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Romane

Herbstvergessene

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Über das Buch

»Die Schicksale dreier Frauen aus drei Generationen, verdichtet zu einer packenden, atmosphärisch dichten Familien-Saga.« Westdeutsche Allgemeine Zeitung
(Neuaustattung)


»Wir näherten uns dem Herrenhaus Hohehorst langsam. Auf einem Platzes standen zwei Fahnenmasten mit Hakenkreuzen. Ich weiß noch, wie ich tief durchatmete und zu zählen begann: neunzehn Fenster auf der Frontseite, neun Gauben mit Dachfenster, vier Kamine und einen Ausguck in Dachmitte.«

Für eine Versöhnung ist es zu spät: Zehn Jahre lang hat Maja Sternberg keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter Lilli gehabt - jetzt ist Lilli tot. Die Polizei in Wien spricht von Selbstmord. Doch daran mag Maja nicht glauben. In der Wohnung ihrer Mutter findet sie deren Geburtsurkunde: Der Name des Vaters fehlt. Als Geburtsort ist Hohehorst eingetragen. Ein Foto zeigt Großmutter Charlotte mit einem Baby, doch dieses dunkle Baby hat keinerlei Ähnlichkeit mit der hellblonden, blauäugigen Lilli. Getrieben von Schuld, Fragen und einem Gefühl der Unruhe macht sich Maja auf den Weg – zurück in eine Vergangenheit, die nie zur Sprache kam. Ihre Spurensuche führt sie zu einem Ort, an dem das Fundament ihrer Familie zu bröckeln beginnt – und zu einer Wahrheit, die tiefer reicht, als sie zu ahnen wagte.

Ein literarisch erzählter Roman über drei Generationen von Frauen, über Herkunft, Schweigen und die Zerbrechlichkeit familiärer Gewissheiten – und über einen Ort, an dem die Rassenideologie des Nationalsozialismus grausame Wirklichkeit wurde.

Der Longseller in neuer Ausstattung.

Editionen (7)

ISBN9783641343972
VerlagPenguin
Erscheinungsdatum01.04.26
Seitenzahl496

Rezensionen & Bewertungen

45 Bewertungen

9 Rezensionen

4,2

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  • alteweissefrau
    alteweissefrau

    23 Follower

    3,5

    Geschichte über Lebensborn . Aus zwei Perspektiven erzählt, am Anfang sehr verwirrend. Komische Auflösung.

    3 Tage vor

  • 4,0

    ⭐⭐⭐⭐☆ (4/5) Absolute Empfehlung

    "Ich hatte mich auf eine Spurensuche begeben, nach meiner eigenen familiären Identität, nach einem Schuldigen für den Tod meiner Mutter, und dabei hatte sich das ganze Gefüge meines Lebens aufgelöst." „Herbstvergessene“ von Anja Jonuleit hat mich tief berührt und teilweise wirklich erschüttert 💔 Dieses Buch erzählt nicht nur eine Geschichte, es öffnet die Tür zu einem der dunkelsten und grausamsten Kapitel der deutschen Geschichte - den Lebensborn-Heimen während der NS-Zeit 🕯️ Im Mittelpunkt steht Maja, die nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter beginnt, die Vergangenheit ihrer Familie zu hinterfragen. Was zunächst wie ein Selbstmord wirkt, entwickelt sich schnell zu einer intensiven Spurensuche voller Zweifel, Schmerz und verdrängter Wahrheiten 🔍 In Rückblenden entfaltet sich das Leben ihrer Großmutter Charlotte und damit ein Schicksal, das unter die Haut geht. Was mich besonders getroffen hat, ist die schonungslose Darstellung dessen, was hinter den Lebensborn-Heimen stand. Die Geschichten der Frauen und Kinder sind geprägt von Verlust, Entwurzelung und einem System, das über Leben entschieden hat 😔 , allerdings auch eine Sicherheit bit in Zeiten des Krieges. Beim Lesen wurde mir immer wieder bewusst, wie viel Leid und Unrecht hinter diesen Schicksalen steckt und wie lange die Folgen bis in die nächsten Generationen nachwirken. Gleichzeitig schafft es die Autorin, Spannung aufzubauen wie in einem Krimi 📖 Man folgt Maja auf ihrer Suche, hofft mit ihr auf Antworten und wird am Ende mit einer Wahrheit konfrontiert, die alles in ein anderes Licht rückt. Viele Dinge sind letztlich ganz anders verlaufen, als man es während des Lesens vermutet hat 😳 Dieser Moment trifft einen emotional noch einmal mit voller Wucht. Trotz der Schwere des Themas gibt es auch leise Momente von Hoffnung und Menschlichkeit ✨. Genau diese Mischung aus emotionaler Wucht, historischer Aufarbeitung und spannender Erzählweise macht „Herbstvergessene“ so besonders und selber der Titel bekommt am Ende eine krasse Bedeutung. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich der Einstieg. Die verschiedenen Erzählstränge sind anfangs nicht ganz leicht zu greifen, da klare Kennzeichnungen fehlen 🤔 Doch sobald man sich orientiert hat, lässt einen die Geschichte nicht mehr los. Fazit: Ein bewegender, erschütternder und zugleich fesselnder Roman, der lange nachhallt und zum Nachdenken zwingt 🖤

