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"Aber Worte sind manchmal auch nur ein zerfasertes Seil, das jemand vor Jahren an einer besonders gefährlichen Stelle angebracht hat, damit andere sich daran festhalten können und nicht abstürzen. Und Lina ist längst abgestürzt." Lina kehrt nach langer Zeit in ihr verlassenen Elternhaus zurück. Die Eltern sind gerade gemeinsam bei einem Autounfall gestorben. Doch das ist nicht Linas eigentliches Trauma, sondern die Erinnerungen die auf sie einstürzen, weil alles im Haus sie an ihre Zwillingsschwester erinnert. Luise, die mit dreizehn Jahren plötzlich verschwandt. Da ist ein alter Ball, der immernoch im Garten am Holzkreuz liegt, die Kuckucksuhr, von der sie noch jeden Ton kennt und den kleinen Vogel genau beschreiben könnte und der alte Schaukelstuhl aus Ratan, der auf dem Balkon ihres Zimmers steht. "Die knarzende Treppe, die klappernden Fensterläden, die tschilpenden Vögel, alles für immer eingeschrieben auf der Plylist ihres Lebens, lang nicht mehr abgespielt, und trotzdem kennt sie alles ganz genau..." Lina raucht viel, während sie versucht die Beerdigung ihrer Eltern zu organisieren, das Haus aufzuräumen und zu verkaufen und nicht durchzudrehen vor lauter Erinnerungen, Gerüchen und Geschichten die ihr wieder einfallen. An eine glückliche, fröhliche Kindheit, ihre mutige, lustige Schwester und wohin diese wohl verschwunden ist. Mich hat das Buch sehr begeistert. Mit seinen atmosphärischen Beschreibungen habe ich förmlich den Wald gerochen, den Regen gespürt und ich habe das Reh gesehen, das sonst nur die Zwillinge sehen konnten. Die Sprache ist eindringlich, mal frech, mal poetisch, mal mystisch, aber immer fesselnder werdend zum Finale hin. Es sind aber auch solche Sätze die mich zum Schmunzeln bringen und im nächsten Moment zum Nachdenken, wie dieser: " Junge Frau beim Einkaufen, ohne Datum, Biomasse auf Gebein, unbekannte Künstlerin." Große Leseempfehlung!
7. Okt. 2025
"Aber Worte sind manchmal auch nur ein zerfasertes Seil, das jemand vor Jahren an einer besonders gefährlichen Stelle angebracht hat, damit andere sich daran festhalten können und nicht abstürzen. Und Lina ist längst abgestürzt." Lina kehrt nach langer Zeit in ihr verlassenen Elternhaus zurück. Die Eltern sind gerade gemeinsam bei einem Autounfall gestorben. Doch das ist nicht Linas eigentliches Trauma, sondern die Erinnerungen die auf sie einstürzen, weil alles im Haus sie an ihre Zwillingsschwester erinnert. Luise, die mit dreizehn Jahren plötzlich verschwandt. Da ist ein alter Ball, der immernoch im Garten am Holzkreuz liegt, die Kuckucksuhr, von der sie noch jeden Ton kennt und den kleinen Vogel genau beschreiben könnte und der alte Schaukelstuhl aus Ratan, der auf dem Balkon ihres Zimmers steht. "Die knarzende Treppe, die klappernden Fensterläden, die tschilpenden Vögel, alles für immer eingeschrieben auf der Plylist ihres Lebens, lang nicht mehr abgespielt, und trotzdem kennt sie alles ganz genau..." Lina raucht viel, während sie versucht die Beerdigung ihrer Eltern zu organisieren, das Haus aufzuräumen und zu verkaufen und nicht durchzudrehen vor lauter Erinnerungen, Gerüchen und Geschichten die ihr wieder einfallen. An eine glückliche, fröhliche Kindheit, ihre mutige, lustige Schwester und wohin diese wohl verschwunden ist. Mich hat das Buch sehr begeistert. Mit seinen atmosphärischen Beschreibungen habe ich förmlich den Wald gerochen, den Regen gespürt und ich habe das Reh gesehen, das sonst nur die Zwillinge sehen konnten. Die Sprache ist eindringlich, mal frech, mal poetisch, mal mystisch, aber immer fesselnder werdend zum Finale hin. Es sind aber auch solche Sätze die mich zum Schmunzeln bringen und im nächsten Moment zum Nachdenken, wie dieser: " Junge Frau beim Einkaufen, ohne Datum, Biomasse auf Gebein, unbekannte Künstlerin." Große Leseempfehlung!
7. Okt. 2025








