"Ich bin beeindruckt von dieser Wissenschaftlerin, die viel zu lange übersehen worden ist - ein kluge, mutige und großherzige Frau." Andrea Sawatzki
Ein spannender Roman nach der wahren Geschichte einer herausragenden Ärztin
Vanderbilt-Hospital, Nashville 1940: Dr. Dorothy Millicent Horstmann fällt auf unter den Ärzten der Klinik. Sie ist 1,85 m groß. Und sie ist eine Frau - meistens die einzige im Raum. Dorothy hat Großes vor: Sie will die Kinderlähmung bezwingen, die so viel Leid im ganzen Land verursacht. Zu viele Patienten hat sie in der Eisernen Lunge um Luft ringen und sterben sehen. Dorothy kennt nur ein Ziel: Das Polio-Virus auszulöschen, durch Heilung oder einen Impfstoff. Die berühmten Forscher in ihrem Umfeld zweifeln an ihrer These zur Ausbreitung des Virus im Körper, aber sie wird ihnen beweisen, dass sie recht hat - um jeden Preis.
Im Rennen gegen die Zeit wird sie zur Pionierin, die ihr privates Glück und ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt.
"Ohne Dr. Dorothy Horstmann hätte es nie einen Impfstoff gegeben. Einen großen Applaus für dieses Buch, das Dorothys brillante Arbeit in den Vordergrund rückt - und uns an Frauen in der Wissenschaft erinnert." Bonnie Garmus, Autorin des Bestsellers Eine Frage der Chemie
Sollte man allen Impfgegnern wärmstens empfehlen zu lesen. Sehr interessante Protagonistin. Zu viele Seiten für die ausgedachten Liebschaften nach meinem Geschmack.
27. Sept. 2025
3,5
Sollte man allen Impfgegnern wärmstens empfehlen zu lesen. Sehr interessante Protagonistin. Zu viele Seiten für die ausgedachten Liebschaften nach meinem Geschmack.
Das heutige Datum, der 24. Oktober ist zum Welt-Polio-Tag bestimmt worden, um daran zu erinnern, dass diese Krankheit nur durch eine globale Immunisierung der Bevölkerung ihren Schrecken verloren hat.
Die Wildvariante der Viruserkrankung, die auch unter der Bezeichnung Kinderlähmung, bekannt ist, konnte dank einer Initiative der WHO, die das Ziel hatte, die Krankheit durch Impfung auszurotten,im Jahre 1988 zu 99 Prozent zurückgedrängt werden. Auch die Schluckimpfung mit dem berühmten Stück Würfelzucker ist seit 1998 Geschichte - hierzulande wird die Impfung nun oft in einer Kombination gegen andere Erkrankungen wie Tetanus oder Diphtherie mit der Spritze verabreicht. Nachlesen kann man diese interessanten Fakten auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts.
Mit ihrem Roman "The Woman with the Cure" von 2023 setzt die US-amerikanische Autorin Lynn Cullen der eher unbekannten Medizinerin Dr. Dorothea Millicent Horstmann (2. Juli 1911 - 11. Januar 2001) ein Denkmal, der es nach hartnäckiger Forschung gelang, den Nachweis zu erbringen, dass das Poliovirus das zentrale Nervensystem über die Blutbahn erreicht.
Historisch steht ihre Geschichte im Schatten von zwei bekannten männlichen Kollegen, die sich einen Wettlauf um die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Polio lieferten: Dr. Albert Bruce Sabin, Virologe und Professor der Kinderheilkunde und Dr. Jonas Edward Salk, Immunologe.
Und wenn man jetzt allein diese geschichtlichen Fakten durchliest, könnte man wohl meinen, dass daraus nur ein spannender Roman mit interessanten Hintergründen und verschiedenen menschlichen Perspektiven entstehen kann.
Aber leider ist dieser Roman so zäh erzählt und fokussiert sich auf die möglichen Liebesgeschichten und zwischenmenschlichen Interaktionen der Protagonistin und einiger anderer Figuren. Doch auch diese fiktiven Ausschmückungen der Lebensläufe der Figuren sind so bieder erzählt, dass die Lektüre ziemlich zäh wird.
Die wirklich spannenden historischen Fakten werden erst gegen Ende des Romans abgehandelt und der Schluss ist dann auch ziemlich unnötig und kitschig.
