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Kind, versprich mir, dass du dich erschießt

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Über das Buch

Am 30. April 1945 schoss sich Adolf Hitler in Berlin eine Kugel in den Kopf. Zur selben Zeit strömten im Städtchen Demmin scharenweise normale Leute, Frauen, Männer und Kinder in Flüsse und Wälder, um sich dort umzubringen. Es war der größte Massenselbstmord in der deutschen Geschichte, der sich vielerorts ähnlich wiederholte. In welchen Abgrund hatten die Menschen geblickt, dass sie angesichts der Befreiung vom Dritten Reich nur im Tod einen Ausweg sahen? Die andere Reaktion auf den Sinnverlust von 1945 wirkt in der Generation der Kriegskinder und -enkel bis heute nach: das Schweigen, Verdrängen und Vergessen. Beidem lag dasselbe Motiv zugrunde, nämlich die Flucht vor dem Unerträglichen. Die tieferen Ursachen aber verbargen sich in der Innenwelt der Deutschen, die zwölf Jahre lang im emotionalen Ausnahmezustand gelebt hatten. Florian Huber entwickelt die Geschichte der Sinn- und Gefühlswelt der Menschen im Dritten Reich im Wechsel von historischer Reportage und Mentalitätsstudie - ein fesselnder Blick auf die Gefühle der kleinen Leute, die in ihren Untergang marschierten.

Editionen (2)

ISBN9783827012470
VerlagBerlin Verlag
Erscheinungsdatum16.02.15
Seitenzahl304

Rezensionen & Bewertungen

23 Bewertungen

8 Rezensionen

3,9

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  • tini99
    tini99

    124 Follower

    4,0

    Wichtiges Buch über die NS Zeit und die Selbstmorde

    Das erste Drittel besteht aus einer Faktenaufzählung. Das war anstrengend zu lesen, auch wenn es sehr interessant war. Alles, was danach kommt, ist absolut interessant und wichtig. Für mich eine neue Perspektive über MV, Deutschland und den Nationalsozialismus.

    4. Okt. 2024

  • dan.read
    dan.read

    4 Follower

    4,0

    Interessantes Buch über die Zeit des NS Regimes vor-, während- und nach dem Krieg. Im Profil sind die „kleinen“ Leute.

    14. Mai 2026

  • janinabookworld
    janinabookworld

    60 Follower

    3,5

    Ein beeindruckendes und zugleich erschreckendes Buch über die (Nach)Kriegszeit in Deutschland. Wir starten in Demmin 1945. Die Stadt wird nach dem Untergang des Dritten Reichs von einer Selbstmordwelle überrollt. Der Autor berichtet sachlich aus der Sicht einzelner Schicksale über die Geschehnisse in Demmin und an anderen Orten in Deutschland. Ab knapp der Hälfte springen wir in die frühen 1930er Jahre und verfolgen auch hier die Geschichte verschiedener Personen bis zum Kriegsende und der Entnazifizierung. Die Stärke des Buches ist seine Sachlichkeit und die gut recherchierten Fakten. Deswegen ist es nicht weniger emotional. Alles beruht auf wahren Schicksalen und Niederschriften. Ich konnte hier mein Wissen über die Zeit des Dritten Reichs definitiv erweitern und mich besser in die Sichtweise einer damals in Deutschland lebenden Person versetzten. Dadurch, dass es sich um ein Sachbuch handelt, gab es natürlich Spannung. Somit hat sich das Buch etwas gezogen und einige Stellen waren ein wenig repetitiv. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich gerne mal an einem Sachbuch probieren möchte.🕊

    24. Feb. 2026

3 von 8 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Florian Huber

Florian Huber, geboren 1967, promovierte als Historiker zur Besatzungspolitik der Briten in Deutschland. Er ist der Autor von historischen Büchern wie »Meine DDR. Leben im anderen Deutschland« und »Schabowskis Irrtum. Das Drama des 9. November«. Als Filmemacher hat Florian Huber preisgekrönte Dokumentarfilme zu zeitgeschichtlichen Stoffen produziert, darunter der Mauerfall, das mysteriöse Ende des Dichters Antoine de Saint-Exupéry sowie die Olympischen Spiele von 1936.

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