    ⭐⭐⭐⭐☆ (4/5)
Absolute Empfehlung

    16. Apr. 2026

  • whatabout_nadine
    whatabout_nadine

    296 Follower

    4,0

    Ein erschütterndes Stück Geschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart

    Mit „Die Herbstvergessenen“ von Ana Jonuleit erzählt die Autorin von einem kaum beleuchteten Kapitel der NS-Zeit: den Lebensborn-Heimen. Dabei verbindet sie Vergangenheit und Gegenwart auf eine Weise, die zeigt, wie eng beides manchmal miteinander verwoben sein kann und das die Folgen dieser Zeit noch viele Jahre später in den nächsten Generationen spürbar bleiben. Zu Beginn habe ich allerdings ein wenig gebraucht, um wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Durch die verschiedenen Zeitstränge wirkte alles anfangs nicht ganz übersichtlich, sodass ich mich erst orientieren musste. Sobald man jedoch in der Erzählung angekommen ist, entwickelt das Buch einen starken Sog und ich war vollkommen gefangen. Besonders eindringlich beschreibt die Geschichte, wie schwer Frauen es in dieser Zeit hatten und mit welcher grausamen Doppelmoral ihnen begegnet wurde. Während manche Schwangerschaften gesellschaftlich gewollt waren, wurden andere mit Scham, Schweigen und Ausgrenzung belegt. Genau diese Widersprüche macht das Buch auf sehr beklemmende Weise sichtbar. Mit jeder Seite baut sich die Spannung weiter auf, bis man immer tiefer in die Geschichte gezogen wird. Vor allem die emotionale Ebene hat mich sehr berührt, weil spürbar wird, wie weit solche Schicksale in Familien hineinreichen können und wie stark vergangene Entscheidungen spätere Generationen prägen. Die Autorin hat es auch immer wieder geschafft, mich zu überraschen. Denn gerade wenn man glaubt, die Richtung der Geschichte zu kennen, schlägt der Roman noch einmal einen anderen Ton an. Warum es am Ende trotzdem keine vollen fünf Sterne geworden sind? Weil es am Schluss Momente gab, bei denen ich kurz innehielt und dachte: „Wie? oder warum was das nötig?“ Da ich aber nicht spoilern oder etwas vorwegnehmen möchte, bleibt mir nur zu sagen, dass für mich einzelne Punkte nicht ganz nachvollziehbar waren. Trotzdem ist „Die Herbstvergessenen“ ein unglaublich intensiver und wichtiger Roman, der ein Thema aufgreift, über das viel zu selten gesprochen wird.

    16. Apr. 2026

3 von 9 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Anja Jonuleit

ANJA JONULEIT, in Bonn geboren und am Bodensee aufgewachsen, arbeitete einige Jahre für die Deutsche Botschaft in Rom und Damaskus. Danach studierte sie Italienisch und Englisch in München, arbeitete als Übersetzerin und Gerichtsdolmetscherin und begann zu schreiben. Seit 2007 stehen ihre Romane regelmäßig auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.Ihren Romanen – darunter »Herbstvergessene«, »Der Apfelsammler«, »Rabenfrauen« und »Das letzte Bild« – folgte mit der Dilogie »Kaiserwald« und »Sonnenwende« ein breit angelegtes Familiendrama. »Wo der Wind die Namen trägt« ist ihr jüngster Roman.Anja Jonuleit ist bekannt für ihre gründliche Recherche: Sie reist an die Handlungsorte ihrer Romane, spricht mit Zeitzeugen und Betroffenen und bringt deren Stimmen in ihre Geschichten ein. Ihre Bücher handeln von Extremismus, radikalen Weltanschauungen und Familiengeheimnissen, sie erzählt von Müttern, Kindern und Verlust – ein Motiv aus ihrer Familiengeschichte.Weitere Informationen unter www.anjajonuleit.de

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