Der Roman gewährt Einblicke in den Klinikalltag der 1940er Jahre, er zeigt deutlich was diese Krankheit für Betroffene und Angehörige bedeutete und warum trotz des großen Engagement von Ärzten und Ärztinnen, Forscherinnen und Forschern der Kampf gegen diese Viruserkrankung so steinig und schwer war. Wer sich beim Lesen auf diesen Aspekt konzentriert, wird vielleicht die offensichtlichen Schwächen des Romans übergehen können.
FAZIT
Leider muss ich ehrlich gestehen, dass ich das Nachwort und das beigefügte Personen-/Figurenverzeichnis mit größerem Interesse gelesen habe, als den ganzen Roman.
Mit der Erzählweise der Autorin bin ich leider überhaupt nicht warm geworden, auch wenn der geschichtliche Hintergrund so spannend war.
Bonnie Garmus spendet ja "großen Applaus für dieses Buch". Vielleicht also ein Lesetipp für alle, die "Eine Frage der Chemie" feierten.
24. Okt. 2025
3,0
Das heutige Datum, der 24. Oktober ist zum Welt-Polio-Tag bestimmt worden, um daran zu erinnern, dass diese Krankheit nur durch eine globale Immunisierung der Bevölkerung ihren Schrecken verloren hat.
Die Wildvariante der Viruserkrankung, die auch unter der Bezeichnung Kinderlähmung, bekannt ist, konnte dank einer Initiative der WHO, die das Ziel hatte, die Krankheit durch Impfung auszurotten,im Jahre 1988 zu 99 Prozent zurückgedrängt werden. Auch die Schluckimpfung mit dem berühmten Stück Würfelzucker ist seit 1998 Geschichte - hierzulande wird die Impfung nun oft in einer Kombination gegen andere Erkrankungen wie Tetanus oder Diphtherie mit der Spritze verabreicht. Nachlesen kann man diese interessanten Fakten auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts.
Mit ihrem Roman "The Woman with the Cure" von 2023 setzt die US-amerikanische Autorin Lynn Cullen der eher unbekannten Medizinerin Dr. Dorothea Millicent Horstmann (2. Juli 1911 - 11. Januar 2001) ein Denkmal, der es nach hartnäckiger Forschung gelang, den Nachweis zu erbringen, dass das Poliovirus das zentrale Nervensystem über die Blutbahn erreicht.
Historisch steht ihre Geschichte im Schatten von zwei bekannten männlichen Kollegen, die sich einen Wettlauf um die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Polio lieferten: Dr. Albert Bruce Sabin, Virologe und Professor der Kinderheilkunde und Dr. Jonas Edward Salk, Immunologe.
Und wenn man jetzt allein diese geschichtlichen Fakten durchliest, könnte man wohl meinen, dass daraus nur ein spannender Roman mit interessanten Hintergründen und verschiedenen menschlichen Perspektiven entstehen kann.
Aber leider ist dieser Roman so zäh erzählt und fokussiert sich auf die möglichen Liebesgeschichten und zwischenmenschlichen Interaktionen der Protagonistin und einiger anderer Figuren. Doch auch diese fiktiven Ausschmückungen der Lebensläufe der Figuren sind so bieder erzählt, dass die Lektüre ziemlich zäh wird.
Die wirklich spannenden historischen Fakten werden erst gegen Ende des Romans abgehandelt und der Schluss ist dann auch ziemlich unnötig und kitschig.
Der Roman gewährt Einblicke in den Klinikalltag der 1940er Jahre, er zeigt deutlich was diese Krankheit für Betroffene und Angehörige bedeutete und warum trotz des großen Engagement von Ärzten und Ärztinnen, Forscherinnen und Forschern der Kampf gegen diese Viruserkrankung so steinig und schwer war. Wer sich beim Lesen auf diesen Aspekt konzentriert, wird vielleicht die offensichtlichen Schwächen des Romans übergehen können.
FAZIT
Leider muss ich ehrlich gestehen, dass ich das Nachwort und das beigefügte Personen-/Figurenverzeichnis mit größerem Interesse gelesen habe, als den ganzen Roman.
Mit der Erzählweise der Autorin bin ich leider überhaupt nicht warm geworden, auch wenn der geschichtliche Hintergrund so spannend war.
Bonnie Garmus spendet ja "großen Applaus für dieses Buch". Vielleicht also ein Lesetipp für alle, die "Eine Frage der Chemie" feierten.