Blick ins Buch

Biografien

Frei. Erwachsenwerden am Ende der Geschichte

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Über das Buch

Albanien 1989: der letzte stalinistische Außenposten in Europa, ein isoliertes Land. Es herrschen Mangelwirtschaft, Geheimpolizei und das Proletariat. Für die zehnjährige Lea Ypi ist dieses Land ihr Zuhause – ein Ort der Geborgenheit, der Hoffnung und der Freiheit. Alles ändert sich, als in Tirana Enver Hoxhas Statue vom Sockel stürzt. Jetzt können die Menschen wählen, wen sie wollen. Aber die neue Zeit zeigt bald ihr unfreundliches Gesicht, und die Aussicht auf eine bessere Zukunft löst sich auf in Arbeitslosigkeit und Massenflucht. Als das Land im Chaos zu versinken droht, beginnt Lea sich zu fragen, was das eigentlich ist: Freiheit.

Editionen (4)

ISBN9783742427311
VerlagDer Audio Verlag
Erscheinungsdatum05.12.22

Rezensionen & Bewertungen

221 Bewertungen

31 Rezensionen

4,3

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  • bea777
    bea777

    482 Follower

    4,5

    Ein Buch, dass Wissen zur politischen und gesellschaftlichen Wende in Albanien vermittelt. Ich habe viel gelernt!

    Wir lesen die Erinnerungen von Lea Ypi, die Ende der 1970er Jahre in Tirana, der Hauptstadt Albaniens, geboren wird. Der erste Teil des Buches behandelt ihre Kindheit bis in das Jahr 1990, dem Jahr, indem es in Albanien zum politischen Umbruch kam. Ihre Kindheit ist geprägt von engem Familienleben, Schulbildung und organisiertem Alltag. Aber auch von Andeutungen, Geheimnissen und der Angst vor Bespitzelung. Zitat: Vor diesem Dezembertag des Jahres 1990 und meiner Begegnung mit Stalin im Regen war mir nie in den Sinn gekommen, meine Familie könnte nicht bloß die Quelle aller Gewissheiten sein, sondern auch aller Zweifel. Der zweite Teil behandelt Leas Jugend. Prägend sind die Veränderungen in allen Lebensbereichen, der Arbeitslosigkeit, dem Wegbrechen nachbarschaftlicher Beziehungen, dem Massenexodus. Die Erinnerungen enden mit ihren Tagebuchaufzeichnungen zu Beginn des Jahres 1997 und dem Ausbruch des Bürgerkrieges. Ich fand die Beschreibungen von Lea Ypi sehr interessant. Bisher hatte ich mich zur Geschichte Albaniens nicht informiert. Die historischen Verbindungen zu Italien waren mir neu, auch wenn sie geographisch natürlich naheliegend sind. Parallel zum Lesen habe ich historische Ereignisse im Internet nachgelesen. Ich habe viel gelernt, was kann man von einem Buch mehr erwarten? Leseempfehlung!!

    24. Juni 2026

  • laroute
    laroute

    131 Follower

    4,0

    Lea Ypi ist 1979 in Tirana geboren und in Albanien aufgewachsen. In diesem Buch beschreibt sie ihr Erwachsenwerden in einer Art autobiographischem Sachtext. Sie schreibt sonst akademisch. Das ist es nicht, sondern ein sehr zugänglicher Bericht, den man auch ohne viel Hintergrundwissen lesen und verstehen kann, der aber trotzdem einen gewissen Anspruch hat. Es war für mich ein Buch, das seine Zeit gebraucht hat. Ich konnte es nicht mal eben schnell weglesen, dafür steckt zu viel zwischen den Zeilen und ich habe auch längst nicht alles komplett erfasst. Während des Lesens ist mir nochmal klar geworden, wie wenig Wissen ich zu Albanien habe. Nur ein paar Beispiele, wovon ich in dem Buch erfahren habe: die wirklich große Fluchtbewegung Anfang der 90er; dass Pyramidenfirmen und Schneeballsysteme zeitweise in großem Stil die Bevölkerung ausgebeutet haben; der Bürgerkrieg 1997, nachdem viele Menschen ihre Ersparnisse verloren hatten. Ich habe das Buch gerne gemeinsam mit @lese_locke gelesen und kann es sehr empfehlen.

    31. März 2026

  • lese_locke
    lese_locke

    86 Follower

    4,0

    Eindrückliches Memoir Lea Ypi verlebt ihre Kindheit und Jugend in Albanien - im letzten kommunistischen Land Europas. Autobiografisch erzählt sie, wie es ihr dabei ergangen ist. Damals gab es keine Wahlfreiheit, keine Reisefreiheit, keine Meinungsfreiheit und keine ökonomische Freiheit. Ihre Eltern und die Großmutter väterlicherseits spielen in der Erzählung eine tragende Rolle. Durch den Sturz des kommunistischen Regimes, erlebt die Autorin dann mitten in der Pubertät eine schwerwiegende Vertrauenskrise. Die psychologischen und symbolischen Sprachcodes, welche die Eltern nutzen, lässt eindrucksvoll erleben, wie Lea Ypi sich als Kind gefühlt haben muss. Oft wird das aufgeweckte Mädchen mit unbefriedigenden Erklärungen zurückgelassen. Für den Lesefluss waren diese Sprachcodes mit der Zeit anstrengend und ich hätte mir früher die Entschlüsselung davon gewünscht. Lea Ypi sagt in einem Interview, dass das Schreiben des Buches ihr half, sich mit der Identitätsveränderung auszusöhnen. Ich habe dieses Buch im BuddyRead mit @laroute gelesen, was sehr angenehm und hilfreich war. Einerseits hat es mich motiviert dranzubleiben, andererseits war es spannend, gemeinsam über die politischen Geschehnisse zu diskutieren. Ein spannendes Buch, das mich sehr zum Nachdenken angeregt hat!

    31. März 2026

3 von 31 Rezensionen

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