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Biografien

Liebe in Zeiten des Hasses

4,1(203)
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Über das Buch

Als Jean-Paul Sartre mit Simone de Beauvoir im Kranzler-Eck in Berlin Käsekuchen isst, Henry Miller und Anaïs Nin wilde Nächte in Paris erleben, F. Scott Fitzgerald und Frida Kahlo sich in leidenschaftliche Affären stürzen, fliehen Bertolt Brecht und Helene Weigel ins Exil. Genau das ist die Zeit, in der die Nazis die Macht in Deutschland ergreifen, Bücher verbrennen und die Gewalt gegen die Juden beginnt.
1933 enden die »Goldenen Zwanziger« mit einer Vollbremsung. In einem virtuosen Epochengemälde führt Florian Illies uns zurück in ein Jahrzehnt berstender politischer und kultureller Spannungen. Eine mitreißend erzählte Reise in die Vergangenheit, die sich wie ein Kommentar zu unserer verunsicherten Gegenwart liest: Liebe in den Zeiten des Hasses.

Editionen (5)

ISBN9783839818992
VerlagArgon
Erscheinungsdatum27.10.21

Rezensionen & Bewertungen

203 Bewertungen

36 Rezensionen

4,1

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  • ingeheydeck
    ingeheydeck

    146 Follower

    4,0

    "Chronik eines Gefühls" Geschichte zum Leben erweckt

    Portrait eines Lebensgefühls in den dreißiger Jahren. Das große " Wer mit Wem " in vermeintlich freizügigen Zeiten im Berliner Künstlermileu, bevor es rasant auf den faschistischen Abgrund in Nazideutschland zusteuert. Am Anfang schwirrte mir der Kopf vor lauter Namen, Beziehungen, Eheschließungen, Trennungen, Liaisons, Untreue, kleiner und großer Liebesdramen. Von Josephine Baker, Salvador Dali, über Masha Kalecko, Thomas und Klaus Mann, Erich Kästner, Marlene Dietrich, Gottfried Benn , Hermann Hesse bis Simone de Beauvoir, Helene Weigel und Erich Kästner uvm. - es geht hoch her in den Berliner und Pariser Betten - wobei dass reine Begehren oft im Vordergrund zu stehen scheint, als die Erfüllung wahrer Liebe. Als die Luft dünner wird und die Bedrohung greifbarer , fliehen viele Intellektuelle ins Exil, u.a. nach Sanary- sur-Mer, nach Südfrankreich. Ich habe das Buch gerne gelesen, fand die Hintergründe und Konstellationen interessant. War erstaunt über die sexuelle Freizügigkeit- dem Wechsel von heterosexuellen zu homosexuellen Partnern der Schriftsteller, Politiker, Künstler. Ich habe für meine Verhältnisse recht lange für die Lektüre gebraucht, u.a. weil ich Dnge oder Personen zum besseren Verständnis gegoogelt habe. So waren Pausen vorprogrammiert. Auch das Schreiben meiner Rezension habe ich lange nach hinten geschoben :) Auf "Zauber der Stille" (SuB) freue ich mich zu gegebener Zeit. :)

    23. Jan. 2026

  • allesisterleuchtet
    allesisterleuchtet

    199 Follower

    4,5

    Unglaublich interessant und informativ: die Liebe der Künstler, Intellektuellen, Schriftsteller und Bohemiens in Deutschland 1929 - 1939

    Illies erzählt die Liebesgeschichten sehr vieler Berühmtheiten der damaligen Zeit: Paul Klee, Picasso, die Mann Familie, Fitzgerald, Josephine Baker, Kaleko, Adenauer, de Beauvoir, Sartre, Huxley und viele viele mehr. Er gliedert sein Buch in 3 Teile: vor 1933: die goldenen 20er voller Parties und bizarrer und unkonventioneller Liebesbeziehungen 1933: mit der Machtergreifung Hitlers flieht ein Grossteil der Protagonisten Hals über Kopf ins Ausland nach 1933: die Jahre im Exil, die Bildung von Enklaven im Ausland und die immer weitere Vertreibung Repressionen, Haft, Folter und Tod für die Daheimgebliebenen oder die Anpassung und der Rückzug ins Private. Das Buch hat wahnsinnig viel Input. Selten habe ich so viel gelernt. Dadurch liest es sich bisweilen etwas mühselig aber das ist es wert. Ganz tolles Buch.

