Blick ins Buch

Romane

Noch wach?

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Über das Buch

Berlin: Eine junge Frau erzählt von ihrem neuen Job bei einem großen Fernsehsender, von ihrem neuen Chef, ihrem neuen Leben. Sie wirkt glücklich, beseelt, hoffnungsfroh, es klingt gut. Zu gut?

In Los Angeles geht derweil eine Welt unter. Ein Mann, der damit prahlt, als Berühmtheit könne man sich gegenüber Frauen alles herausnehmen, wird Präsident der Vereinigten Staaten. Im Garten des legendären „Chateau Marmont“, diesem Nachtspielplatz verwöhnter Hollywood Kids jeden Alters, vertreibt sich eine illustre Bande auf der Flucht vor der Realität die Zeit. Auch der Erzähler ist hier – und Rose McGowan, die Schauspielerin, der man nachsagt, neuerdings irgendwie anstrengend geworden zu sein.

Kurz darauf erschüttert der Weinstein-Skandal Hollywood, und Rose McGowan ist eine der ersten Frauen, die sexuelle Belästigung durch den bis dahin von ganz Hollywood hofierten Filmproduzenten öffentlich gemacht hat. Rose verschwindet, aber sie hinterlässt dem Erzähler eine kryptische Nachricht – oder ist es vielmehr ein Auftrag? Wieso wendet sie sich ausgerechnet an ihn?

Von Hollywood aus verbreitet sich die #MeToo-Bewegung um die ganze Welt. Doch die alten Machtstrukturen sind widerständiger, als man in der ersten Euphorie vielleicht denken mochte.

Zurück in Berlin findet sich der Erzähler nicht mehr nur als Liegestuhlbeobachter, sondern nun als Akteur mitten in einem unübersichtlichen Geschehen wieder, das ihn in einen tiefen persönlichen Konflikt stürzt.

„Noch wach?“ ist ein Sittengemälde unserer Zeit, ein typischer Stuckrad-Barre. Literarisch brillant, humorvoll und kompromisslos erzählt dieser Roman von Machtstrukturen und Machtmissbrauch, Mut und menschlichen Abgründen.

Editionen (5)

ISBN9783839820544
VerlagArgon
Erscheinungsdatum19.04.23

Rezensionen & Bewertungen

269 Bewertungen

48 Rezensionen

3,6

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  • lumpi.lo7
    lumpi.lo7

    175 Follower

    2,0

    Anstrengender Stil - viele Seiten, aber wenig Handlung.

    Das Buch lag lange auf meinem SuB und ich bin froh es beendet zu haben, denn ich spielte oft mit dem Gedanken abzubrechen. Der Schreibstil immer wieder manche Wörter in CAPSLOCK zu schreiben über den gesamten Roman war für mich sehr anstrengend und erfüllte bei mir kein stilistischen Zweck. Knapp 400 Seiten und dennoch ist aus meiner Sicht nur wenig Handlung verarbeitet. Den Inhalt könnte man auf weniger Kapitel runter kürzen. Zu keinem Zeitpunkt hat mich das Buch gefesselt. Es wurde zwar im Verlauf etwas besser, jedoch nicht entscheidend und auch erst nach ca. 150 Seiten. Das Ende ist wenig überraschend. Hätte das Thema doch viel Potenzial geboten, wird dies leider nahezu nicht genutzt.

    25. Jan. 2026

  • wieauchimmer
    wieauchimmer

    106 Follower

    3,0

    Leicht, ironisch und trotzdem unbequem

    In der Welt eines großen deutschen Medienhauses zeigt sich, wie sich die Wahrnehmung der Realität verschieben kann, wenn man plötzlich mit Machtmissbrauch konfrontiert wird. Der Ich-Erzähler stolpert eher naiv in die Situation und wird gezwungen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie man handelt, wenn man weiß, was im Hintergrund passiert. Was das Buch so besonders macht, ist die Erzählweise. Stuckrad-Barre schreibt lange Gedankenströme, die einen mal schmunzeln lassen und mal dabei ertappen, dass man sich ähnliche Fragen stellt. Es geht nicht um klare Gut-und-Böse-Zuordnungen. Die Betroffenen sind nicht nur Opfer, sondern Persönlichkeiten mit eigenen Schwächen, Stärken und Widersprüchen. Das Buch zeigt eindrücklich, wie schwierig es ist, gegen Machtstrukturen vorzugehen, ohne dabei in absolute Ohnmacht oder Wut zu verfallen. Stattdessen bleibt der Ton leicht und zugänglich, fast beiläufig, was das Lesen angenehm macht, ohne das Thema zu verharmlosen. Ich habe mich gleichzeitig gut unterhalten und informiert gefühlt. Eine Kombination, die ich in dieser Form besonders finde.

    20. Feb. 2025

  • taunusleserin
    taunusleserin

    300 Follower

    2,0

    Was war das?

    Mein 2. Versuch mit Benjamin von Stuckrad-Barre, der erste war schon eher mau☹️ Aus dem Stoff hätte man echt was machen können. Für mich war es leider nur eine Aneinanderreihung von Worten. 2 Sterne für den originellen Schreibstil und den Versuch, sich in die Sprache von 20jährigen einzuarbeiten.

    2. März 2024

3 von 48 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Benjamin von Stuckrad-Barre

Benjamin von Stuckrad-Barre, 1975 in Bremen geboren, ist Autor von Soloalbum, 1998, Livealbum, 1999, Remix, 1999, Blackbox, 2000, Transkript, 2001, Deutsches Theater, 2001, Festwertspeicher der Kontrollgesellschaft – Remix 2, 2004, Was.Wir.Wissen, 2005, Auch Deutsche unter den Opfern, 2010, Panikherz, 2016, Nüchtern am Weltnichtrauchertag, 2016, Udo Fröhliche, 2016, Ich glaub, mir geht’s nicht so gut, ich muss mich mal hinlegen – Remix 3, 2018 und Alle sind so ernst geworden (mit Martin Suter), 2020.

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