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Hauptstadtjournalistin erklärt den Osten
Jana Hensel war 13, als die Mauer fiel. Gemeinsam mit ihrer Mutter demonstrierte sie damals in Leipzig mit auf der Straße und sorgte so mit für die Wende. Später studierte sie Germanistik. Als sie in der Bibliothek saß und von ihrer Hausarbeit gelangweilt war, schrieb sie das Buch "Zonenkinder". Es erschien 2002. Heute ist Jana Hensel eine bekannte Journalistin, die in Berlin lebt, sich vor einigen Jahren von dem Vater ihres Kindes trennte und mit dem Rad rüber ins Regierungsviertel fährt, um Reportagen und Porträts über wichtige Personen zu schreiben. Angela Merkel hat sie schon mal angerufen, um über einen Artikel zu sprechen. Was das alles mit ihrem neuen Buch "Es war einmal ein Land", in dem es laut Untertitel darum geht, wie und warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet zu tun hat? Keine Ahnung, ist ja eigentlich privater stuff, steht aber trotzdem mit drinne. Ich habe mit JH nicht viel gemein. War nicht demonstrieren, weil auf dem Dorf nicht demonstriert wurde. Hab nicht studiert, sondern zwei Ausbildungen gemacht und arbeite heute in einem schlecht bezahltem Beruf in Thüringen, wo ich herkomme. Hab mich nie als "Zonenkind" gesehen und hasste damals beim Lesen jede Zeile. Heute bin ich überaus gern ostdeutsch, stolz darauf und hab trotzdem noch nie AfD gewählt, arbeite aber in einer Stadt, wo dies jeder zweite getan hat. In Teilen fand ich das Buch recht interessant. JH kann gut Zusammenhänge erklären, auch geschichtliche wie politische Verläufe klar und prägnant darstellen. Sie sagt viele kluge Sachen, denen ich inhaltlich voll zustimme und scheute nicht davor zurück, für das Buch Leute wie Chrupalla oder Krah zu interviewen. Leider kommt sie am Schluss nicht ohne den selbstzufrieden gereckten empörten Zeigefinger aus. Wird ihr Buch dafür sorgen, daß der Osten nicht von den Rechten übernommen wird? Ich fürchte nein.
18. März 2026
Hauptstadtjournalistin erklärt den Osten
Jana Hensel war 13, als die Mauer fiel. Gemeinsam mit ihrer Mutter demonstrierte sie damals in Leipzig mit auf der Straße und sorgte so mit für die Wende. Später studierte sie Germanistik. Als sie in der Bibliothek saß und von ihrer Hausarbeit gelangweilt war, schrieb sie das Buch "Zonenkinder". Es erschien 2002. Heute ist Jana Hensel eine bekannte Journalistin, die in Berlin lebt, sich vor einigen Jahren von dem Vater ihres Kindes trennte und mit dem Rad rüber ins Regierungsviertel fährt, um Reportagen und Porträts über wichtige Personen zu schreiben. Angela Merkel hat sie schon mal angerufen, um über einen Artikel zu sprechen. Was das alles mit ihrem neuen Buch "Es war einmal ein Land", in dem es laut Untertitel darum geht, wie und warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet zu tun hat? Keine Ahnung, ist ja eigentlich privater stuff, steht aber trotzdem mit drinne. Ich habe mit JH nicht viel gemein. War nicht demonstrieren, weil auf dem Dorf nicht demonstriert wurde. Hab nicht studiert, sondern zwei Ausbildungen gemacht und arbeite heute in einem schlecht bezahltem Beruf in Thüringen, wo ich herkomme. Hab mich nie als "Zonenkind" gesehen und hasste damals beim Lesen jede Zeile. Heute bin ich überaus gern ostdeutsch, stolz darauf und hab trotzdem noch nie AfD gewählt, arbeite aber in einer Stadt, wo dies jeder zweite getan hat. In Teilen fand ich das Buch recht interessant. JH kann gut Zusammenhänge erklären, auch geschichtliche wie politische Verläufe klar und prägnant darstellen. Sie sagt viele kluge Sachen, denen ich inhaltlich voll zustimme und scheute nicht davor zurück, für das Buch Leute wie Chrupalla oder Krah zu interviewen. Leider kommt sie am Schluss nicht ohne den selbstzufrieden gereckten empörten Zeigefinger aus. Wird ihr Buch dafür sorgen, daß der Osten nicht von den Rechten übernommen wird? Ich fürchte nein.
18. März 2026






