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Romane

Hart auf hart

3,4(51)
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Über das Buch

T. C. Boyle mit einem brennend aktuellen Thema: der Feind der ZivilisationAdam, der Sohn eines Schuldirektors und Vietnamveterans, kriegt nichts auf die Reihe. Er fliegt von allen Schulen, wandert von einem Psychiater zum anderen, bis die Eltern ihn aufgeben. Doch in Adam tickt eine Bombe. Überall wähnt er Feinde, gegen die es sich zu verteidigen gilt. In der Wildnis, wo er ein Schlafmohnfeld angelegt hat, hortet er Waffen. Aber es gibt jemanden, der sich in ihn verliebt. Sara, die auch gegen vieles steht: Globalisierung, Verschwörer und Staatsgewalt. Als sie ihn am Straßenrand aufgabelt, beginnt eine leidenschaftliche Liaison. Doch bald merkt Sara, dass mit Adam nicht gut zu reden ist – und er es ernst meint mit den Feinden, sehr ernst.(8 CDs, Laufzeit: 8h 21)

Editionen (4)

ISBN9783844518115
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum09.02.15

Rezensionen & Bewertungen

51 Bewertungen

5 Rezensionen

3,4

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  • kathi.165
    kathi.165

    17 Follower

    4,0

    Es kommt ein Punkt an dem willst du nicht mehr weiterlesen, kannst aber gleichzeitig nicht aufhören. Es ist kein schönes Buch, aber irgendwie doch ein gutes.

    11. Nov. 2024

  • romeiki86
    romeiki86

    8 Follower

    3,0

    T.C. Boyle ist bekannt für seine scharfsinnigen Gesellschaftsanalysen und skurrilen Charaktere. Sein Roman „Hart auf Hart“ liest sich fast wie ein Film – nicht wie ein typischer Actionstreifen mit Explosionen und Verfolgungsjagden, sondern eher wie ein düstereres und intensives Charakterdrama. Die ersten Kapitel sind ein Vergnügen. Besonders Sten hat mich an den „alten“ Clint Eastwood erinnert – ein harter Einzelgänger, der sich gegen ein System auflehnt, das er verachtet. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto klarer wird: Boyle inszeniert hier keine komplexe literarische Erzählung, sondern etwas, das sich eher wie ein Film à la No Country for Old Men oder Gran Torino liest. Handwerklich stark, aber in seiner Handlung oft vorhersehbar. Die Charaktere sind eigen, teilweise überzeichnet. Sten ist großartig, eine faszinierende Figur mit rauem Charme. Carolee hingegen wirkt wie eine klassische „Karen“ – rechthaberisch, hysterisch und unreflektiert. Sara ist interessant, aber erschreckend naiv, während Adam sich schlicht als Psychopath herausstellt. Doch was will Boyle mit diesen überzeichneten Figuren vermitteln? Ein Schlüssel zur Interpretation liegt in der Nebenhandlung um John Colter, den historischen Fallensteller und Grenzgänger, der Adam fasziniert. Tatsächlich hat Colter wirklich existiert, und Boyle gelingt es meisterhaft, diesen Mythos in seine Erzählung zu verweben. Die Frage ist jedoch: Warum? Will Boyle zeigen, dass die amerikanische Freiheitsidee in eine gefährliche, paranoide Radikalität abdriften kann? Die Gestaltung des Buches – die rote Pappe, das Lesezeichen, das an die amerikanische Flagge erinnert – scheint nicht zufällig gewählt. „Hart auf Hart“ ist eine bewusst amerikanische Geschichte, in der es um Waffen, Selbstjustiz und den Glauben an absolute Freiheit geht. Doch Boyle bleibt ambivalent: Kritisiert er diese Tendenzen oder feiert er sie? Das Buch wirft Fragen auf, aber gibt keine klaren Antworten. Vielleicht ist genau das die Botschaft: Die amerikanische Mentalität ist widersprüchlich, von Mythen und Gewalt geprägt – ein Land, das sich zwischen Freiheitsdrang und Wahnsinn bewegt. Letztlich bleibt „Hart auf Hart“ ein unterhaltsamer, gut geschriebener Roman, dem es jedoch an literarischer Tiefe fehlt. Boyle kann erzählen, keine Frage – aber hier bleibt er meiner Meinung nach hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wer düstere Atmosphäre und schräge Charaktere mag, wird gut unterhalten. Wer auf literarische Raffinesse hofft, eher nicht. Darum von mir nur 3 Sterne.