    17. Dez. 2025

  • fraumarsupilami
    fraumarsupilami

    187 Follower

    4,5

    Drogen, Sex, Liebe, Emanzipation, Kunst und Chaos: Von Berlin bis Paris in den wilden 1930er Jahren 🎭🍷🔥

    Florian Illies’ „Liebe in Zeiten des Hasses“ ist mehr als eine Chronik – es ist eine mitreißende Liebeserklärung an eine Epoche voller Gegensätze. Während die Welt auf den Abgrund zusteuert, tanzen Künstler, Denker und Schriftsteller zwischen Leidenschaft, Exzess und Verzweiflung. Illies bringt uns so nah an diese schillernden Figuren heran, dass man fast glaubt, mit Sartre und Simone de Beauvoir einen Käsekuchen im Berliner Kranzler-Eck zu teilen. Henry Miller und Anaïs Nin stürzen sich in Paris in eine amour fou, während Brecht und Helene Weigel auf der Flucht vor den Nazis ihre Liebe retten. Erika Mann balanciert zwischen gesellschaftlichem Druck und persönlichen Eskapaden, Picasso zerbricht Liebesbeziehungen genauso wie Kunstkonventionen, und die Fitzgeralds taumeln zwischen literarischem Ruhm und selbstzerstörerischen Nächten. Illies lässt nichts aus: die französische Riviera als Paradies der Rastlosen, das Berlin der zwanziger Jahre als brodelnden Hexenkessel, das Exil als letzte Zuflucht für Intellektuelle wie die Manns oder Hannah Arendt. Und alles ist unterlegt von einem subtilen Rauschen der nahenden Katastrophe. Doch was dieses Buch so besonders macht, ist die unglaubliche Detailtiefe. Illies hat über 276 Bücher und Zeitdokumente gesammelt und sogar meteorologische Daten der Zeit ausgewertet, um den Klang der Epoche einzufangen. Seine Hingabe kennt keine Grenzen: So erzählt er beispielsweise in einem Interview, wie er über den Gartenzaun des verfallenen französischen Exildomizils von Thomas Mann geklettert ist, um selbst zu hören, ob das Rauschen des Meeres dort wirklich die Inspiration für den Schriftsteller war. Dieses Buch ist keine nüchterne Geschichtsdarstellung, sondern ein berauschender Blick in eine Zeit, in der alles möglich schien – und doch so viel verloren ging. Man muss sich allerdings im Fluss der Chronik treiben lassen, ansonsten wird man nicht glücklich mit dem Buch. Entsprechend sind zwischendurch auch einige Längen erkennbar. Auch sollte man ein gewisses „künstlerisch-literarisches Grundwissen“ mitbringen, um nicht von den ganzen Namen erschlagen zu werden. Illies geht nämlich durchaus davon aus, dass man die Namen der Persönlichkeiten schonmal gehört hat und (zumindest grob) ihrem Schaffen zuordnen kann. Wer keine Ahnung hat, wer Thomas Mann, Erich Maria Remarque, Henry Miller, Simone de Beauvoir, Jean-Paul Sartre, Bertolt Brecht, Marlene Dietrich, Hannah Arendt, Leni Riefenstahl, Pablo Picasso, F. Scott Fitzgerald, Walter Benjamin, Kurt Weill oder Lotte Lenya sind, für den ist das Buch vielleicht nichts. Grundsätzlich jedoch ein unverzichtbares Werk für alle, die sich in den Wirren von Kunst, Schriftstellerei, Liebe, Sex, Eskapaden, Drogen und Geschichte verlieren wollen. Und damn - was würde ich für einen Tag mittendrin geben! 🤩 ⭐️⭐️⭐️⭐️½

    14. Jan. 2025

3 von 36 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 8219%
roxane
roxane19. Apr. 2026

„Was die Menschen der zwanziger Jahre dringend gebraucht hätten, war Liebe (oder wenigstens Therapeuten). Was sie bekamen, waren Aufputschmittel.“

Seite 9522%

1 Kommentar verdeckt

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1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Florian Illies

Florian Illies ist studierter Kunsthistoriker, Gründer der Kunstzeitschrift Monopol, Mitherausgeber der ZEIT und freier Schriftsteller. Sein Buch 1913. Der Sommer des Jahrhunderts wurde zum Welterfolg und begründete ein neues Genre, das er mit dem Bestseller Liebe in Zeiten des Hasses – Chronik eines Gefühls (1929-1939) fortsetzte. Mit Eleganz und Leichtigkeit verwandelt Florian Illies vergangene Epochen in lebendige Gegenwart. Er zieht überraschende Querverbindungen zwischen den Protagonisten und verknüpft Szenen und Momentaufnahmen zu mitreißenden Panoramen.

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