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Utopia

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Über das Buch

«De optimo statu rei publicae deque nova insula Utopia» ist das bekannteste Werk von Thomas Morus, in dem er 1516 wohl in Anlehnung an Platons Dialog «Timaios» ein erfundenes Inselreich mit einer ganz anderen Gesellschaftsstruktur beschrieb, als sie zu seiner Zeit in England herrschte. In den Sozialwissenschaften wird das Werk als Kritik an den damaligen Verhältnissen und als Gegenentwurf zum zeitgenössischen England gesehen, andere sehen darin eine boshafte Satire desselben England. In dem Stadtstaat dieser Insel herrscht eine Art Kommunismus: Die Interessen des Einzelnen sind denen der Gemeinschaft untergeordnet. Wie in einem (idealen) Kloster ist jedermann zu gemeinschaftlicher Arbeit und Bildung verpflichtet und genießt religiöse Toleranz. Grund und Boden sind gemeinsamer Besitz. Nach dem ersten Erscheinen in Löwen (Brabant) wurde es bald in mehrere Sprachen übersetzt und bildet einen Vorläufer des utopischen Romans.

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ISBN9783752941753
Verlagepubli
Erscheinungsdatum17.04.20
Seitenzahl100

Rezensionen & Bewertungen

55 Bewertungen

10 Rezensionen

3,1

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  • robins
    robins

    157 Follower

    4,0

    Ein interessantes Werk der politischen Philosophie, das trotz seines Alters (1516!) erstaunlich aktuell bleibt. In einem fiktiven Reisebericht beschreibt Morus eine idealisierte Inselgesellschaft, die mit Gleichheit, Gemeineigentum, religiöser Toleranz und einem minimalistischen Lebensstil radikal anders funktioniert als das Europa seiner Zeit. Das Buch regt zum Nachdenken an: über unsere Gesellschaft, über Gerechtigkeit, Eigentum und darüber, was ein gutes Leben eigentlich ausmacht. Die Sprache ist anspruchsvoll, doch gerade das verleiht dem Text Tiefe und Format. Besonders spannend ist, wie Morus mit Ironie und Widersprüchen spielt – ist Utopia wirklich eine ideale Gesellschaft oder eher eine subtile Kritik an realen Machtverhältnissen? Ein Klassiker, der nicht nur intellektuell bereichert, sondern auch ein eindrucksvoller Spiegel für unsere heutige Welt ist.

    25. Apr. 2025

  • suat
    suat

    135 Follower

    3,0

    Das Buch besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil sprechen Morus, Peter Giles und der Reisende Raphael Hythlodaeus über die Probleme ihrer Zeit: harte Strafen, Armut, Ungleichheit, Krieg und die Rolle der Höfe. Im zweiten Teil schildert Hythlodaeus die Insel Utopia als Gegenentwurf: gemeinsames Eigentum, geregelte Arbeit, wenige Gesetze, religiöse Toleranz, alles streng organisiert und nüchtern beschrieben. Der erste Teil hat mir gut gefallen: klar, lebendig und bis heute relevant in seiner Kritik am bestehenden System. Der zweite Teil konnte mich jedoch nicht fesseln. Die Beschreibung der Utopie wirkt oft wie ein langer Katalog von Regeln. Das ist als Denkansatz interessant, aber für mich zu theoretisch und distanziert und nur zur Hälfte wirklich packend.

    24. Sept. 2025

  • redfox7797
    redfox7797

    26 Follower

    2,0

    Die Ur-Utopie

    Thomas Morus und Petrus Ägidius hören zusammen den Bericht des Entdeckungsreisenden Raphael Hythlodäus über Utopia. Raphael ist mit Americo Vespucci die Küste Brasiliens entlanggereist. Als sich ihre Wege trennten, reiste Raphael allein weiter und entdeckte Völker, die man zum Vorbild nehmen könnte, um die Lage in den europäischen Städten und Staaten zu verbessern. Morus und Ägidius wollen mehr erfahren. Im ersten Buch Utopias geht’s aber erstmal um allgemeine Fragen: Wie streng soll Diebststahl bestraft werden und ist dabei die Todesstrafe ein sinnvolles Strafmaß ? Was sind die Folgen von Inflation? Trägt die Abschaffung des Privateigentums zu einer besseren Gemeinschaft bei? Im zweiten Buch Utopias wird die Insel und das Leben dort beschrieben. Unter anderem erklärt Raphael, dass dort jeder arbeitet und das Privateigentum abgeschafft ist, weshalb niemand für seine Güter Geld zahlen muss. Das Leben dort klingt wie ein Traum… eben eine Utopie. Ich muss sagen, dass ich mir nach dem Lesen des Klappentexts viel mehr vom Buch erhofft habe. Ehrlicherweise habe ich nicht sofort bemerkt, dass die Erstfassung des Buches aus dem Jahr 1516 ist. Sprachlich ist der Inhalt sehr anspruchsvoll; definitiv kein Buch für Nebenbei. Inhaltlich wiederholt sich vieles und das hat mir oft das Gefühl gegeben, dass es nicht vorangeht. Dabei sind die einzelnen Aspekte wie die angesprochene Abschaffung des Privateigentums sehr interessant und lassen sich gut noch weiter ausdiskutieren oder gedanklich weiterverfolgen. Die Erwartungen waren definitiv hoch - in der Realität ein Buch, das nicht meinem Geschmack entspricht.

    8. Dez. 2024

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Thomas Morus

Sir Thomas Morus (englisch Thomas More; 1478-1535) war ein englischer Staatsmann und humanistischer Autor der Renaissance. Er ist ein Heiliger und Märtyrer der anglikanischen Kirche (Gedenktag am 6. Juli) sowie der römisch-katholischen Kirche (Gedenktag 22. Juni), in der er als Patron der Regierenden und Politiker proklamiert wurde. Thomas Morus war ein ungewöhnlich gebildeter Mann, gleichzeitig fachkundiger Jurist und ein geschickter Unterhändler. Seine Unparteilichkeit als Undersheriff und in anderen Positionen wurde gerühmt. Er galt als fleißiger Beamter, der sämtliche anhängigen Gerichtsfälle abarbeitete. 1535 wurde Thomas Morus im Alter von 57 Jahren wegen Hochverrats hingerichtet, weil er sich bei der Abspaltung der Anglikanischen Kirche weiterhin zur katholischen Kirche bekannte.

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