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Mein Name ist Estela

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Über das Buch

Das Mädchen ist tot, die Haushälterin wird vernommen. Zum ersten Mal hören alle Estela zu. Szene um Szene offenbart sich ein schwindelerregendes Kammerspiel unüberbrückbarer Klassenunterschiede. Sieben Jahre hat Estela im Haus der fremden Familie gelebt, hat tagein, tagaus für sie gesorgt. Die weiße Schürze ist zu einer zweiten Haut geworden, die dünnen Wände ihres Zimmers rücken immer näher. Doch sie ist nicht die einzige Gefangene des Hauses: Im leeren Blick des Mädchens sieht Estela ihre eigene Einsamkeit gespiegelt. Jeder Versuch von Intimität zwischen Angestellter und Kind zerschellt an der ehrgeizigen Mutter und dem autoritären Vater, an der Brutalität der Verhältnisse. Auf engstem Raum ringen vier Menschen ums Überleben und rasen doch unausweichlich auf eine Katastrophe zu.

Editionen (3)

ISBN9783732473977
VerlagArgon Verlag
Erscheinungsdatum19.02.24

Rezensionen & Bewertungen

174 Bewertungen

41 Rezensionen

3,8

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  • ingeheydeck
    ingeheydeck

    146 Follower

    5,0

    Ein großartiges Buch - absolutes Highlight !

    Ich habe das Buch von der ersten Seite an geliebt und 'habe mit Estela gelitten'. Die "Pointe", der Tod des kleinen Mädchens, wird quasi vorweggenommen- doch büßt der lange, eindringliche Monolog Estelas dadurch nichts an Spannung ein. Estela, Hausangestellte in Chile, scheint des Mordes verdächtig zu sein und polizeilich verhört zu werden. Eindringlich verschafft sie sich Gehör, spricht den Leser, ihr "Publikum" direkt an -( m.E. ein genialer stilistischer Schachzug, der den Roman u.a. so besonders macht) und berichtet über den harten, trostlosen Alltag, den sie stoisch meistert, ohne von den bornierten, gefühlskalten Hausherren tatsächlich als Mensch wahrgenommen zu werden. Man wundert sich, was diese Frau in den sieben Jahren in diesem wohlsituierten Haushalt erträgt, wie sie Demütigungen erduldet den Tod der Mutter und des geliebten Straßenhundes verkraften muss ... ohne jemals emotionale Ansprache, geschweige denn Wertschätzung oder respektvolle Zuneigung zu erhalten. Ihr einziger Rückzugsort, ist eine winzige, von der Küche abgetrennte Kammer - ein alter Fernseher die einzige Zerstreuung. Obwohl sie aus einfachen ärmlichen Verhältnissen stammt, scheint sie klar zu erkennen, welche Fehler die karrieresüchtige, frustrierte Mutter und der autoritäre, und was die Tochter betrifft , krankhaft ambitionierte Vater machen. Das Mädchen wird zunehmend verstörter, störrischer und verzweifelter ...das tragische Ende unvermeidbar... Doch die Frage, ob man am Ende Estelas Ausführungen glaubt und von ihrer Unschuld überzeugt ist, bleibt m.E. offen. Ich für meinen Teil, bin von Estelas Plädoyer überzeugt !

    Ein großartiges Buch - absolutes Highlight !

    27. Sept. 2025

  • caglas.pov
    caglas.pov

    149 Follower

    4,0

    Gutes Hörbuch unter 7 h

    »Es gibt so viele Formen zu sprechen. Die Stimme ist nur die simpelste unter ihnen.« In dieser Geschichte erzählt eine Haushälterin namens Estela rückblickend von den Jahren, die sie im Haus einer wohlhabenden Familie verbracht hat und von den Ereignissen, die ALLES verändert haben. Der Roman kreist stark um soziale Ungleichheit, emotionale Distanz und das Gefühl, in fremden Lebenswelten unsichtbar zu bleiben. Einsamkeit, Machtverhältnisse und unterschwellige Spannung ziehen sich durch die ganze Geschichte. Der Einstieg fiel mir zunächst schwer, doch mit der Zeit konnte ich mich immer besser darauf einlassen. Estela spricht direkt zu einer Zuhörerschaft, was einerseits sehr intensiv wirkt, mich andererseits manchmal aus dem Lesefluss gerissen hat. Die ständigen Unterbrechungen und Selbstkommentare fühlten sich für mich nicht immer stimmig an und sorgten dafür, dass sich einige Passagen in die Länge zogen. Thematisch hat mich der Roman definitiv (!!!) abgeholt, gerade die Darstellung von Klassenunterschieden und emotionaler Isolation fand ich so soooo stark und tiefgründig. Mit der erzählerischen Umsetzung bin ich jedoch nicht ganz warm geworden. Dennoch habe ich das Hörbuch sehr gern gehört und empfehle es für diejenigen, die ein eher kürzeres Hörbuch suchen.

    Gutes Hörbuch unter 7 h

    25. Feb. 2026

  • 3,5

    "Diese Geschichte hat mehrere Anfänge. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass sie nur aus Anfängen besteht. " Und das stimmt. Es werden einzelne Episoden aus dem Leben von Estela erzählt. Estela erzählt sie und ich bin mit diesem Erzählstil leider nicht so richtig warm geworden. Das war irgendwie nicht meins. Die Geschichte an sich ist spannend und der Spannungsbogen bleibt auch bis zum Schluss erhalten. Estela hatte kein einfaches Leben und hat dieses auch jetzt nicht, in der Familie der sie dient. Die Sprache ist zum Teil wirklich mitreißend. "Das Wort Wut z. B., besteht aus gerade mal drei Buchstaben. Drei Buchstaben, weiter nichts. Und trotzdem stand meine Brust in Flammen. " Sehr liebevoll war die Beziehung zu ihrer Mutter. Diese Episoden gehörten für mich zu den schönsten in dem Roman. Herzzerreissend, wie liebevoll die Frage nach einer Mütze sein kann. "Niemand würde es fragen, ob es seine Wollmütze trug. Ich liebte diese Frage. Und wie ich diese Frage liebte." Für viele kann dieses Buch sicherlich ein Highlight sein. Vielleicht hat es mich zur falschen Zeit erwischt.

    24. März 2024

3 von 41 Rezensionen

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