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"Heute ist Samstag, und heute wird alles auf einmal passieren. Das Allerbeste und das Allerschlimmste."
Voran... man muss kein Eishockeyfan sein, ich bin es auch nicht, um dieses Buch zu mögen. Ich habe in meinem Leben ein einziges Spiel gesehen und konnte mich damals trotzdem von der Begeisterung meiner Begleitung anstecken lassen. Vielleicht ist es mit diesem Buch ähnlich. - Fredrik Backman schreibt sich mir mitten ins Herz. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll. Schon Ove, Britt-Marie, Oma und Elsa hat Backman mir tief ins Herz geschrieben. Seine Art zu schreiben treibt mir beim Lesen, nicht nur einmal, Tränen der Rührung und Ergriffenheit in die Augen. Dabei bin ich gar nicht so sonderlich nah am Wasser gebaut. Es ist diese Mischung aus zärtlich platzierten Wiederholungen, melancholischer Tiefe, demaskierender Ehrlichkeit und trotzdem stattfindendem Wortwitz, der mir irgendwie unter die Haut schleicht. Er hält wohl jedem/ jeder Lerser:in den Spiegel vor und so erkenne auch ich mich wieder, in der ein oder anderen Figur. Denn was bedeutet >Loyalität< für jeden Einzelnen? Ich empfinde seine Gesellschaftskritik jedoch nicht als anklagend, er lässt den Menschen etwas menschliches, auch in seinen tiefen Abgründen. Ich gebe meine klare Leseempfehlung, möchte aber auf den verarbeiteten Inhalt von >sexualisierter Gewalt< aufmerksam machen. Ich bin sehr gespannt, wie es in Björnstadt weitergeht und werde die Nachfolger definitiv lesen. Ich habe etliche Textpassagen für mich markiert, hier nur ein kleiner Auszug. "Überall sind Menschen, die gemeinsam mit Freunden aus Kindertagen, Klassenkameraden, Eltern, Geschwistern, Verwandten, oder Nachbarn auf dem Eis herumrutschen, hinfallen, lachen, jubeln und weinen. Wie lange wird sich die Stadt daran erinnern? Nicht besonders lange. Einfach für immer." "Wenn die Familie schon schläft, geht Mira noch einmal durchs Haus und zählt ihre Kinder. Miras Mutter hat dies mit ihren Kindern getan und Mira und ihre fünf Geschwister jede Nacht gezählt. Ihre Mutter sagte immer, dass sie sich nicht vorstellen könnte, es nicht zu tun, und fragte sich, wie man leben konnte, ohne jeden Augenblick fürchten zu müssen, sie zu verlieren. >Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs<, hörte Mira sie flüstern durchs Haus gehen, während jedes Kind mit geschlossenen Augen, behütet in seinem Bett lag und Beachtung und Bestätigung erfuhr. Das ist eine ihrer schönsten Kindheitserinnerungen." "Wie jeden Tag bricht auch heute ein neuer Morgen an. Die Zeit vergeht immer gleich schnell, wir empfinden es nur unterschiedlich. Jeden Tag vergeht ein ganzes Leben oder nur ein Herzschlag - je nachdem, mit wem wir diese Zeit verbringen." "Man hat nie wieder Freunde wie mit fünfzehn. Aber manchmal bekommt man sie zurück." " Es gibt wenige Begriffe innerhalb des Mannschaftssports, die schwieriger zu erklären sind als das wort >Loyalität<. Loyalität wird immer als positiver Charakterzug gewertet, weil viele der Auffassung sind, dass ausschließlich gutes Handeln auf Loyalität beruht. Das Problem ist nur, dass so viele schlimme Taten ebenfalls darauf beruhen."

19. Jan. 2025
"Heute ist Samstag, und heute wird alles auf einmal passieren. Das Allerbeste und das Allerschlimmste."
Voran... man muss kein Eishockeyfan sein, ich bin es auch nicht, um dieses Buch zu mögen. Ich habe in meinem Leben ein einziges Spiel gesehen und konnte mich damals trotzdem von der Begeisterung meiner Begleitung anstecken lassen. Vielleicht ist es mit diesem Buch ähnlich. - Fredrik Backman schreibt sich mir mitten ins Herz. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll. Schon Ove, Britt-Marie, Oma und Elsa hat Backman mir tief ins Herz geschrieben. Seine Art zu schreiben treibt mir beim Lesen, nicht nur einmal, Tränen der Rührung und Ergriffenheit in die Augen. Dabei bin ich gar nicht so sonderlich nah am Wasser gebaut. Es ist diese Mischung aus zärtlich platzierten Wiederholungen, melancholischer Tiefe, demaskierender Ehrlichkeit und trotzdem stattfindendem Wortwitz, der mir irgendwie unter die Haut schleicht. Er hält wohl jedem/ jeder Lerser:in den Spiegel vor und so erkenne auch ich mich wieder, in der ein oder anderen Figur. Denn was bedeutet >Loyalität< für jeden Einzelnen? Ich empfinde seine Gesellschaftskritik jedoch nicht als anklagend, er lässt den Menschen etwas menschliches, auch in seinen tiefen Abgründen. Ich gebe meine klare Leseempfehlung, möchte aber auf den verarbeiteten Inhalt von >sexualisierter Gewalt< aufmerksam machen. Ich bin sehr gespannt, wie es in Björnstadt weitergeht und werde die Nachfolger definitiv lesen. Ich habe etliche Textpassagen für mich markiert, hier nur ein kleiner Auszug. "Überall sind Menschen, die gemeinsam mit Freunden aus Kindertagen, Klassenkameraden, Eltern, Geschwistern, Verwandten, oder Nachbarn auf dem Eis herumrutschen, hinfallen, lachen, jubeln und weinen. Wie lange wird sich die Stadt daran erinnern? Nicht besonders lange. Einfach für immer." "Wenn die Familie schon schläft, geht Mira noch einmal durchs Haus und zählt ihre Kinder. Miras Mutter hat dies mit ihren Kindern getan und Mira und ihre fünf Geschwister jede Nacht gezählt. Ihre Mutter sagte immer, dass sie sich nicht vorstellen könnte, es nicht zu tun, und fragte sich, wie man leben konnte, ohne jeden Augenblick fürchten zu müssen, sie zu verlieren. >Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs<, hörte Mira sie flüstern durchs Haus gehen, während jedes Kind mit geschlossenen Augen, behütet in seinem Bett lag und Beachtung und Bestätigung erfuhr. Das ist eine ihrer schönsten Kindheitserinnerungen." "Wie jeden Tag bricht auch heute ein neuer Morgen an. Die Zeit vergeht immer gleich schnell, wir empfinden es nur unterschiedlich. Jeden Tag vergeht ein ganzes Leben oder nur ein Herzschlag - je nachdem, mit wem wir diese Zeit verbringen." "Man hat nie wieder Freunde wie mit fünfzehn. Aber manchmal bekommt man sie zurück." " Es gibt wenige Begriffe innerhalb des Mannschaftssports, die schwieriger zu erklären sind als das wort >Loyalität<. Loyalität wird immer als positiver Charakterzug gewertet, weil viele der Auffassung sind, dass ausschließlich gutes Handeln auf Loyalität beruht. Das Problem ist nur, dass so viele schlimme Taten ebenfalls darauf beruhen."
19. Jan. 2025








