Blick ins Buch

Romane

Zonenkinder

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Über das Buch

Jana Hensel war dreizehn, als die Mauer fiel. Von einem Tag auf den anderen war ihre Kindheit zu Ende. Die vertrauten Dinge des DDR-Alltags verschwanden gleichsam über Nacht – plötzlich war überall Westen, die Grenze offen, die Geschichte auch. Eine ganze Generation machte sich daran, das veränderte Land neu zu erkunden. Jana Hensel erzählt von ihrem Leben in der Schwebe zwischen Ost und West. Von der Autorin selbst gelesen: Das Generationenbuch über das Aufwachsen in der DDR und das plötzliche Verschwinden einer ganzen Lebenswelt, das persönliches Erinnern mit aktuellen Fragen von Zugehörigkeit verbindet und verständlich macht, warum Ost-West-Unterschiede bis heute spürbar sind. »Jana Hensel hat der ersten gesamtdeutschen Generation schon jetzt ein kleines Denkmal gesetzt – mit sprachlicher Lakonie, Leichtigkeit und einer Transparenz, die leuchtet.« Der Spiegel »Das Buch schafft etwas, was zum Überwinden eines großen Missverständnisses der deutschen Einheit beitragen könnte. « Angela Merkel

Editionen (3)

ISBN9783742441454
VerlagDer Audio Verlag
Erscheinungsdatum13.03.26

Rezensionen & Bewertungen

41 Bewertungen

4 Rezensionen

3,3

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  • toni_reads_
    toni_reads_

    85 Follower

    3,0

    Reread nach über 20 Jahren

    Zonenkinder von Jana Hensel ist im Sommer 2004 erstmalig erschienen. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern. Hatte ich doch gerade erfolgreich die elfte Klasse absolviert und besuchte meine Mutter und meinen Bruder regelmäßig im Krankenhaus. Bei einem dieser Besuche schenkte mir meiner Mutter dieses Buch. Es sollte mir helfen meine Identität zu finden. Schließlich hatte ich gerade nach 6 Jahren „Westschule“ mein erstes Jahr wieder in einer „Ostschule“ verbracht. Ich habe mich damals (zumindest erinnere ich mich so an dieses Buch zurück) total von diesem Buch verstanden gefühlt. Heute kann ich dem nicht mehr zustimmen. Die Protagonistin ist 10 Jahre älter als ich. Hat die DDR ganz anders erlebt. Hinzu kommt, ich bin im Sperrgebiet geboren. Etwas ganz anderes als in Sachsen. Den Osten kenne ich nur aus Urlauben bei Oma, aber nicht von zu Hause. Jugendweihe? Hab es bei uns nicht, da wurden alle konformiert. Jugendhaus? Gab es laut den Aussagen meines Vaters ebenso wenig. Genauso hat er immer gesagt, dass der ganze Jungpionier und FDJ Kram bei ihnen im Dorf nicht so gelebt wurden, wie bei meiner Mutter im Dorf und dem Rest der DDR. Ich bin also eh schon zwischen den Welten aufgewachsen. Aus dem Kinderzimmer immer den Blick in den Westen. 100, 200 Meter entfernt, zum greifen nahe. Mein Fazit im Re-Read nach 20 Jahren nach ET. Es hat mir eine neue Perspektive auf den Mauerfall gebracht. Ich konnte anders reflektieren. Dinge besser hinterfragen, wo ich mit meinen 16, 17 Jahren damals gar nicht in der Lage war.

    27. Okt. 2025

  • zeitfuermich
    zeitfuermich

    49 Follower

    2,0

    2004 erschienen, nach über 20 Jahren erstmals gelesen. Irgendwie hat mich der Inhalt nicht wirklich erreicht aufgrund der Schreibweise. Ein „Sachbuch“ aber mit viel persönlicher Perspektive und das war wohl das „Problem“ beim Lesen für mich. In Westdeutschland in den 80ern geboren und aufgewachsen habe ich schlicht und einfach keinen persönlichen Bezug und kann hier wenig nachempfinden. Gleichzeitig ist es dann aber „zu wenig“ Sachbuch, um mich zu informieren. Schwer zu beschreiben.

    14. Juni 2026

  • tarzansuncle
    tarzansuncle

    36 Follower

    4,5

    Wenn ein Deutscher Mitte der Siebziger (des 20. Jahrhunderts) geboren wurde, ist es für sein Leben entscheidend, ob er in Ost- oder in Westdeutschland geboren wurde. Wuchs er in der DDR auf, so endete seine Kindheit sehr plötzlich im Jahr 1989. Dieses plötzliche Ende, das Vakuum danach und das vielgestaltige Verhältnis zum Westen ist das Thema dieses Buches. Jana Hensel (geboren 1976 in Leipzig) beschreibt in diesem wichtigen Buch vorrangig nicht das Leben in der DDR, sondern die vielen Veränderungen, die der Mauerfall mit sich brachte. Dabei schwelgt sie nicht in Ostalgie und sie nimmt auch nicht den vermeintlich objektiven Standpunkt eines Historikers ein. Sie ist subjektiv, bleibt bei den Gefühlen und Unsicherheiten. Gerade das macht das Buch für mich so wertvoll. Ich erhalte einen Blick in das Leben von Menschen, mit denen ich vieles teile, deren Lebensweg aber so ganz anders ist. Sie beleuchtet ein Stück Geschichte aus der Sicht derjenigen, die die Geschichte getroffen hat. Beeindruckend!

    25. Dez. 2025

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Jana Hensel

Jana Hensel, geboren 1976, aufgewachsen in Leipzig, wurde 2002 mit ihrem Porträt einer jungen ostdeutschen Generation »Zonenkinder« schlagartig bekannt. Seither arbeitet sie als Journalistin und veröffentlichte zahlreiche Bücher, die zu SPIEGEL-Bestsellern wurden. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet und als Journalistin des Jahres für ihre Berichterstattung über Ostdeutschland geehrt. Sie ist für DIE ZEIT tätig und lebt in Berlin.

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