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Romane

Lügen über meine Mutter

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Über das Buch

Daniela Dröscher erzählt vom Aufwachsen in einer Familie, in der ein Thema alles beherrscht: das Körpergewicht der Mutter. Ist diese schöne, eigenwillige, unberechenbare Frau zu dick? Muss sie dringend abnehmen? Ja, das muss sie. Entscheidet ihr Ehemann. Und die Mutter ist dem ausgesetzt, Tag für Tag.

Lügen über meine Mutter ist zweierlei zugleich: die Erzählung einer Kindheit im Hunsrück der 1980er, die immer stärker beherrscht wird von der fixen Idee des Vaters, das Übergewicht seiner Frau wäre verantwortlich für alles, was ihm versagt bleibt: die Beförderung, der soziale Aufstieg, die Anerkennung in der Dorfgemeinschaft. Und es ist eine Befragung des Geschehens aus der heutigen Perspektive: Was ist damals wirklich passiert? Was wurde verheimlicht, worüber wurde gelogen? Und was sagt uns das alles über den größeren Zusammenhang: die Gesellschaft, die ständig auf uns einwirkt, ob wir wollen oder nicht?

Schonungslos und eindrücklich lässt Daniela Dröscher ihr kindliches Alter Ego die Jahre, in denen sich dieses »Kammerspiel namens Familie« abspielte, noch einmal durchleben. Ihr gelingt ein ebenso berührender wie kluger Roman über subtile Gewalt, aber auch über Verantwortung und Fürsorge. Vor allem aber ist dies ein tragik-komisches Hörbuch über eine starke Frau, die nicht aufhört, für die Selbstbestimmung über ihr Leben zu kämpfen.

Editionen (4)

ISBN9783839820568
VerlagArgon
Erscheinungsdatum17.10.22

Merkmale

1 Bewertungen

VerstörendMittelMittelNachdenklichTraurigEntwickelnd

Rezensionen & Bewertungen

1379 Bewertungen

239 Rezensionen

4,2

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  • benjischwenki
    benjischwenki

    904 Follower

    4,5

    Erschütternd ! Dieser Roman hat mich zuallererst sehr wütend gemacht und mich aber auch sehr nachdenklich zurück gelassen. Er spielt in den 1980ern und ich kann und möchte mir nicht vorstellen, dass so eine Unterdrückung der Frau noch heute möglich wäre. Es ist kein fiktiver Roman, sondern die Autorin schildert ihre eigene Kindheit in einer von dem Vater toxisch vergifteten Familie. Das Besondere hierbei ist, dass sie die Situation einmal aus ihren Augen als Kind schildert und am Abschluss des Kapitels jeweils reflektiert aus der heutigen Sicht . Das Gewicht der Mutter ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und die Erniedrigungen und Beleidigungen des Vaters waren für mich schwer auszuhalten. Wie das Kind darunter leidet und die daraus folgende Parentifizierung und Folgen bis ins Erwachsenenleben haben mich emotional sehr mitgenommen. Dieses Buch ist harte Kost und liest sich nicht so einfach weg, sondern brauchte immer wieder Pausen und Abstand. Ich habe großen Respekt vor der schonungslosen Offenheit der Autorin und kann es nur weiter empfehlen !

    2 Stunden vor

  • bea777
    bea777

    481 Follower

    5,0

    Das Portrait einer überaus toxischen Ehe in der bundesrepublikanischen Provinz der 1980er Jahre

    Selten hat mich ein Buch so wütend gemacht, mich mit einem so schlechten Gefühl zurück gelassen. Daniela Dröscher beschreibt autobiographisch die Ehe ihrer Eltern aus der Perspektive ihres kindlichen Ichs. Die Beziehung besteht ausschließlich aus Vorwürfen des Vaters gegenüber der Mutter, der es sichtlich an Disziplin mangelnd, schließlich gerät der Körper der Mutter immer mehr aus den Fugen. Keine der zahlreichen Diäten hilft, eher im Gegenteil kommt es zur "rückkehrenden Gewichtszunahme". Das Aussehen der Mutter bestimmt den Alltag der Familie und führt regelmäßig zu heftigen Streitereien zwischen den Eltern. Der Vater sieht die wahren Gründe, die Traurigkeit, Unzufriedenheit und Überforderung der Mutter nicht, im Gegenteil führt er sie regelmäßig vor und beschämt sie, in dem er verlangt, dass sie sich regelmäßig vor ihm wiegt. Der Umgang der Eltern, die Ausweglosigkeit haben bei mir zu einem bitteren Beigeschmack geführt. Zwischen den Kapiteln ordnet Daniela Dröscher die Geschehnisse mit ihrem heutigen Wissen ein und reflektiert ihr kindliches Verhalten, wie sie sich bspw. von beiden Eltern vereinnahmen ließ. Die Narrative des Vaters übernommen wurden. Das Buch hat mir gut gefallen. Es ist ein wichtiges Buch zur Beschreibung einer bundesrepublikanischen Ehe in den 1980er Jahren ohne Kinderbetreuung und ohne die Möglichkeit der Selbstverwirklichung der Frauen. Dafür mit viel Arroganz und Unverständnis bei den Männern. Zitat S. 113 In dem Kammerspiel mit Namen "Familie" wird das Kind nicht selten zum Blitzableiter der Kräfte, denen die Frau im Patriarchat unterworfen ist.

    6. Mai 2025

  • filos2309
    filos2309

    604 Follower

    4,0

    Wilder Schauplatz einer Kindheit mit Eltern in einer unglücklichen Ehe

    Schwere Kost, trotzdem ein gutes Buch. Viele Dinge wiederholen sich, allerdings trägt das natürlich zum Flair des Buches bei. Wie schlimm manche Beziehungen sein können haben wir alle schon einmal gehört oder sogar selbst miterlebt. Trotzdem wirkt alles nochmals anderes, wenn es aus der Perspektive eines Kindes erzählt wird.

    19. Aug. 2025

3 von 239 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 4911%
moewenkind
moewenkind31. Jan. 2026

Schreckliche Schwiegermutter. Das macht beim Lesen ja echt aggressiv.

Seite 5412%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Daniela Dröscher

Daniela Dröscher, Jahrgang 1977, schreibt Prosa, Theatertexte und Essays. Im Herbst 2018 erschien der autobiografische Text Zeige deine Klasse. Die Geschichte meiner sozialen Herkunft bei Hoffmann & Campe. Sie ist Gastautorin von 10 nach 8.

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