    26. Feb. 2025

  • minijane
    minijane

    167 Follower

    3,5

    Die Freiheit des Einzelnen Dies ist mein 1.Roman des amerikanischen Autors T.C.Boyle, der so produktiv ist, dass fast jedes Jahr ein neues Buch von ihm erscheint. Dem Autor geht der Ruf voraus, dass er sich gerne mit Außenseitern befasst, und auch dieser Roman ist so etwas wie eine Freakshow. Keiner der Protagonisten hat das Potenzial einem als Leser ans Herz zu wachsen, ganz im Gegenteil. Zunächst lernen wir Pensionär und Vietnam Veteran Sten Stenson kennen, der sich mit seiner Frau auf einer Kreuzfahrt in Costa Rica befindet. Als es bei einem Landausflug zu einem Überfall auf die Reisegruppe kommt, nutzt er die Unachtsamkeit eines der jugendlichen Täter und erwürgt den Räuber mit bloßen Händen. Man muss schon schlucken, wenn die Polzei ihm auf die Schulter klopft und wildfremde Menschen ihm für seine Heldentat einen Drink ausgeben. Die 2. Protagonistin ist Sara Hovarty Jennings. Sie lebt alleine und schlägt sich als selbständige Hufschmiedin und Gelegenheitslehrerin durchs Leben. Sie erinnert an die hiesigen Reichsbürger, denn sie erkennt keine staatlichen Organe an und hängt wilden Verschwörungstheorien an, nach denen der Staat durch Konzerne korrumpiert ist und den Bürgern ihre Freiheit rauben will. Immer wieder gerät sie deshalb in ernste Schwierigkeiten mit der Polizei. Als sie auf Adam trifft, der im übrigen Sten‘s Sohn ist, wittert sie einen Gleichgesinnten, denn auch Adam hat für die Polizei nur einen Stinkefinger übrig. Aber sie irrt sich gewaltig. Adam ist der Durchgeknallteste von allen. Von kleinauf hat er psychische Probleme, fühlt sich von Aliens und Chinesen bedroht und ist deshalb immer im Tarnanzug und immer bewaffnet unterwegs. Seine Fantasien werden mit Sicherheit auch dadurch befeuert, dass seine Feldflasche stets Hochprozentiges enthält und Drogen natürlich auch sein Ding sind. Liebevoll ist er eigentlich nur zu den Pflänzchen seiner kleinen Opiumplantage. Außerdem identifiziert er sich mit einem Trapper namens Colter, dessen Freiheitskampf er nachspielt. Sara bildet sich ein, mit Adam eine Art Liebesbeziehung führen zu können. Man muss dem Autor zugute halten, dass sich der Roman größtenteils sehr unterhaltsam liest.Die Sprache hat mir sehr gefallen. Da man immer aus Sicht der einzelnen Protagonisten liest, bekommt man auch soweit möglich mit, warum sie handeln, wie sie handeln. Bei Adam wird das allerdings zunehmend schwieriger. Man spürt immer auch etwas Sarkasmus und Gesellschaftskritik in Boyle‘s Geschichte. Die Freiheit des Einzelnen wird durch seine Romanfiguren auf die Spitze getrieben. Das Drama nimmt seinen Lauf, und das Ende ist nicht sonderlich überraschend. Eine Wertung fällt mir ehrlich gesagt schwer. Ich fand es ganz gut, aber mehr auch nicht. Mir war Adam’s Irrsinn auch teilweise zu viel. Auf jeden Fall bin ich sehr neugierig auf andere Bücher von T.C. Boyle und werde sicher mal wieder zu einem seiner Romane greifen.

    20. Apr. 2023

3 von 5 Rezensionen

Autorin / Autor

Über T.C. Boyle

T.C. Boyle wurde 1948 in Peekskill, im Hudson Valley, geboren und wuchs in schwierigen Familienverhältnissen auf. Nach ausschweifenden Jugendjahren in der Hippie- und Protestbewegung der 60er Jahre war Boyle Lehrer an der High School in Peekskill und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten in namhaften Zeitschriften. Heute lebt er mit seiner Frau und drei Kindern in Kalifornien. Bis ins Jahr 2012 unterrichtete er an der University of Southern California in Los Angeles 'Creative Writing'. Für seinen 1987 erschienenen Roman "World´s End" erhielt Boyle den PEN/Faulkner-Preis.

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