Blick ins Buch

Sci-Fi

Die linke Hand der Dunkelheit

3,8(130)
Nicht lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Die Bewohner des Planeten Gethen sind uns Menschen verblüffend ähnlich – mit einem Unterschied: Sie kennen keine zwei Geschlechter. In ihrer Kultur sind geschlechtsspezifische Machtkämpfe, wie wir sie kennen, nicht möglich. Doch es gibt andere Formen von Macht ... Der bis heute bedeutendste und weit über die Science Fiction hinaus prägende Roman über Geschlechterrollen und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Editionen (5)

ISBN9783641139254
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum14.04.14

Rezensionen & Bewertungen

130 Bewertungen

25 Rezensionen

3,8

Tippen zum Filtern

  • waldelb
    waldelb

    75 Follower

    2,5

    Licht ist die linke Hand der Dunkelheit

    Die Thematik des schon 1969 erschienenen SF-Roman der renommierten Schriftstellerin Ursula K. Le Guin könnte nicht besser in diese Zeit passen, da er die Gender-Frage zum Hauptthemen macht und schon damals als einer der ersten „feministischer SF“ galt. Er erschien 2023 in einer Neuübersetzung durch Karen Nölle. Worum geht es? Der Gesandte vom Welten-Kollektiv Genly Ai wird auf die Welt „Winter“ geschickt, mit dem Angebot, sich diesem anzuschliessen. Ai muss sich, wie übrigens auch der Leser, erst einmal in dieser doch sehr anderen Welt zurechtfinden, will er mit Diplomatie Verbindungen knüpfen. Die an das extrem kalte Klima des Planeten angepassten Menschen (alle Welten des Kollektivs stammen ursprünglich von der gleichen Spezies ab) unterscheiden sich in vielen Dingen von dem, was Ai gewohnt ist. Gepflogenheiten, Etikette, Politik und ungeschriebene Gesetze werden zur fast unüberwindlichen Barriere für eine erfolgversprechende Kommunikation oder gar Diplomatie. Die herausragendste Besonderheit auf dem Planet ist allerdings, dass die Bewohner keiner konstanten sexuellen Unterteilung folgen, die wir und Ai als männlich oder weiblich kennen, sie sind „ambisexuell“, zumeist aber asexuell. Einmal im Monat jedoch werden sie sexuell aktiv, indem sie männliche oder weibliche Eingenschaften annehmen, die sogenannte „Kemmer“. Dies überaus interessante Modell hat mich eigentlich zum Buch greifen lassen und viel habe ich mir im Vorfeld vorgestellt. Le Guin erfüllte meine Erwartungen kaum. Sie nennt ihr Werk im überaus gelungenen Vorwort ein „Gedankenexperiment“, was die Sache auf den Punkt trifft. Die Erzählart ist seltsam distanziert, wirkt hypothetisch, wie eine eher wissenschaftliche Abhandlung, als experimentiere die Autorin während des Schreibens mit dem Model der Androgynie, um mal zu schauen, wohin ein solches Model eine Gesellschaft führe. Mir fehlten die Emotionen, obwohl diese bei der Thematik sicher angebracht wären. Sie lies mich in einer fremden Welt allein wursteln, bombardierte mich mit femden Ausdrücken, Orten ohne genaue Verortung, wechselnde Namen oder Charaktereigenschaften. Die Hauptpersonen blieben mir fern und was mit ihnen geschieht, war mir schon bald im Vorfeld klar. Von daher keine wirklich genussvolle Lesereise zu einer fremden Welt sondern ein mühsames Unterfangen und eher ernüchternd. Es bleibt, wie Le Guin es selbst nannte, ein Gedankenexperiment.

    22. Feb. 2026

  • fynnhill77
    fynnhill77

    28 Follower

    4,0

    Gesandter trifft auf fremde Kultur. Interessantes Setting, aber stellenweise zieht es sich etwas.

    Eine Spezies von menschenähnlichen Wesen, die jedoch keine zwei Geschlechter und alle damit verbundenen Triebe haben, stellt für mich ein originelles Setting dar. Dazu noch ein Hang zu Intrigen, philosophisch-biologische Passagen und ein Wechsel zwischen SciFi und Mittelalter/Fantasy. War für mich eine interessante Erfahrung, auch wenn es zwischendurch Stellen gab, wo es etwas zäh wurde.

    18. Dez. 2025

  • herrklemmbrett
    herrklemmbrett

    29 Follower

    4,5

    Es war lang. Es wurde ruhig erzählt und teilweise war es zäh. Es war aber auch tiefgründig und visionär. Gedankenfutter, welches schon 55 Jahre alt ist. Das war jetzt mein drittes Buch von Le Guin und ich bin beeindruckt von ihren Ansätzen und Weltenbildern. Genly Ai war für mich ein besonderer Protagonist.

    27. Juni 2024

3 von 25 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 9527%
anubitz
anubitz17. Mai 2026

Die ersten Seiten waren etwas schwer zum reinkommen, aber inzwischen gefällt mir das philosophische total gut.

Autorin / Autor

Über Ursula K. Le Guin

Ursula K. Le Guin wurde 1929 in Berkeley/Kalifornien als Tochter der Schriftstellerin Theodora Kroeber und des Anthropologen Alfred Kroeber (daher das K. in ihrem Namen) geboren. Nach einem Geschichtsstudium begann sie Anfang der sechziger Jahre mit dem Schreiben und veröffentlichte ihre ersten SF- und Fantasy-Erzählungen. Ihren Durchbruch erzielte sie schon wenige Jahre später mit dem Roman "Die linke Hand der Dunkelheit" - und mit dem Fantasy-Epos "Erdsee" wurde sie schließlich weltberühmt. Poesie und gedankliche Tiefe ihres Werkes, das nicht nur mit sämtlichen Genre-Preisen ausgezeichnet, sondern auch mit dem amerikanischen National Book Award geehrt wurde, haben in der Science Fiction neue Maßstäbe gesetzt. Die Autorin lebt und arbeitet in Portland/Oregon.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick