durchgelesene Schmökersonntage, das Buch unmöglich wegzulegen, weil es so fesselnd, so allumfassend und so intensiv erzählt wird, dass man in der Geschichte lebt und liebt. Unmöglich, ihr zu entkommen, auch in Zeiten, in denen man die Nase gerade einmal nicht ins Buch steckt. Figuren, Charaktere, Weggefährt:innen – so unglaublich detailreich beschrieben, dass sie dir möglicherweise im Supermarkt den Bund Bananen reichen, weil du sie einfach nicht aus dem Kopf bekommst. Und eine so unfassbar genial erzählte Geschichte, die dich nicht mehr loslässt, lange noch, nachdem du die letzte Seite gelesen hast. All das war Der Distelfink für mich. Ein weiteres Meisterstück von Donna Tartt, die mit ihrem unfassbaren und unvergleichlichen Erzähltalent mir ein weiteres Lieblingsbuch geschenkt hat. Wunderschöne Sätze, die man sich am liebsten allesamt einrahmen möchte. Was ist diese Frau für eine geniale Künstlerin? Der Distelfink ist eine unwiderstehliche, tieftraurige, innige, tragische und manchmal auch hoffnungsvolle Geschichte, die dem Weg von Theo Decker folgt. Bei einem Museumsbesuch verliert er bei einer Explosion seine Mutter, gerät dabei in den Besitz des Kunstwerks Der Distelfink und dieses tragische Ereignis bestimmt fortan seinen weiteren Lebensweg. Genauso wie das Bild selbst, das weiterhin in Theos Besitz ihm durch sein Leben folgt und ihn auf die eine oder andere Weise – positiv wie negativ – beeinflusst. Und genau das macht Tartt so großartig: die Verflechtung des Bildes mit Theos Geschichte. Gleichzeitig ein „Klotz am Bein“, aber auch Sinnbild des Verlustes seiner geliebten Mutter und somit unmöglich aus der Hand zu geben. Der Distelfink ist ein Leseereignis, eine großartige Geschichte über Tragik, Schicksal, Verlust und Trauer, aber auch über Freundschaft und Hoffnung. Für mich persönlich kommt es zwar nicht ganz an Die geheime Geschichte heran, aber trotzdem ist Der Distelfink ein Buch, das ich auf seine ganz eigene Art und Weise niemals wieder vergessen werde.

20. Apr. 2026
Übersetzt von Rainer Schmidt und Kristian Lutze "Und so gern ich an eine Wahrheit jenseits der Illusion glauben möchte, glaube ich doch inzwischen, dass es sie nicht gibt. Denn zwischen der 'Realität' auf der einen Seite und dem Punkt, an dem der Geist die Realität trifft, gibt es eine mittlere Zone, einen Regenbogenrand, wo die Schönheit ins Dasein kommt, wo zwei sehr unterschiedliche Oberflächen sich mischen und verwischen und bereitstellen, was das Leben nicht bietet: Und das ist der Raum, in dem alle Kunst existiert und alle Magie" S. 1021 Monumental, ein Meisterwerk, ein Kunststück, grandios und unglaublich. Und von Preisen überhäuft. Ich glaube, Der Distelfink von Donna Tartt wurde so hoch in den Himmel gelobt, dass selbst der kleine Vogel, der seine Artbezeichnung für den Titel hergab und zugleich für das gleichnamige Kunstwerk von Carel Fabritius steht, ihn dort kaum noch erreichen könnte. Dementsprechend galt es nun für das überschäumende kleine Leserinnenherz in mir, diese Bildungslücke endlich zu füllen. Und ich gebe zu: Ich erwartete viel. Ich war gespannt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Distelfink, der all seine Superlative und Preise natürlich mehr als verdient hat, ist für mich persönlich aber vor allem eines: der Grund, warum Bücher geschrieben werden – und der Grund, warum ich sie so sehr liebe. Verregnete, durchgelesene Schmökersonntage, das Buch unmöglich wegzulegen, weil es so fesselnd, so allumfassend und so intensiv erzählt wird, dass man in der Geschichte lebt und liebt. Unmöglich, ihr zu entkommen, auch in Zeiten, in denen man die Nase gerade einmal nicht ins Buch steckt. Figuren, Charaktere, Weggefährt:innen – so unglaublich detailreich beschrieben, dass sie dir möglicherweise im Supermarkt den Bund Bananen reichen, weil du sie einfach nicht aus dem Kopf bekommst. Und eine so unfassbar genial erzählte Geschichte, die dich nicht mehr loslässt, lange noch, nachdem du die letzte Seite gelesen hast. All das war Der Distelfink für mich. Ein weiteres Meisterstück von Donna Tartt, die mit ihrem unfassbaren und unvergleichlichen Erzähltalent mir ein weiteres Lieblingsbuch geschenkt hat. Wunderschöne Sätze, die man sich am liebsten allesamt einrahmen möchte. Was ist diese Frau für eine geniale Künstlerin? Der Distelfink ist eine unwiderstehliche, tieftraurige, innige, tragische und manchmal auch hoffnungsvolle Geschichte, die dem Weg von Theo Decker folgt. Bei einem Museumsbesuch verliert er bei einer Explosion seine Mutter, gerät dabei in den Besitz des Kunstwerks Der Distelfink und dieses tragische Ereignis bestimmt fortan seinen weiteren Lebensweg. Genauso wie das Bild selbst, das weiterhin in Theos Besitz ihm durch sein Leben folgt und ihn auf die eine oder andere Weise – positiv wie negativ – beeinflusst. Und genau das macht Tartt so großartig: die Verflechtung des Bildes mit Theos Geschichte. Gleichzeitig ein „Klotz am Bein“, aber auch Sinnbild des Verlustes seiner geliebten Mutter und somit unmöglich aus der Hand zu geben. Der Distelfink ist ein Leseereignis, eine großartige Geschichte über Tragik, Schicksal, Verlust und Trauer, aber auch über Freundschaft und Hoffnung. Für mich persönlich kommt es zwar nicht ganz an Die geheime Geschichte heran, aber trotzdem ist Der Distelfink ein Buch, das ich auf seine ganz eigene Art und Weise niemals wieder vergessen werde.
20. Apr. 2026









